Bavaria ruft, Ulrike Schneider tritt an: Und das als einzige Frau neben sechs männlichen Kandidaten, die den Chefsessel in Schweinfurt besetzen wollen

Bavaria ruft, Ulrike Schneider tritt an: Und das als einzige Frau neben sechs männlichen Kandidaten, die den Chefsessel in Schweinfurt besetzen wollen

SCHWEINFURT – Auslöser für die bayernweite, überparteiliche Kampagne „Bavaria ruft!“ ist die Erkenntnis, dass Frauen in der Politik nach wie vor unterrepräsentiert sind. Besonders eklatant: In den bayerischen Rathäusern sind nur 10% der Bürgermeisterposten von Frauen besetzt.

Und auch hier in Schweinfurt sieht die Lage nicht besser aus. Um die Nachfolge an der Spitze der Stadtverwaltung bewerben sich sieben Kandidaten, darunter nur eine einzige Frau: Dr. Ulrike Schneider.

„Frauen gehen anders an Politik heran – sind meist konsequenter und haben stärker das großen Ganze im Blick“, meint die jüngste Kandidatin der Liste, Kristina Herbst. Sie hat sich von der konsequenten Ausrichtung auf mehr Nachhaltigkeit überzeugen lassen und tritt als erst 28 Jahre alte Lehrkraft ein erstes Mal auf der Liste Zukunft.ödp für den Stadtrat an. „Es geht nicht, dass ein überwiegend männlich besetztes Gremium, nämlich mit dem OB 65%, eine Politik machen, die so wenig nachhaltig und auf die Zukunft ausgerichtet ist wie derzeit“, kritisiert Herbst und führt die schlechte Haushaltsführung und dahin dümpelnde Großprojekte als Negativbeispiele an. Wichtig sind ihr auch die Verbindungen zu Menschen – vor allem zu Menschen, die es in dieser Gesellschaft nicht ganz so leicht haben. Auch hier sieht sie die Initiative Zukunft.ödp als die richtige Plattform mit ihren vielen Bürgerbegehren, durch die den Bürgern eine Stimme gegeben wurde.

Mit ihren 95 Jahren die älteste Kandidatin auf der Liste Zukunft.ödp ist Gudrun Dimigen. Geistig fitter als so mancher Mittesiebziger steht auch sie voller Überzeugung hinter der Oberbürgermeisterkandidatin, die sie vor allem wegen ihrer Geradlinigkeit, wegen ihres Rückgrats und ihrer fundierten Ausbildung schätzt. Eine Frau, die ihren Weg geht und denkt wie sie spricht und handelt wie sie denkt, ist mir um einiges lieber als das Männer dominierte Geflecht, das die ganzen letzten Jahre die Geschicke dieser Stadt schlecht gelenkt hat“, so Dimigen.

Wobei auch sie weit entfernt ist, dies vorrangig am Geschlecht festzumachen. Ihre einstige Schülerin Ulrike Schneider habe seit ihrem Abitur am Celtis-Gymnaisum eine ganze Reihe von Leitungsfunktionen in Wirtschaft, öffentlichem Dienst und Stiftungswesen inne. Mit dieser Expertise könne sie auch diese Stadt gut führen“, so Dimigen überzeugt. Mit Schwerpunkten, die auch Gudrun Dimigen wichtig sind wie sparsames Wirtschaften, die Bewahrung der Schöpfung und die Rücksicht auf ältere Menschen in dieser Stadtgesellschaft. Warum sie kandidiert? Weil Christsein bedeutet, dass einem die Menschheit nicht egal sein kann, weil sie sich einbringen will, weil sie für Werte eintreten will.

Und die Kandidatin selbst? Sie sieht echte Gleichberechtigung erst dann gekommen, wenn ohne Quote und ohne Gendern ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in verantwortungsvollen Positionen existiert. Davon sei man leider noch meilenweit entfernt. Ansonsten sieht sie das Problem eher im fehlenden Kampfgeist, in der Mainstream-Mentalität, die weit ausgeprägter sei als noch vor zwanzig Jahren. Jedes Ringen um Entscheidungen, jedes Veto gegen eine Fehlentscheidung wird als persön-licher Affront gewertet – am besten segelten die Ja-Sager und die Schweigenden durchs Stadtparlament. Auf die Frage, wo das alles noch hinführen soll, antwortet sie nachdenklich – weiter nach unten, wenn wir so weitermachen.

Das nimmt Moderatorin Anette Klotzek auf und appelliert an den voll besetzten Saal, für die Liste 7 der Zukunft.ödp zu votieren, damit der konstruktiv-kritische Ansatz im Stadtrat mehr Gewicht bekommt. „Wir müssen nachhaltiger leben – sonst haben wir keine Zukunft“, so Klotzek, die ab März eine Bavaria an der Spitze des Stadtrates sehen möchte. “Ulrike Schneider wird vieles anders und besser machen als ihre Mitbewerber – im Gegensatz zu diesen hat sie es in den letzten Jahren im Stadtrat immer wieder bewiesen“, so Anette Klotzek.

Zum Programm der Initiative ZUKUNFT.ÖDP siehe www.zukunft-schweinfurt.de
Zur Website der OB-Kandidatin siehe www.ulrike-schneider.com

Auf dem Bild von links: Oberbürgermeisterkandidatin Ulrike Schneider, älteste Listenkandidatin Gudrun Dimigen, jüngste Listenkandidatin Kristina Herbst
Bildrechte: Karin Linsner

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