„Täuschung der Wähler*innen als auch ein massiver Vertrauensbruch“: Barbara Meyers Parteiaustritt und Mandatsmitnahme zur ÖDP ärgert die Würzburger Linke

„Täuschung der Wähler*innen als auch ein massiver Vertrauensbruch“: Barbara Meyers Parteiaustritt und Mandatsmitnahme zur ÖDP ärgert die Würzburger Linke
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

WÜRZBURG – Barbara Meyer, Stadträtin, bisherige langjährige Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Linken Würzburg Mainfranken hat erklärt, dass sie die Partei und damit auch die Stadtratsfraktion der Linken mit sofortiger Wirkung verlassen wird und sich als Stadträtin der ÖDP anschließen wird, die damit Fraktionsstatus erhalten wird.

„Wir nehmen diesen Schritt mit Bedauern zur Kenntnis und bedanken uns ausdrücklich für ihr jahrelanges Engagement in der Partei und im Stadtrat“, betonen Kreissprecher Markus Heinlein für den Kreisvorstand sowie Anna-Maria Dürr, Luise Haberland und Ramona Wild für die neue Stadtratsfraktion in einer Pressemeldung.

Und weiter: „Der Austritt kam für die Fraktionskolleginnen und für den Kreisverband ohne jede Vorwarnung, sie ist zudem vor jeder Aussprache mit der Partei an die Öffentlichkeit gegangen. Barbara Meyer erklärt dazu, dass „ideologische Gründe“ sie zu diesem Schritt bewogen hätten und dass sie sich als Kommunalpolitikerin versteht, die ideologiefrei Politik für die Menschen vor Ort machen und sich mit „einem linken Herz engagieren möchte.“

Für uns bleibt dabei unverständlich, wie ihr dies bei der rechtskonservativen ÖDP, die u.a. strikt für die Beibehaltung des § 218 eintritt, gelingen will. Uns ist auch klar, dass die Kleinstpartei ÖDP, die es aus eigener Kraft nicht zur Fraktionsstärke gebracht hat, nicht unerheblich an einer Abwerbung von Barbara Meyer mitgewirkt haben dürfte.

Die Konsequenz hieraus kann aus unserer Sicht nur die Rückgabe des Mandates an die Partei sein. Barbara Meyer hat als Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin in der Kommunalwahl 2026 die personellen und finanziellen Ressourcen der Partei genutzt, ihr Mandat ist nicht ihr persönlicher Erfolg, sondern Ergebnis eines engagierten Wahlkampfes der Genoss*innen, die für sie und die Partei plakatiert, an den Haustüren geworben und bei Veranstaltungen und Infoständen aktiv dafür gekämpft haben, dass die Linke als die soziale Kraft gestärkt in den Stadtrat Würzburg einziehen kann.

Das Mandat ist ein Mandat der Partei, Barbara Meyer wurde als Kandidatin der Linken gewählt. Eine „Mitnahme“ des Mandats ist sowohl eine Täuschung der Wählerinnen als auch ein massiver Vertrauensbruch gegenüber den Genossinnen, die Barbara Meyer bei der Aufstellungsversammlung mit großer Mehrheit die Spitzenkandidatur angetragen haben.

Barbara Meyer hat im August 2025 ausdrücklich erklärt, dass sie „sich loyal und solidarisch gegenüber der Partei verhalten, die programmatischen Grundsätze der Partei vertreten, die demokratische Willensbildung in der Partei bei der Wahrnahme des Mandates berücksichtigen und gegenüber den Parteiorganen und gegenüber den Wählerinnen und Wählern Rechenschaft über die Ausübung des Mandats ablegen wird.“

Wir vertrauen als Vorstand des Kreisverbandes Mainfranken und als Stadtratsfraktion Der Linken darauf, dass sie sich an diese gegebenen Zusagen halten und als Konsequenz das Mandat an die Partei zurückgeben wird.

Die Fraktion der Linken wird ihre Arbeit im Stadtrat in jedem Fall fortsetzen, sich für ihre Wähler:innen engagieren und sich weiterhin für soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum und eine starke öffentliche Daseinsvorsorge in Würzburg einsetzen.“

Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

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