ODENWALD – Es gibt sie, die Klassiker-Städte im Odenwald wie Michelstadt, das man natürlich unbedingt besuchen sollte. Unsere Reise aber führte nun über ein paar andere Stationen und beinhaltet auch Aufenthalte in Darmstadt und in Tauberbischofsheim. Unser Ausflug führte nach…
- Tauberbischofsheim: Fechten? Dafür ist das Städtchen an der Tauber bekannt, das man von Schweinfurt aus über die Autobahn und über Würzburg locker und ohne Probleme in einer Stunde erreichen kann. Doch es gibt natürlich mehr zu sehen als den Olympiastützpunkt. Beispielsweise einen Altort mit lang gezogener Fußgängerzone, den Marktplatz mit neugotischem Rathaus, ganz viel Fachwerk, Türme, ein Bauernhofmuseum und natürlich die Distelhäuser Brauerei. In Tauberbischofsheim beginnen das liebliche Taubertal und die romantische Straße.
- Külsheim: „Stadt der Brunnen“ wird der kleine, knapp über 5000 Einwohner zählende Ort genannt, der 14 Kilometer hinter Tauberbischofsheim an sich auf keiner Strecke liegt, die man unbedingt befahren muss. Wer den Umweg wählt, kann in einem kleinen Altort mit Schloss, einer mittelalterlichen Vierecksburg, genau 18 Brunnen besichtigen. Interessant und irgendwie eine Querverbindung zu Schweinfurt: Bis 2004 war Külsheim (wie übrigens auch Tauberbischofsheim) Bundeswehrstandort dank seiner Prinz-Eugen-Kaserne. Die Schließung hat den Ort arg getroffen.
- Breuberg: Von Külsheim fährt man über Miltenberg und erreicht dann irgendwann Breuberg mit seiner mächtigen Burg. Sie gehört zu den größten und am besten erhaltenen Burgen im ganzen süddeutschen Raum. Die Tatsache, dass die Burg immer bewohnt war, erklärt den noch heute so guten Zustand der gesamten Anlage. Über die Jahrhunderte hinweg wurde sie immer wieder einem anderen Nutzen zugeführt. So war sie Vogteiburg, Residenz gräflicher und fürstlicher Familien, aber auch Landratsamt, Lager für Fremdarbeiter im 2. Weltkrieg und sogar Sitz einer Spielzeugfabrik. Heute befindet sich eine der schönsten Jugendherbergen, eine Gaststätte und das Breuberg-Museum auf der Burg.
- Groß-Umstadt: …. liegt nur wenige Kilometer von der Burg in nördlicher Richtung. Die „Odenwalder Weininsel“ mit ihren knapp 22.000 Einwohnern gehört zum Landkreis Darmstadt-Diebach. Hier wird Wein angebaut, ist das jährliche Winzerfest ein großes Ereignis. Eine große portugiesische Gemeinde in der Stadt trägt zum Bild bei. Wer sich im Sport auskennt: Die lokalen Handball-Männer spielen in der 3. Bundesliga Süd mit. Sehenswertester Ort der Stadt ist Groß-Umstadts Marktplatz mit dem Renaissance-Rathaus. Von hier aus führen Gassen mit zahlreichen Fachwerkhäusern zu sechs von ehemals sieben Schlössern oder Adelshöfen.
- Darmstadt und da….
** Böllenfalltor: Als Fußballfan muss man es natürlich gesehen haben: Das Stadion Böllenfalltor in Darmstadt, der Heimat des momentanen Drittligisten, der Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre auch schon mal über 30.000 Fans anlockte. Das Stadion ist in die Jahre gekommen, vom alten Schlag, gerade deshalb natürlich faszinierender als diese ewig gleichen Arenen, die heutzutage hochgezogen werden. Kaum 12 Jahre ist es her, als hier Steffen Rögeles Freistoßtor dem FC 05 einen Sieg beschwerte, der live im hessischen Fernsehen übertragen wurde. Danach stiegen die Schnüdel bekanntlich in die 2. Liga auf. Darmstadt 98 würde gerne die 3. Liga halten und ein neues, zeitgemäßes Stadion bauen.
(Anm.d.Red: Der Beitrag ist bereits 13 Jahre alt. Mittlerweile steht das neue Stadion und Darmstadt spielte 3 Jahre in der 1. Bundesliga…)
** Waldspirale: Inmitten des Wohngebietes wurde von 1998 bis 2000 ein zwölfstöckiges Gebäude errichtet, das ganz im Zeichen der Architektur des leider kurz vor der Vollendung verstorbenen Friedensreich Hundertwasser steht. 105 Appartements beherbergt der bunt angemalte Block, bei dem keine zwei Fenster gleich zu sein scheinen. Die Goldenen Zwiebelstürme auf dem Dach fallen schon aus weiter Entfernung auf, ebenso die hoch droben gepflanzten Bäume. Auch die Gartenanlage ist höchst sehenswert.
** Mathildenhöhe: Im Osten der 100.000 Einwohner-Stadt hat diese Künstlerkolonie mit ihren vielen Bauten ganz große Anziehungskraft. Der fast 50 Meter hohe Hochzeitsturm mit seinen fünf Dachbögen, Platanenhain oder die Russische Kapelle mit ihrer Brunnenanlage neben den vielen historischen Häusern faszinieren. Der Turm gilt als Wahrzeichen Darmstadts.
** Eisstadion: Eishockey in Darmstadt? hat keine Tradition! Doch weil das Eisstadion gleich neben der Waldspirale liegt, bekommt es einen Besuch aus Schweinfurt. Das unterklassig spielende Eishockeyteam, die Darmstadt Dukes, hat derzeit mal wieder finanzielle Sorgen, würde seit Jahren schon zu gerne mal in der Oberliga spielen (wo die letzten Jahre die Löwen aus Frankfurt der Gegner gewesen wären). Doch selbst dann wäre in der Halle kaum Platz gewesen: Es gibt lediglich Sitzplätze, auf drei Seiten befinden sich nur Wände. Ohne Neubau und Eishockey-Boom wird das wohl nicht für überregionale Schlagzeilen sorgen.
Unser Bilder zeigen jeweils Impressionen, zu sehen sind die Burg Breuberg, Tauberbischofsheim (2 Fotos), das alte Stadion Böllenfalltor in Darmstadt (2), das Eisstadion in Darmstadt (2), die Mathildenhöhe in Darmstadt (2), die Waldspirale in Darmstadt (2), Groß-Umstadt (2) und letztlich Külsheim.















