SCHWEINFURT – Bei den Schweinfurter Stadtratswahlen musste die CSU eine herbe Pleite einstecken und verlor 12 Prozent auf jetzt 26,1, ist somit nur noch knapp die stärkste Kraft vor der SPD/Volt (25,9).
Die Grünen büßten dramatische 6,7 Prozent ein auf nun nur noch 7,6 Prozent. Die AfD gewann 10,7 auf nun 19,1 Prozent hinzu. Die Freien Wähler (nun 9,2, bedeutet 2 Prozent mehr) überholten die Grünen, die Initiative Zukunft /ödp mit nun 5 Prozent zogen an den verlierenden Linken (nun 4,4) vorbei.
Bei der Sitzverteilung bedeutet das: CSU und SPD/Volt sind mit je 12 Stadträtinnen und Stadträten nun gleichauf, gefolgt von der AfD (8). Die Grünen (nun nur noch 3) und die Linken (2) verlieren ebenso wie die CSU. Dafür gewinnen die Freien Wähler (4) und die Initiative Zukunft (2) je einen Sitz. Für FDP-Oberbürgermeister-Kandidat Axel Schöll hat sich der Wahlkampf insofern gelohnt, als dass er im Stadtrat auf Georg Wiederer folgte – freilich wieder als Alleinkämpfer.
Bislang hatten die CSU 17 Sitze und die Grünen 6 – weshalb sie zusammen eine Mehrheit bilden konnten. Damit ist es nach dem Verlust von acht (!) Plätzen nun vorbei. Die AfD hat sich verdoppelt, die SPD (mit Volt) vier Sitze gewonnen. Es wird künftig also spannend, und ein Ende der jahrelangen CSU-Klüngelei scheint vorbei. Unabhängig davon, wer neuer Oberbürgermeister wird.
Beachtlich: Ralf Hofmann (SPD/Volt) bekam die deutlich meisten Stimmen. Auf ihn folgen alle acht AfD-Kandidateh und erst danach der zweite OB-Kandidat Oliver Schulte (CSU). Sorya Lippert, gewählte, amtierende CSU-Bürgermeisterin, sitzt künftig für SPD/Volt im Stadtrat, ebenso Frank Firsching (früher die Linke). Michal-Zaiser Christiane (bisher prochweinfurt) zieht für die CSU ein. Axel Kröner ist künftig der Mitstreiter von Dr. Ulrike Schneider bei der Initiative Zukunft, die Bundestagsabgeordnete Agnes Conrad soll für die Linken an der Seite von Andrea Greber sitzen. Sabrine Neckov verstärkt die Freien Wähler.
Die großen Verlierer der Wahlen sind beispielsweise die bisherigen und abgewählten CSU-Stadträte Reimund Maier, Ljubow Hurlebaus oder Werner Christoffel. Letzterer trat die vergangenen Jahre stets nur in Erscheinung, wenn er den Eilantrag stellte, eine Diskussion sofort zu beenden, wenn Dr. Ulrike Schneider Missstände aufdecken wollte. Bei den Grünen gibt es für Nicolas Lommatzsch, Barbara Mantel und Johanna Häckner kein Weiter so, sie scheiden aus dem Schweinfurter Stadtrat aus. Genauso wie die Linken oder die CSU traten sie in Teilen der Medien überhaupt nicht in Erscheinung.
Und sie bilden den künftigen Schweinfurter Stadtrat, es handelt sich laut Stadt um ein vorläufiges Ergebnis.
Bewerberin/Bewerber Partei Stimmen
Hofmann Ralf SPD/Volt 13.138
Dr. Felsner Thomas AfD 11.323
Graupner Richard AfD 11.236
Madeiski Sebastian AfD 10.145
Beitler Oleg AfD 10.054
Gitter Roberto AfD 9.836
Übel Melanie AfD 9.816
Beitler Liana AfD 9.805
Paschke Olaf AfD 9.736
Schulte Oliver CSU 9.604
Lippert Sorya Leonie SPD/Volt 9.152
Hofmann Peter SPD/Volt 8.197
Firsching Frank SPD/Volt 7.298
Stockinger-von Lackum Stefanie CSU 7.009
Petersen Kathi SPD/Volt 6.932
Dr. Weiß Bernd CSU 6.876
Uehlein Niklas Stefan CSU 6.717
Dittert Florian CSU 6.495
Hader Uli CSU 6.480
Dahms Alexander CSU 6.420
Funk Stefan CSU 6.223
Labus Stefan Freie Wähler 6.206
Prowald Marianne SPD/Volt 6.157
Schmeltzer Anne SPD/Volt 5.945
Feyh Axel SPD/Volt 5.852
Michal-Zaiser Christiane CSU 5.841
Breitkopf Maurice CSU 5.826
Dr. Schneider Ulrike ZUKUNFT./ÖDP 5.800
Rehberger Klaus CSU 5.508
Große Karolin CSU 5.466
Both Marion SPD/Volt 5.283
Durukan Özcan SPD/Volt 5.177
Petersen Paul SPD/Volt 4.945
Schöll Axel FDP 4.944
Rethschulte Ayfer GRÜNE 4.929
König-Deeg Tanja SPD/Volt 4.845
Laschka Holger GRÜNE 4.212
Bebersdorf Dagmar FREIE WÄHLER 4.028
Schön Adi FREIE WÄHLER 3.818
Neckov Sabrina FREIE WÄHLER 3.635
Dr. von Hirschhausen Reginhard GRÜNE 3.356
Greber Andrea Die Linke 3.221
Conrad Agnes Die Linke 2.962
Kröner Axel ZUKUNFT./ÖDP
Grafik: @ Stadt Schweinfurt

