Energiewende gestalten: Stadt Lohr am Main startet mit Partnern in die kommunale Wärmeplanung

Energiewende gestalten: Stadt Lohr am Main startet mit Partnern in die kommunale Wärmeplanung
Foto: Katharina Liebler

LOHR AM MAIN – Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Ein zentraler Bestandteil dieses Vorhabens ist die Transformation der Wärmeversorgung.

Die Stadt Lohr am Main startet schon jetzt die kommunale Wärmeplanung und stellt damit die Weichen für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung. Die Partner dafür sind die ENERGIE und das Ingenieurbüro Ramboll Deutschland: Durch die Zusammenarbeit werden Fachwissen von außen und die lokale Erfahrung vor Ort miteinander verbunden. Parallel zur Wärmeplanung wird geprüft, ob und wo Wärmenetze technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind, besonders in der Altstadt. So werden die Ergebnisse noch verlässlicher. Ziel ist es, bis 2045 klimaneutral zu werden und Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen frühzeitig Orientierung für ihre Investitionsentscheidungen im Bereich Heizen zu geben.

Warum eine kommunale Wärmeplanung notwendig ist

Rund die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf die Erzeugung von Wärme. Gleichzeitig haben Heizungen eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Die Entscheidungen, die heute getroffen werden, sind daher maßgeblich für das Erreichen der Klimaziele. Mit der kommunalen Wärmeplanung schafft die Stadt Lohr a.Main eine wichtige Grundlage für mehr Planungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für ansässige Unternehmer und Betreiber von Energieinfrastrukturen

Was im Rahmen der Wärmeplanung untersucht wird

Im Rahmen der Wärmeplanung wird das gesamte Stadtgebiet untersucht. Dazu gehören die Bestandsanalyse der aktuellen Wärmeversorgung, die Auswertung von Verbrauchsdaten sowie die Prüfung von Potenzialen für erneuerbare Energien. Dabei fließen bestehende und geplante Projekte mit ein. Zu untersuchende Potenziale sind unter anderem Biomasse, Solarthermie, Flusswasser, Geothermie und Abwärme. Aber auch das Einsparpotenzial durch Sanierungen wird berücksichtigt.

Einteilung in Versorgungsgebiete als strategische Orientierung

Auf Basis der Analysen wird Lohr in verschiedene Versorgungsgebiete eingeteilt. Dazu zählen insbesondere mögliche Wärmenetzgebiete sowie Bereiche für dezentrale Lösungen. Diese Einteilung ist nicht rechtlich bindend, sondern dient als strategische Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung. Weder die Stadt oder der Netzbetreiber noch die Gebäudeeigentümer sind verpflichtet eine Maßnahme umzusetzen bzw. eine bestimmte Technologie zu nutzen.

Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger

Die Ergebnisse der Wärmeplanung sollen Bürgerinnen und Bürger bei der Wahl ihrer Heiztechnologie unterstützen. Sie ersetzt keine individuelle Energieberatung, bietet aber eine wichtige Entscheidungshilfe bei der langfristigen Heizungsplanung. Gleichzeitig schafft sie eine Grundlage für den Aufbau von Wärmenetzen in geeigneten Stadtbereichen. Eine Umsetzung erfolgt allerdings erst nach tiefergehenden wirtschaftlichen und technischen Untersuchungen.

Zeitplan und Bürgerbeteiligung

Im Hintergrund haben die Vorbereitungen für die Wärmeplanung bereits begonnen: Das Bauamt der Stadt Lohr a.Main und die beiden Dienstleister sind in engem Austausch. Der Auftakt fand Ende November 2025 statt. Im Frühling 2026 wird es eine erste Präsentation der Zwischenergebnisse im Stadtrat geben. Im Herbst 2026 folgt das Ergebnis des Wärmeplans. Im Anschluss wird es eine ausführliche Bürgerinformationsveranstaltung geben. Bis dahin wird die Öffentlichkeit fortlaufend über den Projektstand über die lokale Presse und Social Media informiert.

Sollten darüber hinaus Fragen auftauchen zur Wärmeplanung allgemein oder zu den Planungen in Lohr, steht das Projektteam der ENERGIE zur Verfügung: E-Mail: waermeplanung@die-energie.de

Im Rahmen der Wärmeplanung erfolgt keine individuelle Heizungs- und Energieberatung. Allerdings sind die ENERGIE und Ramboll offen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu spannenden Konzepten, Hinweise zum Biomassepotenzial oder anderen verwandten Themen.

Weitere Informationen zur Wärmeplanung:

https://www.stmwi.bayern.de/energie/energiewende/kommunale-waermeplanung-in-bayern/#:~:text=Kommunale%20W%C3%A4rmeplanung%20ist%20die%20Erstellung,auf%20umwelt%2D%20und%20klimafreundlichere%20W%C3%A4rmeversorgung.

https://www.bmwsb.bund.de/DE/stadtentwicklung/klimagerechte-stadtentwicklung/kommunale-waermeplanung/kommunale-waermeplanung_node.html

https://www.kww-halle.de/kwp-prozess

Auf dem Bild: Erfolgreiche Auftaktveranstaltung in lockerer Runde zwischen Stadt Lohr a.Main, der ENERGIE und Ramboll, die digital zugeschaltet waren. (v.l.n.r.) Erster Bürgermeister Dr. Mario Paul, Karin Müller vom Bauamt, Projektleiter Wenzel Nied von der ENERGIE mit Tamara Finger und Niklas Müller, Johannes Gossmann von den Stadtwerken und Bern Kempf, Leiter des Bauamts.
Foto: Katharina Liebler

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert