SCHWEMMELSBACH / WASSERLOSEN / GRESSTHAL – Offiziell ist die zweite Mannschaft der DJK Schwebenried zusammen mit den Teams aus Schwemmelsbach, Wasserlosen, Greßthal, aber auch Wülfershausen. Eine große SG also, die nach dem Aufstieg und den ersten 17 der 30 Saisonspiele gut dasteht.
Und zwar auf Platz acht der Schweinfurter Kreisliga und bester der drei Neulinge. Bei 24 Punkten dürfte es hinhauen mit dem angestrebten Klassenerhalt für die Mannschaft um die beiden Top-Torjäger Sebastian Manger (14 Treffer) und Anton Brand (13).
Stammspieler Fabio Pfister beantwortete nun im großen Halbzeit-Interview mit www.mainfranken.news die Winter-Fragen – und das nach zuletzt nur noch einer Niederlage aus den sieben finalen Partien in 2025.
10 Punkte sind perfekt, deren 0 der Oberflop. Wie bewertet Ihr Eure erste Saisonhälfte – und
warum?
Fabio Pfister: Als Aufsteiger gilt es, sich in der Liga zu akklimatisieren und vor allem zuhause seine Punkte zu holen. Genau das haben wir geschafft, was ein vierter Platz in der Heimtabelle belegt. Jedoch haben wir auch auswärts starke Spiele abgeliefert, konnten uns aber nur gegen Poppenhausen mit drei Punkten belohnen. Deshalb vergebe ich eine 7, da wir mit sieben Punkten über dem Strich vorerst zufrieden sein können, aber auf jeden Fall noch Luft nach oben haben.
Welches war das bisher beste Spiel und welches das schlechteste? Und jeweils: Warum?
Fabio Pfister: Unser schlechtestes Spiel haben wir aus meiner Sicht in Brebersdorf gegen Schnackenwerth abgeliefert. Hier haben wir den Gegner mit individuellen Fehlern eingeladen und waren gleichzeitig offensiv harmlos, konnten uns keine nennenswerte Chance herausspielen. Genau eine Woche später konnten wir gegen den Mitaufsteiger FT Schweinfurt III am meisten überzeugen, da wir ab der ersten Minute spielbestimmend waren und den Turnern keinerlei Luft zum Atmen gelassen haben. Eine perfekte Teamleistung von Mann 1 bis 16. Das zeigt auch die Mentalität in unserer Truppe, die wir uns in den letzten Monaten und Jahren erarbeitet haben.
Was hat Euch bisher in der Liga am meisten überrascht?
Fabio Pfister: Wir sind im Vorfeld bereits davon ausgegangen, dass der Kern der Kreisklasse sehr ausgeglichen sein wird. Jedoch hat mich die Konstanz der Top 3 überrascht, was sie sich aber durchaus verdient haben. Es wird spannend sein, wer sich den Titel holt und wer komplett leer ausgeht.
Wer ist für Dich der Spieler der Hinrunde: Bei Euch und in der Liga?
Fabio Pfister: Bei uns möchte ich unseren Kapitän Sebastian Manger nennen. Wenn man bei einem Aufsteiger nach 17 Spielen schon 14 Tore erzielen konnte – ganz ohne Elfmeter – spricht das für seine offensiven Qualitäten. Hier stechen vor allem unsere ersten beiden Saisonsiege in Poppenhausen sowie daheim gegen DJK/Oberndorf hervor. Das waren zwei 50:50-Spiele, welche er mit seinen Toren für uns entscheiden und zu einem versöhnlichen Saisonstart führen konnte. In der Liga allgemein tummeln sich viele Topspieler, die sich auch früher schon höherklassig beweisen durften. Jedoch spielt mein ehemaliger U19-Mitspieler Noah Wintzheimer bei Arnstein bisher eine sehr gute Runde.
Nach dem letzten Spieltag 2026 steht Ihr auf welchem Platz und erreicht den genau dann, wenn was passiert?
Fabio Pfister: Zuerst wollen wir frühzeitig den Klassenerhalt sichern, was als Aufsteiger unser Mindestziel ist. Jedoch ist die Tabelle sehr eng zusammen, weshalb wir natürlich gerne etwas nach oben klettern möchten. Dafür benötigen wir weiterhin unsere mannschaftliche Geschlossenheit und müssen unsere individuellen Fehler abstellen, die uns bereits einige Punkte gekostet haben. So können wir auch vermehrt Teams ärgern, die über uns in der Tabelle stehen – die Qualität haben wir in der Truppe allemal.
Was war für Dich DER außergewöhnlichste Moment der ersten Halbserie?
Fabio Pfister: Außergewöhnlich war wohl unser erstes Heimspiel der Saison gegen Üchtelhausen, das 5:5 ausgegangen ist. Das Spiel war ein emotionales Auf und Ab – es hätten durchaus noch weitere Tore fallen können. Am Ende war niemand zufrieden mit dem Punkt, beide Teams hatten eher fragende Gesichter.
Bei welchem Auswärtsspiel hat´s Euch am besten gefallen und bei welchem Heimspiel waren die Gegner besonders gesellig?
Fabio Pfister: Auswärts in Brebersdorf blieb ein Großteil unserer Truppe im Sportheim sitzen, da es dort selbst gemachte Pizzen gegeben hat, was im Vorfeld mit uns abgesprochen war. Als gesellige Gäste haben sich wie bereits in den vergangenen Jahren die Schraudenbacher/Mühlhäuser gezeigt. Dieses Jahr haben sie im Rahmen des Burghäuser Backofenfests bei uns gespielt, das war für die Jungs ein gefundenes Fressen 🙂
Wird sich den Winter über im Kader etwas verändern?
Fabio Pfister: Nein, es wird keinerlei Veränderungen geben.
Wird der Trainer über den nächsten Sommer hinaus weiter machen?
Fabio Pfister: Im Sommer wird es nach vier Jahren auf unserer Trainerposition einen Wechsel geben. Unser Coach Andreas Müller hat turbulente Zeiten mit uns durchlebt, geprägt von Ab- und Aufstiegen sowie Hinzukommen „neuer Dörfer“. Mittlerweile hat er uns als Truppe jedoch stabilisiert und dabei ebenso viele junge Spieler integrieren und aufbauen können. Dafür und für seinen unermüdlichen Einsatz sind wir ihm sehr dankbar. Ab Sommer 2026 wird Günter Veth aus Greßthal übernehmen. Jedoch liegt bis dahin der Fokus auf einer erfolgreichen Rückrunde und einem gebührenden Abschied.
Wie schaut das Testspiel-Programm aus, gegen wen geht es um Punkte wieder los?
Fabio Pfister: Im Februar testen wir gegen den SC Prölsdorf aus dem Spielkreis Bamberg sowie gegen die Rhöner Teams SV Machtilshausen, SG Ramsthal/Sulzthal und TSV Oberthulba. Dabei freue ich mich besonders auf die Duelle gegen Prölsdorf und Oberthulba, da dort mein sehr guter Freund Benedikt Endres bzw. mein Onkel Thomas Pfeuffer als Trainer agieren. Anfang März starten wir gegen DJK/TV Oberndorf Schweinfurt in die Rückrunde und wollen unseren Sieg aus der Hinserie wiederholen.
Thema Nationalmannschaft: Sind Nagelsmanns Jungs auf dem Weg, um 2026 Weltmeister zu werden?
Fabio Pfister: Es gibt so viele Top-Teams, die im Sommer Weltmeister werden können. Da werden Kleinigkeiten und die Tagesform entscheiden, so einen Titel kann niemand versprechen oder planen. Aber grundsätzlich verfügen wir über gute Jungs und aus meiner Sicht einen Top Trainer.
Sollte man per Gesetz beschließen, beim FC Bayern München die Punkte zu halbieren, damit die´Bundesliga wenigstens ein bisschen spannend wird?
Fabio Pfister: Das ist Käse. Ich bin zwar kein Bayern-Fan, aber sie haben sich ihre Stellung innerhalb der Liga hart erarbeitet. Wenn die Verfolger nicht konstant genug oder die Bayern wie diese Saison so dominant sind, haben sie es sich verdient. Vor ein paar Jahren war Dortmund sehr nahe dran, Leverkusen konnte sie sogar stürzen – da konnten die Bayern die Bundesliga auch nicht spannend gestalten 🙂
Was muss man beim 1. FC Schweinfurt 05 machen, damit sich die Schnüdel mal etablieren können im Profifußball?
Fabio Pfister: Dafür bin ich inhaltlich zu weit von den Schnüdeln weg.
Tee oder Kaffee, Berge oder Meer, Fisch oder Fleisch, Putin oder Trump, Eishockey oder Handball, Hardrock oder Elektropop, Zopf oder Glatze, Online oder Druck, Pornos oder Kirche, Smartphone oder Wählscheibe, AfD oder Linke, Zigeunerschnitzel oder Paprikaschnitzel, Christkind oder Osterhase – sucht oder zum Thema Gegensätze einen heraus und kommentiert ihn aus Eurer Sicht – damit sich hier nicht alles nur um Fußball dreht… 😉
Fabio Pfister: Grundsätzlich sollten wir viel weniger in Gegensätzen, ob schwarz oder weiß, denken, da oftmals die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Ich kann mich nämlich an Urlauben in den Bergen und am Meer erfreuen, schaue gerne auch mal Eishockey oder Handball. Bei Zopf oder Glatze muss ich mich aber für die Glatze entscheiden – mit Blick auf unseren Spielmacher AB10 🙂
Wir danken für das Gespräch und wünschen für 2026 alles Gute!


