WÜRZBURG – Die Fitness First Würzburg Baskets haben am 32. Spieltag der easyCredit BBL einen großen Schritt Richtung Playoff-Viertelfinale gemacht. In der mit 3140 Zuschauenden restlos ausverkauften tectake Arena gelang im Duell gegen Tabellennachbar ratiopharm ulm ein deutlicher 98:84-Erfolg.
Die Baskets konnten damit in der Tabelle an Ulm vorbeiziehen und sich auch den direkten Vergleich sichern. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit (49:48) war das dritte Viertel entscheidend für den deutlichen Heimerfolg – nach 30 Minuten lagen die Baskets mit 79:63 in Führung.
Topscorer der Partie war Davion Mintz mit 25 Punkten. Marcus Carr erzielte 17 seiner 19 Punkte nach der Pause, Charles Thompson blieb fehlerfrei aus dem Feld (7 von 7) und hatte mit ebenfalls 19 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert in der easyCredit BBL. „Der Sieg war superwichtig für uns. Ich bin froh, dass wir heute zu unserer defensiven Stärke zurückgefunden haben“, sagte Thompson nach dem Spiel.
Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets auf der Zielgeraden der easyCredit BBL-Hauptrunde am kommenden Donnerstag mit einem Auswärtsspiel bei den Veolia Towers Hamburg. Am kommenden Sonntag um 16:30 Uhr sind am letzen Spieltag die MHP Riesen Ludwigsburg in der Turnhölle zu Gast.
Gleich drei statische Meilensteine für Würzburger Spieler gab es während des Spiels zu feiern: Brae Ivey erreichte die Marke von 1000 Punkten in der easyCredit BBL, bei Davion Mintz waren es 750. Basket-Kapitän Eddy Edigin schnappte sich außerdem seinen 750. BBL-Rebound.
Nach zwei hart umkämpften Playoff-Serien in den vergangenen beiden Jahren haben Begegnungen zwischen Würzburg und Ulm inzwischen Derbycharakter, das war an der Atmosphäre am Samstagabend in der ausverkauften Turnhölle auch von der ersten Sekunde an zu spüren. Wie wichtig die Partie für die beiden Tabellennachbarn im Kampf um die direkte Qualifikation für das Viertelfinale war, zeigte sich vom Sprungball an auf dem Parkett: Es war von Anfang bis Ende ein physisches und intensives Duell auf absolutem Playoff-Niveau.
In den ersten beiden Vierteln bekam das Publikum sieben Führungswechsel geboten, beide Teams spielten stark und trafen ihre Würfe hochprozentig. Die Ulmer starteten besser und lagen nach nur dreieinhalb Minuten mit vier Punkten in Führung (12:16, 4. Minute), nachdem Nelson Weidemann seinen zweiten Dreier der Partie getroffen hatte. Ab diesem Zeitpunkt agierten beide Teams in der Verteidigung mit mehr Erfolg, Brae Ivey per Dreier und Alen Pjanic von der Freiwurflinie konnten den Spielstand zwei Minuten später ausgleichen (18:18, 6. Minute).
Auch Mitte des zweiten Viertels blieb es ein enges Spiel, Davion Mintz (18 Punkte in der ersten Halbzeit) traf in der 15. Minute einen seiner vier Dreier zur knappen Würzburger 35:34-Führung. Knapp drei Minuten später hatten sich die Ulmer durch acht Punkte in Folge des in der ersten Halbzeit starken Christopher Ledlum (12 Punkte – 5/5 aus dem Feld) zum ersten Mal etwas deutlicher abgesetzt (36:44, 17. Minute).
Die Aufholjagd der Heimmannschaft ließ nicht lange auf sich warten: Erst trafen Davion Mintz und Charles Thompson sieben Freiwürfe in Folge, dann drehten Brae Ivey und Thompson kurz vor der Pause den Spielstand mit zwei Korblegern, sodass die Baskets mit einer knappen 49:48-Führung in die Kabine gehen konnten. Dort wurde von Sasa Filipovski nicht nur über die Verteidigung gesprochen: „Ulm hat sehr physisch und hart verteidigt, deswegen war es für uns sehr schwierig, einige unserer Systeme zu organisieren. Wir mussten unser Spacing verändern und das Spiel so gut wie möglich vereinfachen“, berichtete der Basket-Headcoach nach dem Spiel.
Das gelang im dritten Viertel fast von Beginn an: Beim Spielstand von 49:40 aus Würzburger Sicht leitete Jonathan Stove mit einem Dreier aus der rechten Ecke den vorentscheidenden 11:2-Lauf der Baskets ein. Eddy Edigin traf zwei Layups in Folge, Marcus Carr versenkte zwei Freiwürfe, und Davion Mintz stellte den Spielstand nach einem von insgesamt 15 Würzburger Ballgewinnen per Korbleger in der 24. Minute auf 60:49.
Das Momentum war jetzt fast komplett auf Würzburger Seite, mit den eigenen Fans im Rücken brachten die Baskets ihren Vorsprung durch Dreier von Carr und Mintz schnell in den zweistelligen Bereich (67:53, 25. Minute). Daran änderte sich bis zum Ende des dritten Viertels nichts 879:63), so dass nicht nur der wichtige Heimsieg, sondern auch der Vorteil im direkten Vergleich gegen ratiopharm ulm immer wahrscheinlicher wurde – die Ulmer hatten das Hinspiel in der ratiopharm arena mit 66:61 für sich entschieden.
Zu Beginn des Schlussabschnitts traf Charles Thompson nach einem der 15 Würzburger Offensivrebounds zum 81:63 – 18 Punkte Abstand waren die höchste Führung der Baskets im Verlauf der Partie. Die Ulmer dachten aber gar nicht daran, sich geschlagen zu geben und kämpften sich mit einem 16:4-Zwischenspurt wieder in Schlagdistanz- beim Spielstand von 85:79 schien knapp fünf Minuten vor dem Ende zumindest der direkte Vergleich noch einmal in Gefahr zu geraten.
Zwei Spielminuten später war die Würzburger Führung aber schon wieder zweistellig – Alen Pjanic per Tip-In, Marcus Carr mit einem „And One“ und Davion Mintz aus der Halbdistzanz trafen zum beruhigenden Zwischenergebnis von 92:80, das Carr und Charles Thompson (zusammen 30 Punkte in der zweiten Halbzeit) in der 39. Minute auf 98:82 ausbauen konnten – damit waren den Baskets der Heimsieg und der direkte Vergleich nicht mehr zu nehmen.
Fitness First Würzburg Baskets – ratiopharm Ulm 98:84
(23:26, 26:22, 30:15, 19:21)
Für Würzburg spielten:
Davion Mintz 25 Punkte/4 Dreier (3 Steals), Charles Thompson 19, Marcus Carr 19/2 (8 Assists/3 Steals), Brae Ivey 11/2 (3 Steals), David Muenkat 771, Jonathan Stove 6/1, Eddy Edigin 6 (7 Rebounds), Alen Pjanic 3, Lukas Herzog 2, Christian Skladanowski, Marko Petric.
Top-Performer Ulm:
Christopher Ledlum 18/1, Christian Sengfelder 11/1, Joel Soriano 11, Mark Smith 10 (3 Steals).
Key Stats:
Steals: Würzburg 15 – Ulm 10
Offensivrebounds: Würzburg 15 – Ulm 10
Stimmen zum Spiel
Charles Thompson, Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns. Ulm lag direkt vor uns in der Tabelle, und wir hatten nur noch drei Spiele. Deswegen haben wir diesen Sieg gebraucht, der war superwichtig für uns. Ich habe diese Leistung von uns erwartet. Wir waren nach der Niederlage in Weißenfels sehr enttäuscht, weil wir dort viel zu viele Punkte zugelassen haben, die wir nicht hätten zulassen dürfen. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir heute wieder zu unserer defensiven Stärke zurückgefunden haben. Es ist auch wichtig, vor den Playoffs Momentum zu haben. Jetzt müssen wir uns aber erst einmal auf die nächsten beiden Spiele konzentrieren, der Fokus liegt jetzt erst einmal auf dem Spiel in Hamburg.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war ein großartiger und auch ein sehr wichtiger Sieg für uns. Ulm hat eine starke Mannschaft, die auch sehr gut gecoacht ist. Vor allem spielen sie sehr physisch und hart, deswegen war es für uns sehr schwierig, einige unserer Systeme zu organisieren. Deswegen mussten wir unser Spacing verändern und das Spiel so gut wie möglich zu vereinfachen. Unsere Verteidigung hat uns Selbstvertrauen gegeben, und wir haben einige schwierige Würfe getroffen, was heute auch sehr wichtig war. Wir haben in der Defensive sehr hart gekämpft. Ich bin heute sehr stolz auf mein Team und meinen Trainerstab. Danke wie immer an unsere Fans für die außergewöhnliche Atmosphäre. Ich hoffe, sie machen das auch am nächsten Wochenende in unserem letzten Heimspiel gegen Ludwigsburg.“
Ty Harrelson, Headcoach ratiopharm ulm:
„Erst einmal Glückwunsch an Würzburg zu diesem Sieg und zu der Playoff-Atmosphäre in der Halle. Ich denke, wir haben streckenweise guten Basketball gespielt, im zweiten Viertel lagen wir mit acht Punkten in Führung. Unsere Feldwurfquote war insgesamt besser und wir hatten dieselbe Dreierquote, Würzburg hat auch vier sehr schwierige Würfe getroffen. Am Ende haben uns die vielen Ballverluste das Spiel gekostet. Würzburg hatte auch mehr Freiwürfe, das wäre mit weniger Turnovers von uns wahrscheinlich ausgeglichener gewesen. Deswegen noch einmal: Grund für die Niederlagen war, das wir viel zu viele Ballverluste hatten.“
Fotos: Wolfgang Heyder



