WÜRZBURG – Zehn Frauen und drei Männer hat Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 18. Januar, bei einem Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom als ehrenamtliche Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter beauftragt.
„Ich freue mich sehr über Ihre Bereitschaft, diesen wichtigen Dienst zu übernehmen“, dankte der Bischof. Nach den Worten von Dr. Markus Münzel ist es bereits der fünfte Ausbildungskurs, der nach einer intensiven Ausbildung nun mit der Beauftragung abgeschlossen wurde.
Beauftragt wurden Claudia Amthor (Karlstadt-Stetten), Renate Appiah (Oberweißenbrunn), Brigitte Burkard (Arnstein), Carmen Burkard (Karlstadt-Stetten), Regina Dorn (Arnstein), Gabriele Göb (Kaltensondheim), Maria Heckmann (Hammelburg), Annette Kaiser-Amler (Hollstadt), Friedbert Rüb (Karlburg), Hans Georg Schmidt (Ochsenfurt), Claus Schmitt (Münnerstadt-Reichenbach), Christine Vey-Jung (Zellingen) und Barbara Wolf (Büchold).
Zu Beginn der Feier versammelten sich alle am Taufbecken des Doms zum Taufgedächtnis. Begleitet von der Osterkerze, zogen die zukünftigen Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter mit ihren Familien, Freunden und Vertretern der Gemeinden in den Hochchor.
In seiner Predigt betrachtete Bischof Jung die Worte des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth. Darin enthüllt der Apostel „ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, aber wir werden alle verwandelt werden – plötzlich, in einem Augenblick, beim letzten Posaunenschall.“ Im Tod löse sich der Mensch „nicht irgendwie auf“ und das Leben ende nicht „im Nirwana“, sagte der Bischof: „Im Tod wird das Leben verwandelt. Gott wandelt das Sterbliche in uns um.“ Diese Botschaft könne in der heutigen Zeit nicht oft genug unterstrichen werden. „Gerade im Tod vollendet sich das Taufgeheimnis. In der Taufe werden wir getauft auf den Tod des Herrn.“ Der Tod komme immer überraschend, ungebeten und zu schnell, fuhr der Bischof fort. „Der Tod ist immer ein Weckruf, selbst dann, wenn man sich schon wochenlang darauf vorbereitet hat.“ Es sei gut, sich nicht an den Tod zu gewöhnen, sich immer neu mit der Wirklichkeit des Todes zu konfrontieren und damit auseinanderzusetzen, um vor unguter Routine bewahrt zu bleiben.
Paulus sage: „Das Verwesliche muss mit Unverweslichkeit überkleidet werden.“ Was überdauert das Menschenleben und was hat bleibenden Wert? Die große Aufgabe und die Kunst einer Predigt am Grab sei, zu schauen, was im Leben gelungen war, was glücklich war, wo sich die Führung Gottes gezeigt habe, aber auch, was nicht gelungen sei und der Vollendung noch harre, erklärte der Bischof. „Der Tod bleibt ein Stachel. Aber gerade durch den Tod hat Christus den Tod entmachtet. Wir haben die Hoffnung, dass der Schmerz nicht das letzte Wort ist, sondern dass wir Heilung in Jesus Christus finden.“
Der Bischof wünschte den Frauen und Männern, dass sie „standhaft bleiben im Glauben, auch angesichts des Todes, unerschütterlich in der Hoffnung für uns alle und stets voll Eifer in der Liebe für den letzten irdischen Dienst im Namen Gottes an den Verstorbenen und in der Hinwendung zu den trauernden Menschen“. Die Beerdigung sei „der missionarischste Dienst“ der Kirche, betonte Bischof Jung. Hier werde genau hingeschaut, ob die Kirche etwas zu sagen habe. „Danke für Ihre Bereitschaft, sich senden zu lassen. Danke für Ihren wichtigen Dienst in dieser Zeit.“
Dann überreichte Bischof Jung die Urkunden. Im Gebet erbat die Gemeinde den Segen Gottes für die Neubeauftragten. Eine Begegnung im Burkardushaus schloss sich an.
sti (POW)
Auf den Bildern:
- © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) | Bei einem Gottesdienst im Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung zehn Frauen und drei Männer als ehrenamtliche Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter beauftragt.
- © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) | Bei einem Gottesdienst im Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung zehn Frauen und drei Männer als ehrenamtliche Begräbnisleiterinnen und Begräbnisleiter beauftragt.


