ASCHAFFENBURG / INNENSTADT – Am Dienstag hat sich ein Unbekannter als Polizist ausgegeben und eine Rentnerin um ihr Erspartes gebracht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und bittet die Bevölkerung um Hinweise.
Am Dienstagmittag klingelte bei einer Seniorin das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein vermeintlicher Polizist, der der Geschädigten erzählte, dass bei ihrer Bank angeblich Schließfächer aufgebrochen wurden und dort verwahrte Wertgegenstände nicht sicher seien.
Dabei wurde immer wieder auf den Einbruch bei einer Gelsenkirchener Bank im Dezember vergangenen Jahres Bezug genommen, der medial bekannt war. Aus diesem Grund sollte die Rentnerin mögliches Geld und Wertsachen holen und der „Polizei“ übergeben.
Die Callcenterbetrüger agierten dabei druckvoll und überzeugend, sodass die weit über 80-Jährige ihnen Glauben schenkte.
Die Geschädigte stellte schließlich gegen kurz vor 16:00 Uhr, wie von den Tätern gefordert, einen Rucksack samt Wertinhalt vor die Tür des Hauses in der Gentilstraße. Nach wenigen Minuten war der Rucksack nicht mehr da. Kontakt zu einem Abholer oder einer Abholerin hat es nicht gegeben.
Die Polizei warnt weiterhin vor Telefonbetrügern, die ihre Maschen in Variationen immer wieder auch an bekanntes Tagesgeschehen anpassen.
Wer sachdienliche Hinweise geben kann, insbesondere zu der Person, die den Rucksack an sich genommen hat, wird dringend gebeten, sich unter Tel. 0931/457-1732 mit der Kriminalpolizei Würzburg in Verbindung zu setzten. Die Kripo Würzburg hat als Zentralstelle für derartige Betrugsfälle die Ermittlungen übernommen.
Die Präventionskampagnen des Polizeipräsidiums Unterfranken:
Bereits Ende 2020 hat das Polizeipräsidium Unterfranken die Präventionskampagne “Leg´auf!” ins Leben gerufen. Zusätzlich startete im Juli 2022 auch an unterfränkischen Schulen die Kampagne „Ich schütze Oma und Opa“. Mit den Kampagnen „Ich schütze Oma und Opa“ sowie „Chill mal Oma“ setzt die unterfränkische Polizei nun auf die Unterstützung von Jugendlichen sowie Schülerinnen und Schülern. Diese sollen Großeltern sowie ältere Bekannte auf die Betrugsmaschen der Täter aufmerksam machen.
Das Ziel dieser Kampagnen ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben.
Die wichtigsten Botschaften sind:
Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben.
Weder Polizei noch Justiz werden Sie jemals telefonisch auffordern, Geld zu überweisen!
Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!
Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!
Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!
Weitere Informationen:
Leg‘ auf!: Die Bayerische Polizei – Präventionskampagne – LEG‘ AUF! in Unterfranken (bayern.de)
Dort finden sie zudem weiterführende Links zu den Kampagnen:
„Ich schütze Oma und Opa“
„Chill mal Oma“

