LANDKREIS WÜRZBURG – Der Landkreis Würzburg beteiligt sich ebenfalls an der finanziellen Sicherung der Geburtshilfe am Klinikum Würzburg Mitte (KWM). Der Kreistag hat einstimmig beschlossen, einen freiwilligen Zuschuss von bis zu 800.000 Euro für das Geschäftsjahr 2026 zu leisten.
In der vergangenen Woche hatten zunächst der Würzburger Stadtrat und der Kreistag Main-Spessart finanzielle Hilfen zur Rettung der Geburtenstation am KWM auf den Weg gebracht. Voraussetzung für die Zuwendungen aller drei Gebietskörperschaften ist der Nachweis der entstandenen Verluste im Betrieb der Geburtshilfe durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. Die Höhe des Zuschusses richtet sich dann anteilig nach der Zahl der Gebärenden aus den jeweiligen Gebieten.
„Es ist ein entscheidendes Signal, dass auch die Stadt Würzburg und der Landkreis Main-Spessart eine Förderung zugesagt haben. Gemeinsam konnten wir im kommunalen Verbund jetzt eine schnelle Lösung erarbeiten. Nun herrscht Klarheit für 2026 und die Geburtshilfe am KWM ist gerettet“, freut sich Landrat Thomas Eberth.
Weiteres gemeinsames Vorgehen der kommunalen Partner
Grundlage für das gemeinsame Vorgehen war ein Spitzengespräch zwischen den Vertretern von Stadt und Landkreis Würzburg sowie dem Landkreis Main-Spessart Anfang Dezember. Zuvor hatte der der Würzburger Kreistag in einer Sondersitzung die Initiative von Landrat Thomas Eberth befürwortet und mehrere Lösungsvorschläge vorbereiten und prüfen lassen.
Inzwischen haben alle Beteiligten entsprechende Beschlüsse gefasst: Der Stadtrat der Stadt Würzburg hat entschieden, im Jahr 2026 maximal 720.000 Euro zum Ausgleich von Verlusten in der Geburtshilfe des KWM bereitzustellen. Auch der Kreistag des Landkreises Main-Spessart hat einen Zuschuss von bis zu 300.000 Euro beschlossen.
„Wichtig ist nun, dass wir auch weiterhin mit den kommunalen Partnern und dem KWM eine gemeinsame und abgestimmte Lösung verfolgen“, so Landrat Thomas Eberth weiter. Denn: Der Zuschuss für die defizitäre Geburtshilfe ist zunächst nur für das Wirtschaftsjahr 2026 beschlossen. Sie soll – im besten Fall – die Finanzierung des KWM im Bereich der Geburtshilfe überbrücken, bis Verbesserungen durch die vom Bund beschlossene Krankenhausreform greifen. Im Würzburger Kreistag war man sich einig, dass der Bund nun seiner Aufgabe nachkommen und künftig auskömmliche Mittel für den Betrieb von Kliniken zur Verfügung stellen müsse.
Das Klinikum Würzburg Mitte
Das Klinikum Würzburg Mitte weist seit mehreren Jahren hohe Verluste aus. Insbesondere im Bereich der Geburtshilfe reicht die vom Bund geregelte Finanzierung der Betriebskosten durch die Krankenkassen nicht aus. Die Geburtsstation des KWM, die KWM-Missioklinik, ist eine der größten in Unterfranken: Bis zu 2.500 Kinder kommen dort jährlich zur Welt. In den vergangenen Jahren hatte die Stiftung Juliusspital als Hauptgesellschafter des KWM die Verluste in Millionenhöhe ausgeglichen. Zuletzt hatte die Stiftung jedoch auch eine Schließung der defizitären Geburtshilfe nicht mehr ausgeschlossen.

