SCHWEINFURT – Nun gut, ohne den überragenden Toni Stahl hätten die Schnüdel wohl verloren. Der Keeper des FC 05 war aber unbezwingbar, sehr zum Ärger von Hansa Rostock, das Duisburg und Osnabrück zeitgleich siegen sah und wertvolle zwei Punkte im Aufstiegskampf ausgerechnet beim abgeschlagenen Schlusslicht liegen ließ. Da war sie wieder, die Frage: War nicht doch mehr drin diese Saison für die Schweinfurter?
Jedenfalls bekamen die Unterfranken mal wieder den Unterschied zwischen kleiner Nummer und großem Fußball aufgezeigt, wenn auch nicht auf dem Rasen. Rund 4.000 der 7.676 Zuschauer hielten es mit den Gästen, der Fanblock feierte sich mit Rauch und Raketen, wie es im letzten Mal noch nicht mal die Würzburger Kickers schafften. Knapp 3000 beinharte Hansa-Anhänger hatten gegen die 300 Schweinfurter Oberwasser – verständlicher Weise.
Was freilich aus dem FC 05-Block kam, mag dem zurückgetretenen Markus Wolf, der auf der Ehrentribüne Platz genommen hatte, nicht gefallen haben. Das „Niemand ist größer als der Verein“ galt eindeutig ihm, das „Wir tragen Euch durch jede Schlacht, doch Ihr habt´s selbst kaputt gemacht!“ sicher auch der Mannschaft die mit nun immer noch nur 19 Punkten weiter gegen den Makel ankämpft, die schlechteste zu werden in der Geschichte der 3. Liga.
Die über den Flugplatz Giebelstadt angereisten Rostocker hätten letztlich noch gewinnen können, über die gesamten 90 Minuten verdienten sich die Schnüdel aber den Punkt durch viel Einsatz. „Rostocks Riesenwucht“, von der Noch-Trainer Jermaine Jones sprach, entfaltete sich erst mit zunehmender Spielzeit. „Wir wollten und mussten gewinnen, hatten aber in keiner Phase die Kontrolle über das Spiel in Halbzeit eins“, lobte damit Hansa-Coach Daniel Brinkmann indirekt den eifrigen FC 05. „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Der dritte Platz ist ein Spiel weg! Ich bin aber weder mit Ergebnis noch mit der Leistung zufrieden“, analysierte er
Grün-Weiß hat im zehnten Spiel unter Jones das fünfte Mal nicht verloren, sammelte nach der kurzen Winterpause ordentliche 13 Punkte aus 15 Partien, hat in Mannheim und Hannover (Havelse) sowie gegen 1860 München und Aue weitere, letzte Möglichkeiten. Ehe dann die Kurzzeit-Ära Jermaine Jones auch wieder endet. Vor der Partie verriet er, dass er im Profi-Fußball bleiben möchte. Und den wird ihm der FC 05 nicht mehr bieten können. Zumal mit Markus Wolf sein Ansprechpartner wegfiel. Ein Neuaufbau steht an – mit ungewisser Zukunft.
Victor Kleinhenz steht noch unter Vertrag, wird sich sicher aber nicht die Blöße geben, zurückzukommen, so wie er im Februar davon gejagt wurde. Mit dem Hinweis zudem, er wäre nach dem Abstieg verbrannt und nicht geeignet für einen Neuanlauf in die 3. Liga, den es so nun wohl nicht geben wird. Marc Reitmaier wäre wieder zu haben, aber wohl auch niemand für Amateur-Fußball in der Riedel Bau-Arena.
Und von den Spielern? Schwer vorstellbar, dass sich Akteure wie die in der 3. Liga mehr oder weniger aussortierten Kevin Fery, Thomas Meißner oder Mike Dellinger die Regionalliga wirklich antun wollen. Meißner kam gegen seinen Ex-Club genauso zu einem Kurzeinsatz wie Dellinger, den das Fachmagazin Kicker am Donnerstag noch als Ausfall meldete wegen eines Achillessehnenrisses… Auch Johannes Geis wurde eingewechselt, dessen zukunft genauso offen scheint wie die von Manuel Wintzheimer oder Tim Latteier, die genauso wie Eric Shuranov nicht zu den erhofften Verstärkungen wurden, die aber trotzdem wohl einen Markt haben.
FC 05: Stahl – Trslic, Vakouftsis, Zeller, Langhans, Angleberger (ab 78. Geis), Latteier (ab 88. Meißner), Celebi, Grimbs (ab 61. Dellinger), Böhnlein (ab 61. Wintzheimer), Müller; ohne Einsatz: Weisbäcker – Endres, Özden, Forkel, Shuranov; Trainer: Jones
Unten folgen noch ein Video und zahlreiche Bilder. Vorher aber erst einmal das:
Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:


















































