Ein „Sprüchbeudl“ mit Drang nach rechts? Aktuell wird OB-Kandidat Oliver Schulte heftig kritisiert, der sich laut AfD selbst ins Knie geschossen hat

Ein „Sprüchbeudl“ mit Drang nach rechts? Aktuell wird OB-Kandidat Oliver Schulte heftig kritisiert, der sich laut AfD selbst ins Knie geschossen hat

SCHWEINFURT – Kommenden Sonntag ist es soweit. Ralf Hofmann (SPD) oder Oliver Schulte (CSU) wird nach der Stichwahl der neue Schweinfurter Oberbürgermeister heißen. Nach Wahlrunde eins sieht es nach einem Wechsel im Rathaus aus.

Und auch danach nahm die Kritik an Oliver Schulte zu. Vorher schon warf ihm die ausgeschiedene Kandidatin Dr. Ulrike Schneider den CSU-Slogan um die Ohren. „Besser für Schweinfurt!“ solle Schulte als kommender OB sein. Dr. Schneider bemerkte, dass der Kandidat seit Jahren im Stadtrat sitzt und jede CSU-Entscheidung mitgetragen habe, die Schweinfurt auf Talfahrt brachte. Egal ob es sich um das leidige Thema Landesgartenschau handelte, das neue und heftig diskutierte Stadtbusnetz oder den geplanten und verhinderten Einkaufscenter im Stadtteil Oberndorf.

Als Oliver Schulte dann gleich nach den Wahlen verkündete, er warne vor einem nach links rückenden Schweinfurt und werde im neuen Stadtrat dennoch auf keinen Fall mit der rechten AfD zusammen arbeiten, die mit eindeutig verstärkter Fraktion ins Rathaus einzieht, reagierte die AfD sofort via soziale Medien und zeigte eine gezeichnete Person, die sich gerade selbst ins Knie geschossen hatte.

„Diese Meinungen kann man vertreten“, bezieht sich der Kreisverband Schweinfurt-Stadt damit auf Schultes Ankündigung. „Man wird dann aber auch damit leben (und verlieren) müssen, wenn die 19 % Wähler der AfD keine große Motivation verspüren, dem Kandidaten der CSU ihre Stimme zu geben. Schulte hat erkennbar nur eine Chance, wenn er die Wähler der unterlegenen Kandidaten für sich gewinnt und motiviert, ihm ihre Stimme zu geben.“ Auch Schneiders Initiative Zukunft/ödp gab diese Wahlempfehlung nicht ab, freilich auch nicht für den SPD-Kandidaten Hofmann.

Und dann tauchte da ein Video auf Instagram am Samstag auf. Kurz vor Mittag verkündete Oliver Schulte, er sei seit 9 Uhr in der Innenstadt unterwegs und habe um die 200 Betriebe besucht, mit tollen Gesprächen.

www.mainfranken.news erreicht daher die Zuschrift eines Lesers, die nicht genannt werden will, der aber zum einen ein wertvolles Dokument sendete: Das Gedicht eines Lollus, unten zu lesen. „Der Lollus römm´d auf“ ist es unterschrieben. Darüber Reime wie „Im Grabe gedreht hab´ich mich heut Nacht, weil der Schulte nur ´Weiter so´ Späßli macht“. Oder: „Und wer nur Werbung macht und Sprüch, der kann zum Kartoffeln schäln nei die Küch!“ Unten, unterhalb das Links, sind Gedicht und der Knieschießer zu sehen.

Der Zusender des Gesichts bemerkte, dass Schulte nur eine PR-Show ohne Bodenhaftung betreibe. Maximale Präsenz auf riesigen Bannern mit Hochglanz-Optik reiche aber nicht aus, denn es gehe um das Wohl von Schweinfurt.

Und er kritisierte konkret die jüngste PR-Aktion. 200 Geschäfte habe Schulte in maximal vier Stunden besucht. Das würde knapp etwas mehr als eine Minute pro Innenstadt-Laden bedeuten. Dazu kommt die Wegzeit. Das sei ein für dumm Verkaufen der Bürger, der solche überzogenen Inszenierungen erkenne, was der gesamten Politik schade. Das sei nicht ehrlich und nur ein PR-Märchen. In Schweinfurt nenne man solche Menschen „Sprüchbeudl“.

https://www.instagram.com/reels/DV0tS_Uozg5

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert