Wie kann man den „Schandfleck“ beseitigen? Gochsheimer Bürgerentscheid „Alte Schmiede“ am 21.Juni

Wie kann man den „Schandfleck“ beseitigen? Gochsheimer Bürgerentscheid „Alte Schmiede“ am 21.Juni

GOCHSHEIM – Die Alte Schmiede beschäftigt Gochsheim seit Jahrzehnten. Nach dem Tod des letzten Schmiedes Georg Kern wurde zunächst noch das Wohnhaus genutzt. Später erwarb ein Sennfelder das Anwesen, gab aber seinen Plan, dieses einer neuen Nutzung zuzuführen auf und verkaufte das Areal 2015 an die Gemeinde Gochsheim.

Seitdem waren Bürgermeisterin Helga Fleischer und danach Manuel Kneuer sowie die jeweiligen Gemeinderäte damit befasst, wie man die Baulichkeiten sinnvoll nutzen könnte und gleichzeitig diesen „Schandfleck“, eine optische Augenweide ist das Anwesen derzeit wirklich nicht, beseitigt.

Ein staatliches Förderprogramm ermöglichte einen Architektenwettbewerb in Form einer offenen Planungswerkstatt, an der sich im Juli 2022 drei Architektenteams beteiligten. Die Bevölkerung war dazu eingeladen, durfte mit den Fachleuten zusammen die Baulichkeiten besichtigen und Vorschläge einbringen. Die drei Entwürfe wurden vorgestellt und Planer Walter Böhm und sein Team bekamen den Zuschlag.

Der Entwurf wurde der Regierung von Unterfranken vorgelegt und aufgrund der Anregungen für das Innere der Gebäude mehrmals überarbeitet. Die Planung sieht eine Nutzfläche von rund 200 Quadratmetern vor, wobei der Hauptraum Sitzplätze für 70 Personen, Stehplätze für 105 Personen vorsieht. Das nicht denkmalgeschützte obere Stockwerk der Schmiede wird abgerissen, da seine Last die größten Schäden an der alten Bausubstanz verursacht hat.

Wie sollen die Baulichkeiten genutzt werden?

Alte Schmiede – Erdgeschoss

Flexibler Raum mit Teeküche und angeschlossener Toilettenanlage. Die Gemeinde Gochsheim plant eine Nutzung des Hauptraumes für öffentliche und interne gemeindliche Veranstaltungen und Kulturveranstaltungen an. Dieser Gebäudeteil soll ortsansässigen Vereinen für Versammlungen zur Verfügung gestellt werden, da die bisher zur Verfügung stehenden Räume (AWO-Heim, Fritz-Zeilein-Halle, Bürgersaal) sehr intensiv genutzt werden. Die integrierte Toilettenanlage kann auch für Veranstaltungen auf dem angrenzenden „Kleinen Plan“ genutzt werden.

Wohnhaus

Für das Erdgeschoss ist eine kombinierte Nutzung vorgesehen. Der Musikschule werden aktuell jede Woche an vier Nachmittagen Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt. Es ist vorgesehen, den Unterricht der Musikschule künftig in den neuen Räumen in der
Grettstadter Straße anzubieten. Für den Raum im Obergeschoss ist eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule vorgesehen.

Die Kostenberechnung liegt aktuell bei 2,1 Millionen Euro, die von der Regierung von Unterfranken mit rund 80 Prozent gefördert werden.

Eine Bürgerinitiative der Freien Wähler sammelte 568 Unterschriften, um einen Bürgerentscheid zur Frage „Soll die Gemeinde Gochsheim die geplante Revitalisierung/Generalsanierung der „Alten Schmiede“ stoppen?“ durchzusetzen. Die Unterschriften wurden an den Geschäftsleiter übergeben, wobei 483 für das 10-prozentige Quorum gereicht hätten. Da alle Kriterien für einen Bürgerentscheid erfüllt waren, stimmten alle anwesenden Gemeinderäte der Zulassung und Durchführung zu.

Dieser Bürgerentscheid wird nun am Sonntag, den 21. Juni 2026 über die Bühne gehen und ist mit Ja oder Nein zu beantworten. Bürgerinitiative und Mehrheit des Gemeinderates werden mit der Einladung zum Bürgerentscheid ihre Standpunkte nochmals darlegen können.

Auf den Fotos:

Aktueller Anblick der Schmiede mit Obergeschoss

Vom Planungsbüro Walter Böhm geplante künftige Ansicht

So sah´s früher aus…

Fotos:
Peter Volz
Joachim Wiegmann
Walter Böhm

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