„Inspiriert von Afrika“: Kulturreferent Benedikt Stegmayer lobt gelebtes bürgerschaftliches Engagement der Künstlergruppe cameo

„Inspiriert von Afrika“: Kulturreferent Benedikt Stegmayer lobt gelebtes bürgerschaftliches Engagement der Künstlergruppe cameo
Foto: Petra Steinbach

WÜRZBURG – Zu ungewohnter Zeit im Laufe einer Ausstellung – nämlich in deren Mitte – richtete Kulturreferent Benedikt Stegmayer sein Grußwort an die Künstlergruppe cameo und die zahlreichen Gäste.

Stegmayer begrüßte sie im Oberen Foyer des Rathauses: „Dieser Ort hat sich in diesem Monat in ein Fenster zu einem anderen Kontinent verwandelt. Zu einer Welt voller Farben, Kontraste und tiefer Emotionen.“

Den Titel dieser Ausstellung „Inspiriert von Afrika“ sieht Stegmayer nicht nur als eine Überschrift, sondern als „ein Versprechen, das in jedem einzelnen Werk eingelöst wird.“

Die Künstlergruppe cameo ist eine Gruppe, die in Würzburg und der Region tief verwurzelt ist, sich aber künstlerisch immer wieder auf Wanderschaft begibt. Seit dem Jahr 2024 hat diese Gemeinschaft einen ganz besonderen Ort des Schaffens gefunden: ein Gewächshaus einer ehemaligen Gärtnerei im Stadtteil Heidingsfeld.

„Man könnte sagen: Dort, wo früher Pflanzen unter Glas heranreiften, blüht heute die Kreativität“, so Stegmayer. „Dass ausgerechnet in einem Gewächshaus Bilder entstehen, die uns gedanklich nach Tansania und in andere afrikanische Länder entführen, zeigt einmal mehr: Kunst kennt keine Grenzen, und die Fantasie braucht lediglich einen Ort, an dem sie wachsen und gedeihen kann.“

„Sich als Künstlerin oder Künstler auf ein Thema einzulassen, das nicht vor der eigenen Haustür liegt, erfordert Mut. Es erfordert die Bereitschaft, Klischees zu hinterfragen und sich der Essenz eines Kontinents zu nähern, der so vielfältig ist, dass man ihn kaum in Worte fassen kann. In Ihren Portraits, Skizzen, Landschaften und Abstraktionen sehen wir das Ergebnis dieser Auseinandersetzung“, hob Stegmayer die Herausforderungen hervor. Denn: Nicht alle cameo-Mitglieder haben den afrikanischen Kontinent persönlich bereist und dort eine farbenprächtige Lebendigkeit erlebt, die sie in ihren Bildern künstlerisch verarbeitet haben.

Die Ausstellung ist jedoch viel mehr als eine rein ästhetische Darbietung. „Sie ist ein Akt der Solidarität und ein wunderbares Beispiel für das lebendige Netzwerk unserer Stadt. Die Verbindung zum Verein Mwanza e.V. schlägt die Brücke zu unserer tansanischen Partnerstadt Mwanza, der „Rock City“ am Viktoriasee“, so der Kulturreferent.

Würzburg und Mwanza verbindet eine langjährige, tiefe Freundschaft. Eine Städtepartnerschaft, die nicht nur auf offiziellen Urkunden existiert, sondern durch die Menschen in beiden Städten mit Leben gefüllt wird. Die Partnerschaft begeht in diesem Jahr bereits ihr 60. Jubiläum. Der Verein Mwanza e.V. leistet hierbei eine unschätzbare Arbeit, indem er Projekte unterstützt, die direkt bei den Menschen ankommen.

Die Künstlergruppe cameo spendet von jedem verkauften Bild einen Teilerlös für die Unterhaltung einer Mädchenschule in Mwanza. „Bildung für Mädchen ist der Schlüssel zur Entwicklung, zur Gleichberechtigung und zu einer besseren Zukunft für die gesamte Region,“ freut sich Stegmayer über diese Initiative.

„Sie schenkt Menschen in Tansania Perspektiven, verwandelt Farbe auf Leinwand in Schulbücher, in Unterrichtsstunden und in Hoffnung. Das ist gelebtes bürgerschaftliches Engagement in seiner schönsten, seiner ästhetischsten Form. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen!“

Manfred Neuner, Mitglied der Künstlergruppe und Initiator der Ausstellung im Rathaus, stellt die weiteren cameo-Mitglieder namentlich vor und vermittelt den Zuhörern eine lebhafte Vorstellung von den wöchentlichen Treffen der Gruppe im Gewächshaus. Hier wird gemeinsam an den Werken gearbeitet, die Ergebnisse diskutiert und – nicht unwichtig – gemeinsam gegessen.

Michael Stolz, Vorsitzender des Mwanza e.V., blickt auf viele Jahre der lebendigen Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza zurück und dankt cameo für ihren Beitrag zum wichtigen Projekt „Mädchenförderung“ in Mwanza.

Die Ausstellung kann noch bis 30. April im Oberen Foyer des Würzburger Rathauses besucht werden. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 8.00 – 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 – 13.00 Uhr. Das Obere Foyer ist barrierefrei erreichbar. Der Eintritt ist frei.

Auf dem Bild: Kulturreferent Benedikt Stegmayer (re) freut sich über das Engagement der Künstlergruppe cameo, bestehend aus Alfred Wild, Petra Hagenbusch, Lore Langhirt, Karlheinz Vornberger, Caroline von der Heide, Ingeborg Kreutzberg-Rothmann, Manfred Neuner, Hans Bieberstein, Heike Weigand (v.l.n.r.) und Jutta von der Lühe (sitzend), und des Mwanza e.V., vertreten durch dessen Vorsitzenden Michael Stolz (2. v.r.)
Foto: Petra Steinbach

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert