WÜRZBURG – Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat die Stadt Würzburg den Bau einer neuen zweizügigen Grundschule im Stadtteil Hubland offiziell gestartet. Auf dem Gelände nördlich des ehemaligen Hangars entsteht ein modernes, inklusives Schulgebäude mit Sportflächen und Tiefgarage, das künftig Platz für bis zu 200 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-4 bieten soll.
Die 3. Bürgermeisterin und Leiterin des Bildungs-, Schul- und Sportreferats Judith Roth begrüßte namentlich zahlreiche Gäste in der Elisabeth-Scheuring-Straße 1, wo die neue Grundschule Hubland in Bälde zu finden sein wird. Zum Spatenstich fanden sich neben Oberbürgermeister Martin Heilig und 2. Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová, Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer, Schulamtsdirektorin Stefanie Schiffer, deren Vorgängerin Claudia Vollmar sowie zahlreiche Mitglieder des Stadtrats und Vertreter der ausführenden Architektur- und Ingenieurbüros ein. Roth gab einen kurzen Abriss über den zeitlichen Verlauf dieses bedeutenden Schulprojekts und dankte Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, die zum Gelingen maßgeblich beigetragen hat. Einen besonderen Dank sprach Roth der ehemaligen Leiterin des Staatlichen Schulamts Claudia Vollmar aus, die das erforderliche pädagogische Konzept für die neue Grundschule erstellt hat.
Oberbürgermeister Martin Heilig erklärte: „Ich freue mich, heute mit Ihnen gemeinsam den ersten Spatenstich für ein wichtiges Stück Zukunft in unserem neuen Stadtteil Hubland zu setzen.“ Die neue Schule sei als sogenanntes Lernhaus konzipiert und solle Raum für Bildung, Gemeinschaft und individuelle Entwicklung schaffen. Er dankte Judith Roth und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die engagierte Umsetzung des Projekts.
Mit dem Neubau reagiert die Stadt auf die wachsenden Schülerzahlen im Hubland, die aus dem Zuzug junger Familien in den noch neuen Stadtteil resultieren. Die bisher vorgesehenen Schulen, darunter die Mönchberg- sowie die Goethe-Kepler-Grundschule, haben ihre Kapazitätsgrenzen bereits erreicht. Übergangsweise wurden dort zusätzliche Unterrichtscontainer eingerichtet.
Die neue Grundschule entsteht auf zwei Ebenen über einer Tiefgarage mit 116 Stellplätzen. Neben modernen Unterrichtsräumen sind unter anderem ein begrünter Pausenhof, ein Lichthof sowie Dachbegrünungen geplant. Auch eine Dreifachsporthalle wird direkt angebunden, Außensportplätze entstehen. Das pädagogische Konzept orientiert sich am Münchner Lernhaus-Modell, das flexible Lernformen und gemeinschaftliche Flächen wie einen zentralen „Marktplatz“ vorsieht. „Das Lernhauskonzept ist Ausdruck unseres Anspruchs: Bildungsgerechtigkeit vor Ort und best-mögliche Chancen für alle Kinder. Für mich als gelernten Lehrer ist die Frage von Schule und Bildungsgerechtigkeit elementar wichtig“, betont Heilig.
Die Inbetriebnahme der Schule ist für das Schuljahr 2028/2029 vorgesehen. Bis dahin werden die Kinder aus dem Einzugsgebiet weiterhin anderen Schulen zugewiesen. Perspektivisch soll der Neubau kurze Wege ermöglichen und die bestehende Infrastruktur deutlich entlasten.
Insgesamt investiert die Stadt rund 23,1 Millionen Euro in den Schulbau sowie weitere 12,3 Millionen Euro in die Tiefgarage. Ein Großteil der Finanzierung wird durch Fördermittel des Freistaats Bayern unterstützt. Für die Errichtung der Tiefgarage wurde eine Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ beantragt.
Neben der Schule soll auch der angrenzende Hangar saniert werden und zu einem multifunktionalen Zentrum für Sport, Kultur und soziale Angebote ausgebaut werden. Es wird zur gemeinsamen Nutzung durch Jugend, Senioren, Familienarbeit, VHS, Sing- und Musikschule sowie Gruppen aus den Stadtteilen Hubland und Frauenland kommen. Ziel ist es, ein lebendiges Quartierszentrum für verschiedene Generationen zu schaffen. „So verbinden wir Bildung, Sport und soziales Miteinander – und erhalten zugleich das ortsbildprägende Ensemble“, blickt Martin Heilig in die Zukunft.
Die Stadt Würzburg setzt bei dem Projekt zudem auf hohe energetische Standards. Geplant sind unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Schuldach sowie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Maßnahmen zur Schulwegsicherheit, darunter eine neue Ampelanlage und spezielle Haltebereiche für Eltern, ergänzen das Vorhaben.
„Mit dem Spatenstich beginnt nun die Bauphase für eines der zentralen Bildungsprojekte der Stadt, das den wachsenden Anforderungen eines sich dynamisch entwickelnden Stadtteils gerecht werden soll,“ so Oberbürgermeister Heilig, „den Kindern, die hier lernen werden, wünsche ich viel Neugier, Freude am Entdecken und ein starkes Miteinander.“
Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer freute sich an diesem „Tag des Aufbruchs“ über den „Startschuss für einen neuen Ort der Begegnung, des Lernens und des Lebens.“ Ihr sei Bildung, vor allem die kindliche Bildung, sehr wichtig, weshalb die Regierung von Unterfranken sehr gerne eine hohe Fördersumme für dieses Projekt bereitgestellt habe. Auch weitere Fördermittelgeber haben mit an einem Strang gezogen und Gelder bereitgestellt, um Zukunft zu gestalten. Den Bau einer Tiefgarage unter einer Grundschule bezeichnete Weizendörfer als ungewöhnlich, jedoch sei er an diesem Standort dringend notwendig, da hier mehrere Nutzer – wie die angrenzende Kita, die Sportler, die die Dreifachturnhalle oder die Außenanlagen nutzen werden, und andere Stadtteilbesucher – davon profitieren werden. Sport sei Teil der gesamtheitlichen Bildung, so Weizendörfer.
Roman Kuhn, Bereichsleitung Architektur Baurconsult, ging auf die abwechslungsreiche Geschichte des Standortes ein. Es sei ein Ort der Transformation, von der ehemals militärischen Nutzung als Leighton Barracks durch die Amerikaner, über die Nutzung als großzügiges Gelände für die Landesgartenschau 2018, bis hin zum Standort für die neue Grundschule Hubland. Über die Gestaltung des Schulgebäudes sei intensiv diskutiert worden, was dem Endergebnis stets guttue, so Kuhn. Das Gebäude sei hell, offen, zugänglich und dynamisch geplant, mit einer großen Treppe im Mittelpunkt, die „hoffentlich viele Geschichten erlebt.“
Zu sehen auf dem Foto: Oberbürgermeister Martin Heilig (10. v.r.), 3. Bürgermeisterin Judith Roth (9. v.r.), Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer (8. v.r.) und 2. Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová (5. v.r.) beim Spatenstich für den geplanten Neubau der Grundschule Hubland.
Auf dem Bild von links: Stadträtinnen Dr. Simone Artz und Barbara Meyer, Alexander Santowski (Pfaller Ingenieure), Landtagsabgeordneter Patrick Friedl, die ehemalige Leiterin des Staatlichen Schulamts Claudia Vollmar, ihre Nachfolgerin Stefanie Schiffer, Moritz Landgraf (ALS Ingenieure), Marcus Viebahn (Ingenieurbüro Viebahn), Roman Kuhn (Baurconsult), Oberbürgermeister Martin Heilig, 3. Bürgermeisterin Judith Roth, Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer, Maria Holler (Leiterin des Fachbereichs Schulbau und Gebäudemanagement, Stadt Würzburg), 2. Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová, Daniela Schuster (dahinter, Leiterin des Fachbereichs Schule, Stadt Würzburg), Mitglieder des Stadtrats Dr. Adolf Bauer, Barbara Lehrieder, Christiane Kerner und Manfred Dürr.
Foto: Petra Steinbach

