LANDKREIS RHÖN-GRABFELD – Wie kann Gesundheit dort gestärkt werden, wo Menschen ihren Alltag verbringen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der regionalen Präventionskonferenz, die kürzlich in Bad Neustadt stattfand.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der GesundheitsregionPlus Landkreis Rhön-Grabfeld und dem Gesundheitsamt Rhön-Grabfeld. Ziel war es, Prävention und Gesundheitsförderung gemeinsam weiterzuentwickeln, bestehende Strukturen zu bündeln und neue Impulse für eine nachhaltige Gesundheitsentwicklung in der Region zu setzen.
Prävention rückt stärker in den Fokus des Gesundheitssystems
Angesichts wachsender Herausforderungen im Gesundheitswesen gewinnt die Prävention zunehmend an Bedeutung. Ärztemangel, fehlende Fachkräfte in Pflege- und Gesundheitsberufen, eine steigende Zahl chronischer Erkrankungen sowie eine alternde Gesellschaft stellen das System vor große Aufgaben. Ein überwiegend auf Behandlung ausgerichtetes Gesundheitssystem stößt dabei immer häufiger an seine Grenzen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig anzusetzen und Gesundheit langfristig zu fördern.
Breites Netzwerk an Akteurinnen und Akteuren beteiligt
Wie dieser Ansatz konkret auf kommunaler Ebene umgesetzt werden kann, diskutierten rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen – darunter Senioren-, Kinder- und Jugendarbeit, Schul- und Vereinssport, das Bildungsbüro, der Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt, die Hausärzteschaft, die Krankenkasse AOK, die Kurdirektion sowie das Allianzmanagement des Landkreises.
Die breite Beteiligung machte deutlich, wie vielfältig Prävention im Landkreis Rhön-Grabfeld verankert ist und, dass es bereits zahlreiche Initiativen und Projekte zur Gesundheitsförderung und Prävention gibt. Zugleich wurde hervorgehoben, dass die Sichtbarkeit dieser Angebote weiter verbessert werden soll, damit Bürgerinnen und Bürger sie künftig noch leichter wahrnehmen und gezielter nutzen können.
Masterplan Prävention als Orientierung für die Region
Im Rahmen der Konferenz wurde auch der kürzlich veröffentlichte „Masterplan Prävention“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention vorgestellt. Dessen Ziele und Leitlinien wurden eingeordnet und mit Blick auf die Situation im Landkreis Rhön-Grabfeld diskutiert. Der Masterplan bietet eine wichtige Orientierung für die Arbeit vor Ort, stärkt bestehende Angebote und eröffnet neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche.
Ergänzend dazu wurde das Landesprogramm „Sport vor Ort“ präsentiert, das kostenlose und niedrigschwellige Bewegungsangebote im öffentlichen Raum fördert. In der anschließenden Austausch- und Diskussionsrunde rückte die konkrete Präventionsarbeit im Landkreis in den Fokus: Bestehende Maßnahmen wurden sichtbar gemacht und Bedarfe identifiziert.
Zentrale Handlungsfelder: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit
Besonders deutlich zeigte sich in den Diskussionen zusätzlicher Handlungsbedarf in den Bereichen Gesundheitskompetenz, Bewegung, Ernährung und psychischer Gesundheit. Zu diesen Themen wurden im Anschluss erste Ansätze für zukünftige Kooperationen diskutiert und entwickelt.
Gemeinsames Ziel: Nachhaltige Gesundheitsförderung im Landkreis
Der offene Austausch machte deutlich, wie groß die Bereitschaft ist, Prävention gemeinsam weiterzuentwickeln. Ziel bleibt es, die Gesundheitschancen für alle Menschen im Landkreis Rhön-Grabfeld zu verbessern und präventive Angebote dauerhaft im Alltag zu verankern. Das Gesundheitsamt und die GesundheitsregionPlus wollen diesen Prozess auch künftig aktiv begleiten und die Zusammenarbeit der regionalen Akteurinnen und Akteure weiter stärken.
Auf dem Foto: Gemeinsam für Prävention im Landkreis Rhön-Grabfeld: Rund 30 Akteurinnen und Akteure aus Gesundheitsförderung und Prävention kamen zur ersten regionalen Präventionskonferenz in Bad Neustadt zusammen. Die Veranstaltung markierte den Startschuss für die Umsetzung des Masterplans Prävention des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention auf kommunaler Ebene. (Foto: Lisa Bonfig)

