MARKTHEIDENFELD – „Amphibien haben es bei uns nicht leicht“, ist Marktheidenfelds städtischer Umweltbeauftragter Torsten Ruf überzeugt. „Die Klimakrise, zerschnittene Lebensräume, der invasive Waschbär als Fressfeind und der Chytridpilz, auch als Salamanderpilz bekannt, machen ihnen das Überleben schwer“, so Ruf.
Der Umweltbeauftragte beobachtet in den letzten Jahren vor allem im Maintal einen dramatischen Rückgang von Fröschen, Kröten, Molchen, Salamandern und Unken.
Umso erfreulicher ist die Entdeckung, die er kürzlich machen durfte: Der wärmeliebende Springfrosch pflanzt sich in Marktheidenfelds Stadtwald an mehreren Gewässern fort. Der Grund für die Ausbreitung liegt neben zunehmenden Durchschnitttemperaturen für Torsten Ruf auf der Hand: „Forstleute wie unser Stadtförster Thomas Vogel und der zuständige Förster für Kreuzwertheim und Esselbach Gregor Wobschall legen in unseren Wäldern seit Jahren Kleingewässer an“, weiß der Umweltbeauftragte. Die neuen Gewässer sorgen zum einen für den Wasserrückhalt und zum anderen für den Artenschutz. Hunderte solche Teiche liegen rechtsmainisch zwischen Marktheidenfeld und Kreuzwertheim, so Ruf. Entsprechend konnten sich die Amphibienbestände hier in den letzten Jahren erholen und haben sich inzwischen zur Freude des Naturschützers wieder ausgebreitet.
Der im Spessart seltene Springfrosch sieht dem ebenfalls braunen Grasfrosch sehr ähnlich, die beiden Arten lassen sich für den Laien schwer unterscheiden, erläutert Ruf. Gut zu differenzieren sind die Laichballen der Frösche: Das Weibchen des Springfrosches befestigt seine relativ kleinen Laichballen mit je 300 bis 1.500 Eiern unterhalb der Wasseroberfläche an Pflanzenteilen. Die Laichballen des Grasfrosches mit rund 600 – 4.000 Eier je Laichballen werden hingegen oft in Kolonien in Flachwasserbereichen von Stillgewässern frei abgelegt.
Für Torsten Ruf stellt sich die Frage, wie den die aktuelle Verbreitung des Springfrosches im Spessart aussieht. Bekannt sind Vorkommen aktuell aus dem Klingenberger Wald und rund um die linksmainischen Ortsteile von Lohr am Main. Aus dem Raum Aschaffenburg fehlen Nachweise. Er freut sich daher über interessierte Bürgerinnen und Bürger, die ihm aus diesem Gebiet Sichtungen von Springfröschen telefonisch oder per E-Mail melden.
Kontakt
Städtischer Umweltbeauftragter
Torsten Ruf
Luitpoldstraße 17
97828 Marktheidenfeld
Telefon: 09391 5004-36
torsten.ruf@marktheidenfeld.de
Auf dem Bild: Der Springfrosch hat sich im Marktheidenfelder Stadtwald angesiedelt.
Foto: Torsten Ruf

