WÜRZBURG – Zum Beginn des Sommersemesters startet die Stadt Würzburg in Kooperation mit dem Projekt „Miteinander leben & feiern – Allparteiliches Konfliktmanagement in Würzburg“ erneut eine Informationskampagne gegen sogenanntes Wildpinkeln im öffentlichen Raum.
Mit Plakaten im Stadtgebiet und Bierdeckeln in Bars und Kneipen soll auf das Problem aufmerksam gemacht und für mehr Rücksicht gegenüber Anwohnerinnen und Anwohnern geworben werden.
Die Nachtmediatorinnen und -mediatoren des Projekts sind an Wochenenden im Würzburger Nachtleben unterwegs und erleben das Problem regelmäßig aus nächster Nähe: „Bei jedem Einsatz treffen wir auf Personen, die meist in Seitengassen an Hauswände und Straßenecken urinieren – teilweise sogar in Hauseingänge oder auf Fahrräder“, berichtet Jenifer Gabel, Konfliktmanagerin bei „Miteinander leben & feiern“, aus der Praxis.
In vielen Fällen gelinge es, die Betroffenen noch rechtzeitig anzusprechen und zu einem Toilettenbesuch zu bewegen – etwa in einer Bar oder in einem öffentlichen WC. „Doch besonders stark alkoholisierte Personen scheint selbst der kurze Weg zur nächsten Toilette oft zu weit zu sein.“ Der Großteil der Angesprochenen reagierten jedoch einsichtig und reumütig.
Der Kampagnenslogan „Bier rein: 5 € – Bier raus: 55 €“ weist darauf hin, dass Wildpinkeln im öffentlichen Raum mit einem Verwarngeld von mindestens 55 Euro geahndet werden kann. Über einen QR-Code auf den Plakaten und Bierdeckeln gelangen Feiernde zum „Nightlife Cityguide“ von „Miteinander leben & feiern“.
Dort finden sich die geltenden Regelungen im Würzburger Nachtleben sowie die Standorte öffentlicher WCs und „Netter Toiletten“ – also WCs in Geschäften und Gastronomiebetrieben, die auch ohne Konsum genutzt werden können. „Gerade in der Sanderstraße kann in vielen Bars und Kneipen die Toilette genutzt werden, auch ohne Gast zu sein. Es gibt also keine Ausrede: Wer anderen vor die Haustür pinkelt, dem fehlt es schlicht an Respekt“, so Claudia Gogger vom Miteinander-Team.
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

