Mit wohltuendem Sieg in die viermonatige Pause: Der TSV Bad Königshofen rehablitierte sich für die Schmach von Mühlhausen mit einer Gala-Vorstellung gegen Bad Homburg

Mit wohltuendem Sieg in die viermonatige Pause: Der TSV Bad Königshofen rehablitierte sich für die Schmach von Mühlhausen mit einer Gala-Vorstellung gegen Bad Homburg

BAD KÖNIGSHOFEN – Der Tischtennis-Bundesligist TSV Bad Königshofen hat sich nach der 0:3-Pleite von Mühlhausen zum Saisonabschluss mit seinen Fans wieder versöhnt. Gegen den TTC Bad Homburg gewann er durch faszinierende Leistungen auf höchstem Niveau mit 3:1.

Es war der erste Sieg gegen die Nordhessen, die sich nach besten Kräften zur Wehr gesetzt hatten. Das Publikum bedankte sich mit kaum enden wollendem Beifall, als ob man gar nicht zur Kenntnis nehmen wolle, dass die nächste Runde der Königshöfer in dieser stärksten europäischen Liga erst in vier Monaten beginnt.

In welcher Sportart auf dieser Ebene gibt es so etwas? Sie saßen hinterher in froher Runde mit ihren Gegnern an einem Tisch und feierten gemeinsam internationalen Saisonabschluss. Die Steger, Bertelsmeier, Habesohn und Zeljko stießen, womit auch immer, mit Yokotami, Andras, Ban und Perez auf eine letztlich gut absolvierte Saison an. Verabschiedet wurde der TSV-Coach Koji Itagaki, der seit 2015 sehr erfolgreiche Arbeit geleistet hat. Er steigt demnächst in den USA bei der TT Major League Mannschaft von Atlanta ein.

Das spannendste der vier Einzel war gleich das erste von Andre Bertelsmeier, von Itagaki an Position eins aufgestellt, gegen den Ungarn Csaba Andras. Der junge Königshöfer (20) legte zwar einen Raketenstart mit 8:2 hin, brachte den Satz aber nur mit Mühe zum 11:9 durch. Beide Spieler pushten sich, als ginge es, na ja, immer noch gegen den Abstieg. Im zweiten Satz (6:11) schien sich das Spiel zugunsten des Ungarn gedreht zu haben, was Andras gegen Andre im dritten (9:11) bestätigte. Der vorentscheidende Durchgang sollte aber der vierte sein, in dem Bertelsmeier einen 6:10-Rückstand zum 12:10 drehte. Im fünften lief es umgedreht. Hier ließ er nach eigener 7:3-Führung Andras 8:11 gewinnen und den Gast mit 0:1 in Führung bringen. Zwei Gegner auf Augenhöhe, bei Weltklasse-Ballwechseln wie auch bei noch so unnötig aussehenden Fehlern.

Es wurde also nichts mit einem Positiv-Guthaben, mit dem Bertelsmeier Habesohn ins zweite Einzel schicken sollte. Dass Daniel Habesohn dem Bad Homburger Einser Jo Yokotani mit 3:0 so überlegen das Fell über die Ohren ziehen würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Der Wiener lief aber wieder mal zur Gala-Form auf und stellte den 1:1-Ausgleich her. Yokotani schüttelte nur ohnmächtig den Kopf und rollte die Augen. Das war doch eine ganz anderer Vorstellung von „Dany“ als jene fünf Tage vorher in Mühlhausen. Gepusht schien er förmlich durch die vom Hallen-Discjockey aufgelegten Wiener Gassenhauer in den Spielpausen.

Was Bastian Steger, diesmal an Position drei nominiert, immer noch für den TSV wert ist, zeigte seine souveräne Performance gegen den Kroaten Ivor Ban, der immerhin schon Falck und Franziska diese Runde geschlagen hat. Hier ließ Steger nichts anbrennen, nicht einmal, als er den zweiten Satz mit 2:11 hatte abgeben müssen. Was er bei manchen Rallyes aus weitester Distanz auf den Tisch zurück brachte, war vom Tischtennis-Laien nicht nachvollziehbar. Wohl aber, dass er seinem Team den Weg zum finalen Saisonsieg geebnet hatte.

Nun lag es also an Bertelsmeier, sich in seinem letzten Einzel vor der Team-WM in London ein gutes Gefühl zu verschaffen. Und wie er das schaffte! Mit einem 3:0-Sieg gegen den Japaner Yokotani, der somit als siegloser Einser beim Gegner den Königshöfern diesen gut tuenden Sieg über die viermonatige Pause hinweg ermöglichte.

Tischtennis-Bundesliga: TSV Bad Königshofen – TTC OE Bad Homburg 3:1

Andre Bertelsmeier – Csaba Andras 2:3
(11:9/6:11/9:11/12:10/8:11)
Daniel Habesohn – Jo Yokotani 3:0
(11:5/11:3/11:7)
Bastian Steger – Ivor Ban 3:1
(11:6/2:11/11:8/11:9)
Bertelsmeier – Yokotani 3:0
(11:8/14:12/11:5)

Zuschauende: 609

Text und Fotos: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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