Auch ohne die Anti-Abstiegs-Waffe: Bad Königshofen will den Nichtabstiegsplatz 10 gegen den nächsten Playoff-Kandidaten aus Ochsenhausen verteidigen

Auch ohne die Anti-Abstiegs-Waffe: Bad Königshofen will den Nichtabstiegsplatz 10 gegen den nächsten Playoff-Kandidaten aus Ochsenhausen verteidigen

BAD KÖNIGSHOFEN – Die Stabilität und der Rhythmus der vergangenen Jahre sind dem TSV Bad Königshofen etwas abhanden gekommen. Geblieben ist die Unberechenbarkeit, gegen Gegner auf Augenhöhe oder tiefer immer wieder mal überraschend Federn zu lassen.

Siehe die Auftaktniederlage in Grenzau und gegen den zweiten Anzug des 1. FC Saarbrücken. Geblieben ist sie aber auch, was, bei den weit entfernten Tabellenregionen, die überraschenden Siege gegen Bremen, Bergneustadt und Dortmund betrifft. Womit ist also beim Heimspiel diesen Sonntag, 15.30 Uhr, gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen zu rechnen?

Nach der 1:3-Niederlage am Mittwoch in Bremen kommen die selbst ernannten „Ochsen“ als 5./16:16 aus dem Oberschwäbischen zum TSV (10./10:22) ins Grabfeld. Ochsenhausen verlor vor dieser Saison zwar Hugo Calderano und Simon Gauzy, hatte aber, bei seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten kein Problem, wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenzubekommen. Mit dem Japaner Shunsuke Togami (24, 12:3-Bilanz) haben sie einen Einser, der fast immer für zwei Einzelpunkte gut ist.

Das Spezielle an dieser Begegnung: Togamis Individual-Trainer ist kein Geringerer als Jin Ueda, der seine aktive Laufbahn sehr frühzeitig beendet hat. An ihm hatten die Königshöfer die letzten zwei Jahre ihre helle Freude, konnten ihn aber bis vor kurzem nicht gleichwertig ersetzen. Hinter Togami hat Cheftrainer Bogdan Pugna die Auswahl für den dritten Punkt mit dem rumänischen Talent Julian Chirita (19), dem in der Ukraine geborenen Österreicher Andreas Levenko (27), dem Portugiesen Tiago Abiodun (19) und dem Brasilianer Leonardo Iizuka (19).

Diesbezüglich sind die Möglichkeiten der Königshöfer eher begrenzt, in dieser Partie auf das Minimum drei reduziert. Es dürfte schwierig werden, die Euphorie vom 3:1-Auswärtssieg am Montag bei Borussia Dortmund in dieses Spiel mit herüber zu nehmen. Ausgerechnet die beiden Matchwinner Xue Fei, eine Waffe im Abstiegskampf, und Andre Bertelsmeier, mit gewachsenem Selbstverständnis, stehen nicht zur Verfügung. Eine Folge des Vertrags-Dschungels dieser TTBL, die andere Vereine zwar auch zu kompensieren haben. Allerdings können die mit einer ganz anderen Breite des Kaders durch einen ganz anderen Etat reagieren.

Xue wurde zum chinesischen Neujahrsfest „Chunjie“, Mond-Neujahr, in seine Heimat zurück beordert. Es sind dies zwei Wochen rund um den traditionellen Nationalfeiertag, zu dem sich Chinesen aus der ganzen Welt im Schoß ihrer Familie in der Heimat zusammenfinden. Xues Fehlen ist Folge vertraglicher Vereinbarungen, die eingegangen werden mussten, um so einen Weltklasse-Sportler überhaupt nach Bad Königshofen zu bringen. Bei Bertelsmeier verhält es sich ähnlich, was die vertraglichen Zusammenhänge betrifft. Er hatte bisher erst neun Einsätze an den 16 Spieltagen. Beide sind somit eine Option an den restlichen fünf Spieltagen: gegen Düsseldorf (A), Bergneustadt (H), Grünwettersbach (H), Mühlhausen (A) und Bad Homburg (H).

Saarbrücken und Düsseldorf haben am Dienstag mit Siegen gegen Grenzau und Grünwettersbach die Basis für eine erfolgreiche Woche des TSV geschaffen. Auch ohne Xue und Bertelsmeier heißt nicht gleich auf der Felge fahren. Was die jeweiligen Spitzenspieler betrifft, gibt’s ein Plus für Togami (12:3-Bilanz) gegenüber Bastian Steger (12:6). Mit wem Daniel Habesohn (4:9) und Filip Zeljko (2:11) als Gegner zu rechnen haben, ist bis eine Stunde vorher ungewiss.

Das Hinspiel am 22. November ging 1:3 verloren. Nur Steger gewann gegen Abiodun, Habesohn gegen Togami zwei Sätze, Zelkjo keinen. Wie lautet Hallensprecher Jürgen Halbigs Parole: „Auf geht’s, da geht doch was!“ Manchmal hat er Recht.

Auf dem Bild: Mögliches Paar für das mögliche Schlussdoppel: Daniel Habesohn (links) und Bastian Steger

Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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