DINGOLSHAUSEN / RÜGSHOFEN – Auch wenn der Rückstand zu Tabellenführer Nordheim/Sommerach bereits neun Punkte beträgt, so ist die SG Dingolshausen/ Rügshofen als Zweiter zur Winterpause und nach 14 der 26 Saisonpartien einer der ganz heißen Kandidaten auf den Relegationsplatz.
Nach den ersten acht Partien ohne Niederlage gewann die SG zwar nur noch drei ihrer sechs Begegnungen zum Jahresausklang und verlor unter anderem zuhause gegen die SG Eisenheim/ Wipfeld. Doch Spielertrainer Dominik Seufert blickt auf eine bislang gute Runde zurück.
www.mainfranken.news sprach zur Pause mit dem 35-Jährigen.
10 Punkte sind perfekt, deren 0 der Oberflop. Wie bewertet Ihr Eure erste Saisonhälfte – und warum?
Dominik Seufert: 9 Punkte. Zum Ideal von zehn Punkten fehlen uns nur noch Details, insbesondere in den Bereichen Effizienz und Cleverness in den entscheidenden Momenten. Zwar hatten wir in einigen Spielen das nötige Glück, wurden in anderen Partien aber leider durch zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen benachteiligt. Das gehört zum Sport dazu. Dennoch können wir auf eine wirklich gute Saisonhälfte zurückblicken, in der wir wichtige Entwicklungsschritte gemacht haben und auch eine gewisse Konstanz in unseren Leistungen erzielen konnten. Es gab keinen Gegner oder ein Spiel, in dem man unterlegen war.
Welches war das bisher beste Spiel und welches das schlechteste? Und jeweils: Warum?
Dominik Seufert: Zu den Top Spielen gehören die direkten Duelle um das obere Drittel gegen Gochsheim 2 und Sennfeld. Beide Partien haben wir absolut verdient und auch in der Höhe verdient gewonnen, da wir dem Gegner nicht ins Spiel haben kommen lassen und unsere Chancen gut genutzt haben.
Das schlechteste Spiel gab es in dem Sinne nicht, aber die schlechtesten 30 Minuten erlebten wir in der Partie gegen Fahr. 60 Minuten lang haben wir eine starke Leistung gezeigt und verdient bis dato mit 3:0 geführt. Der FC Fahr konnte bis zu diesem Zeitpunkt kaum bis keinen Abschluss verbuchen und wie aus dem Nichts haben wir im Kollektiv den Schalter, im negativen Sinne, umgelegt, den Gegner eingeladen und jegliche Tugenden vermissen lassen. Zur Krönung der Ausgleich in der 95. Minute und der letzten Aktion im Spiel.
Was hat Euch bisher in der Liga am meisten überrascht?
Dominik Seufert: Sportlich: die Ausgeglichenheit der Liga. Neben dem Platz vermisse ich die Zeit, in der die Gegner, unabhängig vom Ergebnis, das Sportheim für ein Kaltgetränk aufgesucht haben.
Wer ist für Dich der Spieler der Hinrunde: Bei Euch und in der Liga?
Dominik Seufert: Innerhalb der Mannschaft gäbe es hier mehrere zu nennen. Eli Ringelmann hat als jüngster Spieler alle Spiele absolviert. Genauso wie Chrissi Süss der zudem seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor entdeckt hat. Timo Göbel, auch alle Partien, welcher als Neuzugang direkt eine tragende Säule geworden ist. Felix Weinbeer der den nächsten Schritt gemacht hat und sich viele Startelfeinsätze erarbeite konnte. Usw usw… Hier könnte ich die ganze Mannschaft aufzählen, da jeder den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gegangen ist.
Für die Kreisklasse stechen besonders Manuel Thomann und Lorenz Bäuerlein heraus.
Nach dem letzten Spieltag 2026 steht Ihr auf welchem Platz und erreicht den genau dann, wenn was passiert?
Dominik Seufert: Platz 2, wenn wir weiterhin unsere Konstanz und Ehrgeiz im Training wie im Spiel auf den Rasen bekommen.
Was war für Dich DER außergewöhnlichste Moment der ersten Halbserie?
Dominik Seufert: Unser 2:3 in Stadelschwarzach in der Nachspielzeit und der mit verbundenem Torjubel von der Mannschaft aber insbesondere Timo Thurn. Siehe das Meme auf unserem Instagram-Kanal…
(Anm.d.Red.: Hier der Link; https://www.instagram.com/p/DObL1B0ADWx/)
Bei welchem Auswärtsspiel hat´s Euch am besten gefallen und bei welchem Heimspiel waren die Gegner besonders gesellig?
Dominik Seufert: Bei uns gibt es die Regel, mindestens 1 Getränk nach dem Spiel. Aber sowohl in Lülsfeld als auch in Geusfeld hatten wir das Kirchweih-Spiel. Besonders lecker war es, wie immer, in Geusfeld beim Gasthof Wengel, obwohl uns am dem Tag 2 Punkte geklaut wurden. Aber auch in Donnersdorf wurden wir herzlich im Vorfeld zum Schnitzelabend eingeladen.
Besonders positiv sind die Eisenheimer/Wipfelder in Erscheinung getreten. Haben eine junge, gesellige Truppe, die sich den ein oder andern Hopfentorpedo haben schmecken lassen.
Wird sich den Winter über im Kader etwas verändern?
Dominik Seufert: Bisher ist nichts bekannt. Ich hoffe wir bleiben von den üblichen Hallenturnier-Blessuren verschont und können zur Rückrunde aus dem Vollen schöpfen.
Wirst Du als Trainer über den nächsten Sommer hinaus weiter machen? Wenn nein, was hast Du vor und wer wird Dein Nachfolger?
Dominik Seufert: Die finalen Gespräche stehen noch an, aber die Zeichen stehen gut, dass es zur Verlängerung kommt.
Wie schaut das Testspiel-Programm aus, gegen wen geht es um Punkte wieder los?
Dominik Seufert: Um im schweren Auftakt-Programm am 01.03 gegen Wiesentheid und dem Top-Spiel am 08.03 gegen Kirchaich bestehen zu können, werden wir vier Mal testen. Unter anderem gegen Sand 2, Kleinsteinach, Bergrheinfeld 2 und Königsberg.
Thema Nationalmannschaft: Sind Nagelsmanns Jungs auf dem Weg, um 2026 Weltmeister zu werden?
Dominik Seufert: Julian Nagelsmann hat das Ziel Weltmeistertitel 2026 klar ausgegeben. Finde ich persönlich richtig, denn das Erreichen der Achtel- oder Viertelfinale kann nicht der Anspruch sein. Hoffentlich gelingt es ihm, das Talent im Team mit unseren Grundtugenden, die uns bis vor einigen Jahren ausgezeichnet haben, wieder zu vereinen, sodass wir ein hervorragendes Turnier spielen werden.
Sollte man per Gesetz beschließen, beim FC Bayern München die Punkte zu halbieren, damit die Bundesliga wenigstens ein bisschen spannend wird?
Dominik Seufert: Ich würde mir lieber wünschen, dass der Profi-Fußball sich nicht in diesem Tempo weiter von der Basis entfernt. Da interessieren mich andere Fragen, wie z.B. Regelauslegungen, welche nur per VAR möglich sind, nicht in den Amateurbereich mitzuübertragen, wesentlich mehr, als ob der FCB zum x-ten Mal Deutscher Meister wird.
Was muss man beim 1. FC Schweinfurt 05 machen, damit sich die Schnüdel mal etablieren können im Profifußball?
Dominik Seufert: Um hier eine qualifizierte Antwort zu liefen, sind wir wohl alle zu weit weg, um beurteilen zu können, wie bei den Schnüdeln die Rädchen drehen und wo man Stellschrauben verändert müsste. An sich spielen Sie einen guten Fußball, lassen aber die nötige Effizienz und Cleverness für Liga 3 vermissen. Auch die Einstellung/Moral nach einem Rückstand ist oft nicht optimal.
Tee oder Kaffee, Berge oder Meer, Fisch oder Fleisch, Putin oder Trump, Eishockey oder Handball, Hardrock oder Elektropop, Zopf oder Glatze, Online oder Druck, Pornos oder Kirche, Smartphone oder Wählscheibe, AfD oder Linke, Zigeunerschnitzel oder Paprikaschnitzel, Christkind oder Osterhase – sucht oder zum Thema Gegensätze einen heraus und kommentiert ihn aus Eurer Sicht – damit sich hier nicht alles nur um Fußball dreht… 😉
Dominik Seufert: Fisch oder Fleisch. Früher ganz klar Fleisch. Trotz Angelschein im Jugendalter habe ich bis vor wenigen Jahren kein Fisch gegessen. Mittlerweile ist es ausgeglichen mit leichter Tendenz zu Fisch und am Ende der Saison hoffe ich nicht, dass wir die Bilanz „Weder Fisch noch Fleisch“ ziehen müssen.
Wir danken für das Gespräch und wünschen alles Gute!




