Festabend zur Verabschiedung von Landrat Thomas Habermann: Ein Name, der bleiben wird

Festabend zur Verabschiedung von Landrat Thomas Habermann: Ein Name, der bleiben wird
Foto: Christian Hüther / Landkreis Rhön-Grabfeld

LANDKREIS RHÖN-GRABFELD – „Schön war’s – weiter geht’s“, mit diesen Worten beendete Landrat Thomas Habermann seine Festrede anlässlich seiner feierlichen Verabschiedung.

Es folgte lang anhaltender, wertschätzender Applaus der rund 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für 23 Jahre Wirken als Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld. Ein Name, der auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt im Landkreis bleiben wird. Und das auch, weil das im vergangenen Jahr errichtete und eröffnete Schülerwohnheim in Bad Neustadt als Überraschung für Habermann selbst nach ihm benannt wurde.

Es war ein würdiger Abend in der Bad Neustädter Stadthalle, der im wahrsten musikalischen Sinne mit Pauken vom Drumcorps „schlagARTig“ der Kreismusikschule Rhön-Grabfeld eröffnet wurde. Auch danach erfüllten die Stadthalle dank der Big-Band der Berufsfachschule für Musik aus Bad Königshofe musikalische Klänge auf höchstem Niveau.

Ein abwechslungsreicher Festabend

Moderator Eberhard Schellenberger, der später selbst eine Überraschungseinlage als Sänger einlegte, versprach zu Beginn einen abwechslungsreichen Festabend, der auch bewusst anders ablaufen werde, als ein „klassischer“ Festakt. Ganz im Sinne des scheidenden Landrats.

Bevor Thomas Karmasin, Präsident des Bayerischen Landkreistags, die Festrede hielt, würdigte Josef Demar das Wirken von Thomas Habermann. Vier Amtszeiten lang habe er den Landkreis geprägt. Er hob dessen unermüdlichen Einsatz auf regionaler, bayerischer und europäischer Ebene sowie sein nachhaltiges Engagement für die Region hervor. Karmasin zeigte sich in seiner Rede tief beeindruckt von der 23 Jahre währenden Tätigkeit des Landrats.

Der Präsident des Bayerischen Landkreistags skizzierte kurz Thomas Habermanns beruflichen Werdegang: vom juristisch geprägten Einstieg über seine Tätigkeit als Richter bis hin zum Wechsel in die Kommunalpolitik mit der Wahl zum Landrat im Jahr 2003.

„Bleib uns bitte verbunden. Wir brauchen dich.“

Besonders würdigte Thomas Karmasin den Politikstil von Habermann: Entscheidungen sorgfältig abwägen, klar kommunizieren und Verantwortung übernehmen. Er habe es verstanden, nicht nur rechtlich korrekt, sondern auch menschlich nachvollziehbar zu handeln und die Menschen mitzunehmen. Diese Haltung habe Vertrauen geschaffen – eine zentrale Grundlage erfolgreicher Kommunalpolitik. Verbunden mit den besten Wünschen für den künftigen Lebensabschnitt rief Karmasin Thomas Habermann zu: „Was auch immer du tust: bleib uns bitte verbunden. Wir brauchen dich“.

In einer moderierten Talkrunde anstelle von Grußworten würdigten anschließend Vertreterinnen und Vertreterinnen aus verschiedenen Bereichen das Wirken von Landrat Thomas Habermann. So beschrieb Dr. Susanne Weizendörfer, Präsidentin der Regierung von Unterfranken, den Landkreischef als führungsstark, durchsetzungsfähig und menschlich. Einen, der gute Ideen einbringt, Probleme anspricht und nach Lösungen sucht.

Caroline Trips, Präsidentin der IHK Würzburg-Schweinfurt, fügte die Attribute authentisch, prägend und mutig hinzu – mit der Betonung auf prägend. Eine Persönlichkeit mit klaren Visionen.

Prof. Dr. Klaus Reder, Bezirksheimatpfleger a.D., beschrieb den Landrat als eine Person, die zuhört und anpackt, die eine Leidenschaft für neues Leben in alten Gemäuern hat und den Verfassungsauftrag umgesetzt hat, den Landkreis Rhön-Grabfeld mit kulturellem Leben zu erfüllen. In seiner Funktion als Bezirksrat, die Thomas Habermann weiterhin ausführt, soll er sich, so der Wunsch von Reder, weiter für die Kultur einsetzen und stark machen.

Fachkompetenz, Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit – mit diesen drei Eigenschaften würdigte Franz Truppei, Präsident des Landgerichts Schweinfurt, den Rhön-Grabfelder Landrat. Das sei ein ideales Rezept für einen Kommunalpolitiker.

Mit einem sportlichen Vergleich stieg Dr. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistags, in die Würdigung von Thomas Habermann ein. Er sei ein absoluter Mannschaftsspieler, geerdet, weltoffen und demütig. Zudem ein blitzgescheiter Kerl und toller Typ.

Worte des Dankes an die vielen Weggefährten von Thomas Habermann

Gegen Ende des kurzweiligen Festabends kam der Protagonist selbst zu Wort. Der scheidende Landrat blickte in seiner Rede persönlich und vor allem dankbar auf sein Berufsleben zurück. Worte des Dankes richtete Thomas Habermann unter anderem an Familie, Freunde, Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitende im Landratsamt, politische Gremien, Kirchen, Ehrenamtliche sowie Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Er betonte, dass seine Arbeit nur im Team möglich war und würdigte besonders Loyalität, Vertrauen und Zusammenarbeit.

Seine Laufbahn empfand er als Privileg und als erfüllende Aufgabe im Dienst von Staat und Gesellschaft. Egal ob im beruflichen Feld der Justiz oder in der Verwaltung: Beide, so Habermann, dienen dem Ausgleich von Interessen und dem Gemeinwohl.

Im Hinblick auf die inhaltlichen Schwerpunkte in seiner Arbeit als Landrat hob er die Bedeutung einer starken Wirtschaft, insbesondere von Industrie, Mittelstand und Handwerk hervor. Verbunden mit der Warnung von überbordender Bürokratie, hohen Kosten und Arbeitsplatzabbau. Der Kultur wies Habermann eine zentrale Rolle für eine offene und tolerante Gesellschaft zu.

Er stellte zudem den Wert von Religion, ethischen Grundhaltungen und gesellschaftlichem Zusammenhalt heraus. Darüber hinaus betonte er die Wichtigkeit von Ehrenamt und Bürgerengagement sowie die Bedeutung von Pressefreiheit und unabhängiger Justiz als Grundpfeiler der Demokratie.

Mit dem Wunsch nach einer friedlichen und glücklichen Zukunft schloss er seine Ausführungen. Bevor es in den gemütlichen Teil des Festabends überging, sorgte Mario Demar für jede Menge Lacher in seiner humoristischen Rolle als ehemaliger bayerischer Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Auf dem Foto: Ein Name, der bleiben wird: Das im vergangenen Jahr fertiggestellte und eröffnete Schülerwohnheim des Landkreises wird nach dem scheidenden Landrat Thomas Habermann (Dritter von links) benannt. Darüber freuen sich (von links) stellvertretender Landrat Josef Demar, Ehefrau Ruth Habermann sowie die weiteren stellvertretenden Landräte Eva Böhm und Bruno Altrichter.
Foto: Christian Hüther / Landkreis Rhön-Grabfeld

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