GÖTEBORG / SCHWEINFURT – Mit der Entwicklung des temperatur- und korrosionsbeständigen Stahls ARCTIC15 für Flugzeugtriebwerkslager setzt der Wälzlagerhersteller SKF seine Bemühungen um intelligente, saubere Rotationstechnik fort.
Die Luft- und Raumfahrtindustrie will bis 2050 ihre Emissionen auf Netto-Null reduzieren. Das setzt neue Triebwerksarchitekturen voraus, für die Wälzlager mit bislang unerreichten Leistungsdichten und Drehzahlen benötigt werden.
Bei SKF-Kunden werden in diesem Zusammenhang Triebwerke entwickelt, die den Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 %* senken und damit auch die Emissionen reduzieren sollen. Mit dem innovativen SKF Spezialstahl ARCTIC15 werden Lagerlösungen für die neuen Triebwerksarchitekturen möglich.
„Für den aktuellen Trend zu Triebwerken mit 25 % weniger Kraftstoffverbrauch – was einer erheblichen Emissionsreduzierung gleichkommt – entwickelt SKF innovative Lösungen. Unsere revolutionäre Stahllegierung ARCTIC15 erlaubt kleine, kompakte Lagerlösungen, die hohe Belastungen bewältigen, neue Motorarchitekturen möglich machen und die Effizienz über den gesamten Lebenszyklus hinweg steigern. Auch die Reparierbarkeit ist dabei ein wichtiger Faktor. Der Spezialstahl trägt zu schnelleren Entwicklungszyklen bei und unterstützt die Nachhaltigkeitsziele der Branche“, erklärt Gregory A. Zimmerman, Direktor der SKF Aerospace Business Unit.
Der erste Schritt zur Leistungssteigerung besteht darin, die Wälzkörper aus einem anderen Material zu fertigen: Statt Stahl wird Keramik verwendet. Der zweite Schritt ist die Kombination der Keramikwälzkörper mit Ringen aus einem Spezialstahl, der höher belastbar und für höhere Temperaturen ausgelegt ist als herkömmliche Stähle. Diese Eigenschaften bieten mehr Spielraum bei der Entwicklung effizienterer Triebwerksarchitekturen.
„Durch funktionsübergreifende Zusammenarbeit und nachhaltigkeitsorientierte Programme, die auf globale Megatrends und die Bedürfnisse der Industrie reagieren, wollen wir unserer Verantwortung beim Kampf gegen den Klimawandel gerecht werden. Als Lieferant und Kunde setzen wir unsere Erkenntnisse in intelligente, praktische Lösungen um, die Reibung reduzieren, Emissionen senken, die Lebensdauer von Anlagen verlängern – und so die Industrie bei ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen unterstützen“, sagt Hans Landin, Präsident von SKF Specialized Industrial Solutions.
SKF hat die Stahltechnologie patentiert und wird sie über die neue Innovationsplattform „The Patent Bay“ anderen Firmen zur Verfügung stellen. Diese Plattform steht Unternehmen offen, die Technologien zur Nachhaltigkeitsförderung vorantreiben möchten, indem sie ausgewählte Patente kostenlos zur Verfügung stellen.
Das gab den Anstoß zur Entwicklung von ARCTIC15
Das Team arbeitet seit fast einem Jahrzehnt an einem einsatzgehärteten, nicht rostenden Stahl für Flugwerklager, nachdem Kunden mit der Entwicklung von Flugzeugmotoren begonnen hatten, die mit deutlich weniger Kraftstoff auskommen sollen. Ein wichtiger Treiber dafür war
HEAVEN | Clean Aviation, eine im Rahmen von „Clean Sky” von der EU finanzierte Initiative.
SKF hat umfangreiche tribologische und Materialprüfungen durchgeführt, von einfachen Basistests bis zu aktuellen Tests im Maßstab 1:1, um die praktische Leistungsfähigkeit des neuen Lagerwerkstoffs zu untersuchen.
SKF Aerospace-Werke haben Demonstrator- und Prototypenlager in Originalgröße hergestellt. Dabei haben Sie den neuen Lagerstahl mit Wälzköpern aus Keramik kombiniert und das Lagerverhalten untersucht. Validiert wurden insbesondere die Lebensdauer und die Beständigkeit unter extremen Betriebsbedingungen, beispielsweise bei Unterbrechung der Ölversorgung.
Anfang 2026 wird im Rahmen des Technology Readiness Levels-Prozesses eine Bodentestdemonstration gemeinsam mit einem Branchenführer für OEM-Flugzeugtriebwerke durchgeführt.
Hinweis
Bis zu 25 % weniger Emissionen
Der geringere Kraftstoffverbrauch wird durch mehrere Innovationen und Kooperationen ermöglicht, darunter auch Arctic15.
Die angegebene Emissionsreduzierung bezieht sich ausschließlich auf Verbesserungen der Kraftstoffeffizienz des Triebwerks. Sie spiegelt keine vollständige Lebenszyklusbewertung eines zukünftigen Flugzeugs wider.
Auf dem Bild: Das ARCTIC15 Speziallager im Detail. Foto SKF
SKF bietet seit 1907 Lagerungen, Dichtungen, Schmierstoffsysteme, Zustandsüberwachungslösungen und Dienstleistungen zur Reibungsreduzierung an, die zu den innovativsten Lösungen in der Branche gehören.Weniger Reibung bedeutet mehr Energieersparnis. Indem wir die Reibung reduzieren, machen wir Unternehmen smarter, wettbewerbsfähiger und energieeffizienter und gestalten eine stärker durch Nachhaltigkeit geprägte Zukunft, in der wir Mehr mit Weniger erreichen können. SKF ist in ca. 130 Ländern präsent und arbeitet mit rund 17 000 Vertragshändlern zusammen.2024 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen Jahresumsatz von 98 722 Mio. SEK und beschäftigte 38 743 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.www.skf.com
® SKF ist eine eingetragene Marke der SKF Gruppe.

