Gemeinsam für die Wärmewende: Kurz-Energienutzungsplan zeigt neue Chancen für Kommunen im Landkreis Würzburg

Gemeinsam für die Wärmewende: Kurz-Energienutzungsplan zeigt neue Chancen für Kommunen im Landkreis Würzburg
Foto: Christian Graf

LANDKREIS WÜRZBURG – Wie können Kommunen im Landkreis Würzburg ihre Wärmeversorgung künftig klimafreundlich, bezahlbar und verlässlich gestalten?

Antworten auf diese Frage liefert der Kurz-Energienutzungsplan (Kurz-ENP), dessen Ergebnisse im Landratsamt Würzburg vorgestellt wurden. 26 Vertreterinnen und Vertreter der Landkreisgemeinden folgten der Einladung von Landrat Thomas Eberth, um die Ergebnisse der dreimonatigen Analyse kennenzulernen und die Perspektiven einer interkommunalen Wärmeplanung zu diskutieren.

Bis spätestens Juli 2028 müssen alle bayerischen Kommunen eine kommunale Wärmeplanung vorlegen. Sie fungiert als strategische Leitlinie für den Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung. Der Kurz-ENP sollte dabei aufzeigen, welche Gemeinden im Landkreis Würzburg sinnvoll in sogenannten Planungskonvois zusammenarbeiten könnten – also ihre Wärmeplanung gemeinsam entwickeln, um Aufwand, Kosten und Fachwissen zu teilen. Dafür wertete ein Fachbüro Daten zur Wärmeinfrastruktur, zu regionalen Potenzialen und zum tatsächlichen Wärmebedarf aus. Ergänzend wurden Verwaltungsstrukturen, bestehende Kooperationen und organisatorische Synergien zwischen den Gemeinden untersucht.

Sieben Empfehlungskonvois als Argumente für gemeinsames Vorgehen

Landrat Thomas Eberth hob die Bedeutung dieser Vorarbeit hervor: „Mit dem Kurz-ENP legen wir den Grundstein für eine nachhaltige Wärmeversorgung und eine starke Zusammenarbeit unserer Kommunen. Die Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung ist für das Erreichen der Klimaziele unumgänglich und eine Chance, effizienter und gemeinsam Lösungen zu definieren.“

Das beauftragte Fachbüro Geo Data GmbH aus Westhausen in Baden-Württemberg stellte insgesamt sieben Konvoi-Empfehlungen vor, in denen eine gemeinsame Wärmeplanung besonders sinnvoll erscheint. Ausschlaggebend waren unter anderem räumliche Nähe, bestehende Verwaltungsgemeinschaften, Strukturen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) sowie gleiche Netzbetreiber. Das Ergebnis ist eindeutig: Alle betrachteten Gemeindegebiete eignen sich grundsätzlich für eine gemeinsame Wärmeplanung im Verbund.

Vor allem kleinere Kommunen profitieren von einer Konvoi-Lösung. Gemeinsame Ausschreibungen, abgestimmte Zeitpläne und der gegenseitige fachliche Austausch können Kosten senken und Planungsprozesse entlasten. Ein gewisser erhöhter Abstimmungsaufwand bleibt, lässt sich jedoch durch klare Rollen und definierte Zuständigkeiten gut steuern. Der Kurz-ENP ersetzt keine Wärmeplanung, liefert aber eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Beauftragung einer interkommunalen Wärmeplanung. Dafür erhält jede Gemeinde einen individuellen Steckbrief und eine Konvoi-Empfehlung, die ihre spezifische Ausgangslage berücksichtigt.

Koordination und Förderung

Die Erstellung des Kurz-ENP wurde zu 80 Prozent vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Die Koordination lag im Landratsamt Würzburg beim Fachbereich Klimaschutz, Energiewende und Mobilität. Der Kurz-ENP-Abschlussbericht ist online abrufbar unter: www.landkreis-wuerzburg.de/klimaschutz-und-energiewende

Auf dem Foto: Landrat Thomas Eberth (von rechts) erhält von Tobias Aich und Manuel Hommel vom Fachbüro Geo Data sowie von Rico Neubert und Annegret Karches aus dem Fachbereich Klimaschutz, Energiewende und Mobilität den Kurz-Energienutzungsplan für den Landkreis Würzburg.
Foto: Christian Graf

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