KITZINGEN – Rund 50 Menschen versammelten sich trotz leichtem Regen am Dienstagvormittag am Ehrenmal am Neuen Friedhof, um dem „schlimmsten Tag in der Kitzingen Stadtgeschichte“ zu gedenken, wie es Oberbürgermeister Stefan Güntner in seiner Rede formulierte.
Rund 700 Menschen starben am 23. Februar 1945, als 176 Bomber in fünf Wellen rund 2100 Sprengbomben über Kitzingen abwarfen. Frauen und Kinder erstickten in den Luftschutzkellern oder wurden von der Wucht der zerstörten Gebäude erdrückt. Güntner verlas ein Gedicht des Zeitzeugen Herfried Apel, der seine Erlebnisse in einem Buch festgehalten hatte.
Dessen Beschreibungen von den Stunden im Luftschutzkeller bezeichnete der OB als eindringlich, bewegend und ergreifend. Das Motto des Katholikentages 2026 in Würzburg griff Diakon Jörg Kornacker in seiner Ansprache auf. „Hab Mut – Steh auf“ passe auch zu den Menschen von damals und diene als Aufruf in aktuellen Zeiten. Die Angst vor Krieg und Angriffen nehme angesichts der weltweiten Auseinandersetzungen wieder zu, weshalb wieder Menschen mit Mut gefragt sind.
Menschen, die sich für die Werte in der Gesellschaft und für die Demokratie einsetzen. Dekanin Kerstin Baderschneider betonte, dass Kriege immer menschengemacht sind und durch Machtstreben, Egozentrik und Lügen Einzelner entstehen. Mit einem Friedensgebet endete die Gedenkfeier, die vom Evangelischen Posaunenchor umrahmt wurde.
Auf dem Bild: Oberbürgermeister Stefan Güntner und rund 50 Personen gedachten den Opfern des Luftangriffes vom 23. Februar 1945.

