MELLRICHSTADT – Am Sonntag, den 8. Februar wurde in der Kreisgalerie in Mellrichstadt die Ausstellung „Spielarten des Ungegenständlichen“ von Günther Lamprecht eröffnet. Bei der Ausstellungeröffnung herrschte dichtes Gedränge, das Interesse war groß, so dass einige Gäste den Reden vom Flur aus folgen mussten.
Diesmal gestalten die abstrakten Gemälde des Großbardofer Künstlers Günther Lamprecht die Ausstellungsräume. Bürgermeister Michael Kraus begrüßte seitens der Stadt die zahlreichen Gäste und zeigte sich erfreut über den großen Besucherzuspruch. In diesem Zusammenhang betonte er die große Akzeptanz, die die Kreisgalerie in der Bevölkerung genieße. Sie sei eine bedeutende kulturelle Einrichtung für die Region und erfahre auch überregionalen Zuspruch.
Josef Demar, als stellvertretender Landrat, hatte extra darum gebeten, bei der Eröffnung das Grußwort zu sprechen, denn er ist seit langem mit Günther Lamprecht befreundet und stolz darauf diesen ausgewöhnlichen Künstler in seiner Gemeinde zu haben.
Die Einführung ins Werk übernahm die Künstlerin Christine Wehe Bamberger aus Herbstadt. Sie begann mit den Worten, dass es gar nicht so einfach sei, abstrakte, also ungegenständliche Werke zu beschreiben. Oft fehlten die Worte, um den Kompositionen aus Form und Farbe gerecht zu werden und dem Ansinnen des Künstlers Ausdruck zu verleihen. So war sie zuvor nochmals in der Kreisgalerie gefahren, um sich die Bilder für ihre Rede noch einmal anzusehen.
„Vorgestern ging ich in die Kreisgalerie um die Atmosphäre der neuen Ausstellung zu spüren. Während ich im gut besuchten Café saß, hörte ich Bruchstücke vieler Gespräche, in denen es um die Ausstellung ging. Nachdem ich bezahlt hatte, ging ich zu einem Tisch, an dem Frauen saßen, die regelmäßig zum Stricken hierherkommen. Ich fragte: Wie findet ihr diese Bilder? Die einhellige Meinung lautete: sehr schön, wohltuend, positiv. Aber mit dem Titel „Schwebende Türme“ können wir nichts anfangen. Ich fragte daraufhin: Was seht ihr denn in diesem Bild? Sie antworteten einstimmig: einen Elefanten, einen blauen Elefanten! Man müsste das Bild aber umdrehen! Ein Mann am Nebentisch schaltete sich ebenfalls ein und meinte dann: auch das Bild daneben sollte man umdrehen, dann spürt man die Energie darin besser! Ich war begeistert, wie gut die Leute den Titel der Ausstellung erfasst haben: „Spielarten des Ungegenständlichen“.“
Bei abstrakten bzw. ungegenständlichen Bildern bleibt viel Raum für die eigene Interpretation der Betrachtenden, ergänzt Christine Wehe-Bamberger. Letztendlich sollen die Bilder uns ansprechen, Gefühle wecken, die Fantasie anregen. Das schaffen diese Bilder eindeutig, dass meinte nicht nur die Künstlerin, sondern auch die zahlreichen Besucher und Besucherinnen.
Dieses wunderbare Zusammenspiel von Farbkomposition und Musik stellte der Musiker, Produzent und Tontechniker Nik Jira aus Würzburg mit seiner musikalischen Umrahmung der Veranstaltung unter Beweis. Seine freien Klangkompositionen, die zu den Bildern entstanden, übersetzten nicht nur die abstrakten Werke musikalisch, sondern lösten tiefe Emotionen bei den Zuhörenden aus. Ein lang anhaltender Applaus war der Dank vom Publikum.
Die Ausstellung ist bis zum 2. August in der Kreisgalerie zu sehen. Das Museumscafé „Chrischas Café“ hat von Mi.-So. und an Feiertagen von 13-17 Uhr geöffnet.
In der Faschingszeit bleibt das Café von Sa. 14.2. bis Di. 17.2. geschlossen.
Auf den Bildern:
Großes Foto von links nach rechts: Nik Jira (Musiker), Christine Wehe Bamberger (Laudatio), Günther Lamprecht (Künstler), Mellrichstadts Bürgermeister Michael Kraus, Astrid Hedrich-Scherpf (Kulturagentur) und stellvertretender Landrat Josef Demar
Fotograf: Lamprecht


