BRÜNNAU – Nach fünf Saison ins der Kreisklasse spielt der SC Brünnau nun bereits das vierte Jahr in der A-Klasse Schweinfurt 2. Nach den Plätzen sechs, acht und sieben scheint in dieser Runde mal so richtig was möglich zu sein.
28 Punkte nach 13 der 20 Saisonparten bedeuten Platz zwei, sogar Tabellenführer Geisepwind ist bei vier Zählern Distanz noch in Reichweite. Allerdings sitzt die SG Volkach 2 den Brünauern auch noch im Nacken. Fünf der finalen sieben Partien bestreitet der SC zuhause, darunter Anfang April das Gipfeltreffen mit dem TSV Geiselwind.
Mit Christian Hein und Daniel Schmidt beantworteten die beiden Spielertrainer die Fragen beim Halbzeit-Interview von www.mainfranken.news.
10 Punkte sind perfekt, deren 0 der Oberflop. Wie bewertet Ihr Eure erste Saisonhälfte – und warum?
Hein / Schmidt: Wir würden die erste Saisonhälfte als eine 8 bewerten. Wir haben nur ein Spiel verloren und viele Punkte gesammelt. Mehr geht natürlich immer! Teilweise haben wir auch unglücklich verloren oder unentschieden gespielt. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit der bisherigen Saison und der Entwicklung des Teams.
Welches war das bisher beste Spiel und welches das schlechteste? Und jeweils: Warum?
Hein / Schmidt: So komisch wie es sich anhört: Gegen Geiselwind haben wir eine bärenstarke erste Halbzeit gespielt, leider aber viel zu viele Chancen gebraucht. Am Ende verlieren wir sogar das Spiel. Sehr zufrieden waren wir auch mit dem Spiel gegen Reupelsdorf, welches uns in die richtige Spur gebracht hat und letztlich auch unsere „Kerm“ versüßt hat. Auch gegen Volkach waren wir sehr effektiv und haben sogar etwas überraschend hoch gewonnen.
Das schlechteste Spiel war eventuell das Letzte gegen Heidenfeld / Hirschfeld 2. Da haben wir uns sehr schwergetan und glücklicherweise mit zwei schönen Standardtoren doch noch gewonnen.
Was hat Euch bisher in der Liga am meisten überrascht?
Hein / Schmidt: Puh, eigentlich waren wenige Überraschungen dabei. Die Favoriten mit Geiselwind und Volkach spielen erneut vorne mit. Uns hatte da im Vorfeld vielleicht keiner unbedingt auf dem Schirm. Insgesamt hätten wir die Liga aber so erwartet.
Wer ist für Euch der Spieler der Hinrunde: Bei Euch und in der Liga?
Hein / Schmidt: In der Liga hat Ivo Königer, nicht nur gegen uns, vor allem am Anfang losgelegt wie die Feuerwehr, und deshalb würden wir ihn zum besten Spieler der Hinrunde auserkoren. Im eigenen Team einen Spieler herauszupicken, das wäre nicht richtig. Wir sind froh, dass eigentlich jeder Spieler bei uns einen Schritt nach vorne gemacht hat und sich alle füreinander einsetzen. Wir haben eine insgesamt starke und sehr ausgeglichene Mannschaft!
Nach dem letzten Spieltag 2026 steht Ihr auf welchem Platz und erreicht den genau dann, wenn was passiert?
Hein / Schmidt: Naja wir stehen gerade auf dem zweiten Platz und würden diesen natürlich sehr gerne verteidigen! Volkach wird sicherlich bis zum Ende um den Relegationsplatz mitspielen. Da wir nur noch sieben Spiele haben, wird es sehr auf die Vorbereitung und die ersten Spiele ankommen. Viele Federn dürfen wir wohl nicht mehr lassen. Der dritte Platz wäre im Vergleich zu letzter Saison zwar auch schon ein Erfolg, jedoch gerade vielleicht auch im Hinblick auf die tolle Entwicklung der Mannschaft eine kleine Enttäuschung. Mal sehen wie die ersten Spiele der Rückrunde verlaufen!
Was war für Dich DER außergewöhnlichste Moment der ersten Halbserie?
Hein / Schmidt: Außergewöhnlich, weil es so selten auftritt, war unser Gastspiel bei Heidenfeld. Auf dem Spielfeld konnte man kurz vor Anpfiff wegen dichtem Nebel kaum zum anderen Tor schauen bzw. auf die andere Seite des Feldes. Zum Glück für uns entschied der Schiedsrichter, dass trotzdem angepfiffen wird.
Bei welchem Auswärtsspiel hat´s Euch am besten gefallen und bei welchem Heimspiel waren die Gegner besonders gesellig?
Hein / Schmidt: Besonders gesellig sind uns die Volkacher in Erinnerung geblieben, die trotz der Niederlage noch relativ lange bei uns geblieben sind und entspannt ein Bier getrunken haben. Sehr sympathisch!
Auswärts saßen wir noch relativ lange in Lülsfeld und Kolitzheim.
Wird sich den Winter über im Kader etwas verändern?
Hein / Schmidt: Im Grunde wird sich der Kader nicht groß verändern. Schon kurz vor der Winterpause ist aber noch Jeremy Bromberger zu uns gestoßen, der berufsbedingt aus Mittelfranken ins schöne Unterfranken gekommen ist. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass er auf uns gestoßen ist und direkt zugesagt hat.
Werdet Ihr als Trainer über den nächsten Sommer hinaus weiter machen? Wenn nein, was habt Ihrvor und wer wird der Nachfolger?
Hein / Schmidt: Ich, Christian, hatte vor der Saison angekündigt, dass ich nach der Saison aufhöre. Da sich die Mannschaft aber so gut entwickelt hat und bisher auch keinerlei „Abnutzungsspuren“ zu beobachten sind, habe ich dann doch kurz vor Weihnachten für die Saison 2026/2027 verlängert. Neben der sportlichen Entwicklung des Teams wollte ich meine eigene „Karriere“ auch nicht verletzt beenden. Das war auch ein sehr wichtiger Faktor, noch eine Saison dranzuhängen. Zudem hatte Daniel angekündigt auch weiterzumachen, falls ich verlängere und wir harmonieren als Trainerteam insgesamt sehr gut.
Wie schaut das Testspiel-Programm aus, gegen wen geht es um Punkte wieder los?
Hein / Schmidt: Wir haben diesen Winter Wonfurt und Aschbach 2 als Gegner. Ein weiterer Testspielgegner wird derzeit noch gesucht. Wir wollten mal gegen ein paar fremde Mannschaften antreten, die wir bisher noch nicht kennen. Außerdem gehen wir noch nach Pilsen in ein Trainingslager, was quasi der Höhepunkt der Vorbereitung sein wird. Neben dem sportlichen Aspekt soll natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Das erste Punktspiel haben wir am 15.03. gegen Geusfeld 2, wo wir natürlich topfit sein wollen.
Thema Nationalmannschaft: Sind Nagelsmanns Jungs auf dem Weg, um 2026 Weltmeister zu werden?
Hein / Schmidt: Derzeit sind die Leistungen der Nationalmannschaft noch zu durchwachsen. Teilweise sind super Spiele dabei, dann wieder echt gruselige Auftritte. Da spielen andere Nationalmannschaften wie Argentinien, Spanien oder Frankreich solider.
Sollte man per Gesetz beschließen, beim FC Bayern München die Punkte zu halbieren, damit die Bundesliga wenigstens ein bisschen spannend wird?
Hein / Schmidt: Der FC Bayern hat sich im Laufe der letzten Jahre einfach das Monopol auf die Meisterschaft erarbeitet. Wieso sollten da jetzt Veränderungen getätigt werden? Nein, das ist Blödsinn.
Was muss man beim 1. FC Schweinfurt 05 machen, damit sich die Schnüdel mal etablieren können im Profifußball?
Hein / Schmidt: Bei so vielen Punkten Rückstand ist der Abstieg wohl schon besiegelt. Der Sprung in die dritte Liga war anscheinend doch zu groß, obwohl die Idee, Spieler aus der Gegend zu holen, die höher gespielt haben, eigentlich sinnig erschien. Im Fußball ist es aber einfach auch wichtig, dass sich aus vielen einzelnen Spielern ein passendes Team – sportlich und menschlich – entwickelt. Das ist von außen, rein punktetechnisch, noch nicht zu beobachten.
Wir danken für das Gespräch und wünschen für 2026 alles Gute!



