Das Kellerduell gegen Havelse: Wie schaut der Kader der Schnüdel nach der Grippewelle aus?

Das Kellerduell gegen Havelse: Wie schaut der Kader der Schnüdel nach der Grippewelle aus?

SCHWEINFURT – Sollte der dritte Saisonsieg mit sieben Toren Unterschied ausfallen, dann könnten die Schnüdel am Sonntagabend die Rote Laterne abgeben. Toller Einstieg zu diesem Vorbericht, oder? Ganz so ernst gemeint ist es nicht und auch sicherlich keine Forderung der Fans, die am vorletzten Spieltag der Hinrunde auch mit einem dreckigen 1:0 zufrieden wären.

Kein Wunder, geht es doch gegen den Drittliga-Vorletzten aus Havelse, den Mitaufsteiger, der sich oft ganz gut verkauft und der neben dem Sieg gegen Ulm auch noch sechs Remis sammelte. Darunter in Saarbrücken und Rostock, gegen Verl und Duisburg. All diese Duelle verloren die Schweinfurter, die deshalb – ein Blick auf die Tabelle tut weh – bereits 14 Punkte Rückstand haben auf das rettende Ufer und auf Regensburg, Aachen und Saabrücken. Dass einer von denen fünf Mal weniger gewinnt als der FC 05 in den nächsten 21 Partien – eigentlich aussichtslos, daran zu glauben. Also daran, dass die Schnüdel fünf Mal MEHR gewinnen…

Doch wenn noch was gehen soll, dann MUSS – Worte in Großbuchstaben sind hier gefragt – jetzt etwas passieren. Das Kellerduell gegen die Niedersachsen, danach beim Viertletzten in Aue (der sich von Sportchef Matthias Heidrich und Co-Coach Jörg Emmerich trennte, nicht aber von Trainer Jens Härtel), nach der kurzen Winterpause daheim gegen Viktoria Köln: Sollte die Truppe der Grün-Weißen halbwegs eine Tauglichkeit für die 3. Liga beweisen wollen, dann ist genau jetzt die – LETZTE – Gelegenheit dazu.

Ohne einen Sieg gegen Havelse würden die Anhänger – mal abgesehen von den 50 Immertreuen – wohl endgültig das Murren beginnen. Der Anstoß-Zeitpunkt, Sonntag um 19.30 Uhr, bei zwar zumindest keiner gemeldeten Eiseskälte, überschneidend aber mit einem Eishockey-Heimspiel der benachbarten Mighty Dogs, dürfte für die Minus-Kulisse dieser Saison sorgen, zumal die Gäste aus Garbsen sicherlich nur ein paar Hand voll Fans mitbringen, wenn überhaupt. Bis Mittwoch waren neun (!) Tickets verkauft, vielleicht 30 Anhänger aus dem Norden könnten es werden. Der FC 05 rechnet mit insgesamt 1800 bis 2500 Zuschauern, die alle auf dem Volkfestplatz und drum herum parken können, trotz Weihnachts-Zirkus.

„Star“ der Gäste ist Nassim Boujellab, 26 Jahre alt, der in der Bundesliga für Schalke 04 auflief, genau in der Zeit, als in Gelsenkirchen Johannes Geis schon wieder Vergangenheit war. Damals wie diesen Sonntag gibt es – siehe unten – auf dem Rasen keine Begegnung. Auf der Ausfallliste beim FC 05 befinden sich neben den Langzeit-Verletzten Tim Latteier, Sebastian Müller und Nils Piwernetz sowie den suspendierten Martin Thomann und Kevin Frisorger auch besagter Johannes Geis, gelbgesperrt nach dem fünften Karton in München. In den sozialen Medien rätseln die Fans, ob die Schweinfurter ohne Geis wesentlich schlechter sind oder sogar Vorteile haben könnten ohne den Spielgestalter.

Stichwort Personal: Die schon letzten Samstag einsetzende Grippewelle, durch die Mike Dellinger und Luca Trslic in München fehlten, breitete sich unter der Woche aus, weshalb Victor Kleinhenz am Donnerstag keine Namen nennen konnte, wer denn noch passen muss. Nach einem freien Freitag entscheidet sich das erst nach dem Samstags-Abschluss-Training. Nachdem jüngst kaum drei Hand voll Spieler auf dem Rasen standen, werden die Grün-Weißen nur mit Mühe wohl 20 Mann zusammen bekommen. Als Vertreter von Geis kommen Kevin Fery und Devin Angleberger in Frage.

„Natürlich wollen wir uns mit einem Erfolgserlebnis von den Fans aus dem Jahr verabschieden“, sagt der Trainer nichts Unerwartetes und vergleicht den Gegner ein bisschen mit seinem Team. Auch die Niedersachsen nahmen zahlreiche Akteure der Aufstiegsmannschaft in die 3. Liga mit, lieferten zahlreiche und enge Partien ab, verloren halt dan doch meistens. Immerhin aber nur zehn Mal, fünf Mal weniger als der FC 05…

Übrigens: Ein Sieg gegen Havelse wäre der erste überhaupt für die Schweinfurter im fünften Duell. 2021 gewannen die Niedersachsen beide Aufstiegsspiele zur 3. Liga jeweils mit 1:0. Unser Aufmacherbild zeigt eine Szene mit Martin Thomann, ganz unten noch die Fans, die damals – zu Corona-Zeiten – auf der Tribüne ihren Platz hatten, weil dort das Risiko einer Ansteckung dicht an dicht stehend geringer war als auf der Gegengerade – das war nun ein Scherz!

1990 begegneten sich beide Teams in der 2. Bundesliga. Gleich am zweiten Spieltag vor 2400 Fans in Garbsen – ja, damals war es völlig gefahrlos, in einem kleinen Stadion zu spielen… – erzielte Dirk van der Ven den Ehrentreffer der Schnüdel bei der 1:4-Niederlage. Der spätere Europameister Jens Todt brachte die Mannschaft von Trainer Volker Finke, danach lange Jahre in Freiburg, in Führung. Bei Schweinfurt endete bereits nach 20 Minuten verletzungsbedingt das Debüt und die Karriere von Zugang Reiner Geyer, früher 1. FC Nürnberg und zuvor in Saarbrücken. Für Geyer wurde der heutige Aubstadt-Trainer Claudiu Bozesan eingewechselt. Das Rückspiel im Sachs-Stadion, damals noch bewillyt, endete am 16.12., also genau vor 35 Jahren, mit einem 1:1. Joachim „Rhönbomber“ Reuß glich Mitte der zweiten Halbzeit aus. Ein Remis – reicht diesmal jedoch nicht!

Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:

https://agentur.lvm.de/

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert