Warum am Humboldt-Gymnasium die deutsch-französische Freundschaft gerne gefeiert wird

Warum am Humboldt-Gymnasium die deutsch-französische Freundschaft gerne gefeiert wird

SCHWEINFURT – 15 Französischklassen in der Aula, überall Attraktionen wie am Volksfest, leckerer Crêpe-Duft liegt in der Luft. So feiert das Alexander-von-Humboldt Gymnasium alljährlich die deutsch-französische Freundschaft.

Laura aus der 13. Jahrgangsstufe beobachtet im Trubel die Jüngeren und findet: „Der Tag stellt das Positive in den Vordergrund. In der Oberstufe lernt man viel über Konflikte in französischsprachigen Ländern, aber Frankreich ist ein Land, das schon alleine mit seiner Musik pure Lebensfreude ausstrahlt. Es ist einfach schön, wenn die Kleinen Spaß daran haben, ihren Eiffelturm zu basteln.“

Französisch zu lernen beinhaltet eben nicht nur Lesen, Schreiben, Grammatik und Aussprache, sondern auch Fühlen und Schmecken. Entsprechend lang sind die Schlangen vor dem Verkaufsstand mit Waffeln und Crêpes, aber auch vor dem improvisierten „Café de Paris“ mit seinen Baguettes, Tartes und Quiches.

Nach dem ersten Rap-Auftritt der 6. Klassen in französischer Sprache mit toller Choreographie blicken die Schülersprecher/-innen und Moderatoren/-innen nachdenklich auf die deutsch-französische Geschichte und rücken einen zweiten Aspekt in den Vordergrund: Es ist ein großes Glück für uns, dass zerstrittene Staatsmänner 1963 die deutsch-französische Freundschaft besiegelt haben und nach über 80 Jahren voller kriegerischer Auseinandersetzungen über ihren Schatten gesprungen sind.

Am AvH springen dann im Anschluss alle beteiligten Französischlernenden, denn bei „1, 2 oder 3“ sind ihre landeskundlichen Kenntnisse gefordert. Jede Klasse steuert ihren Teil zum Fest bei, die Stände mit Glücksrad, Karaoke, „Reise nach Paris“, Fotobox und Kahoot sind gut besucht, die Aula verlässt kaum jemand ohne französisches Tattoo.

Dennoch bleiben Felix und Miles aus der Oberstufe kritisch: Wieso gibt es keine offizielle Feier mit europäischem Schwerpunkt? Warum feiern wir eigentlich den Tag der deutschen Einheit nicht enthusiastischer? Und damit ist ein weiteres Ziel unseres Gedenktages erreicht: Das Bewusstsein für im Laufe der Geschichte hart erkämpfte Errungenschaften ist da, ein friedliches Zusammenleben der Völker kommt nicht von ungefähr. Auch wenn die Jugend am Aufbau des Friedens in Europa noch nicht beteiligt war, für eine friedliche Zukunft ist sie mitverantwortlich.

Text und Foto: Christine Herfurth

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