SCHWEINFURT – Mit sechs Toren in der letzten Saison plus zwei im Pokal gegen Aubstadt ist Martin Thomann einer der Aufstiegshelden der Schnüdel. Der heute 31-Jährige erzielte jedoch nach dem 17. Spieltag keine Treffer mehr. Und spielt in der 3. Liga seit Beginn schon keine Rolle mehr.
Der Versicherungsvertreter ist seit ein paar Wochen (genauso wie Kevin Frisorger) suspendiert, darf aber seit einiger Zeit nun wenigstens wieder Teile des Trainings mitmachen. „Aufgrund eines Vergleichsabschlusses entfällt der für heute angesetzte Termin“, teilte am Freitagmorgen das Arbeitsgericht Würzburg mit. An dessen Außenstelle in Schweinfurt hätte ansonsten die um eine Woche verschoebene Verhandlung stattgefunden, bei der sich Thomann anscheinend zurück ins Fußballleben klagen wollte.
Eine Zukunft beim FC 05, wo man ihn aufgrund von Leistung und Verhalten nicht mehr einsetzt, seit er nach 66 Minuten in Pokalrunde eins in Bad Kissingen (7:1) auch beim Aus Aschaffenburg für 21 Minuten eingewechselt wurde, hat Thomann jedoch nicht. Trainer Victor Kleinhenz teilte beim Pressegespräch am Donnerstag deutlich mit, dass die Nummer „14“ ungeachtet einer aktuellen Verletzung kein Thema mehr ist für den Kader.
Somit fällt natürlich auch jemand weg, der nach einem im Raum stehenden Abstieg zurück in die Regionalliga ab Sommer 2026 wichtig hätte sein können bei einem Neu-Start auf vielleicht wieder Amateurebene. Als einer der lokalen Spieler, die Thomann als jetzt in Ebenhausen wohnender Dittelbrunner nun mal ist.
Seine beste Zeit hatte das Schnüdel-Eigengewächs freilich abseits der Schnüdel. Und damit ist nicht unbedingt die Saison 2022/23 gemeint, als Martin Thomann auch verletzungsbedingt nur zehn Mal für die Spvgg Bayreuth auf den Rasen der 3. Liga stand, in keiner Partie über 90 Minuten. Lediglich für die Reserve stand er in einem Landesliga-Relegationsspiel gegen Friesen die komplette Zeit auf dem Feld, ansonsten aber immerhin in Teilzeit gegen Dynamo Dresden, Rot-Weiß Essen den FC Saarbrücken oder Erzgebirge Aue.
Ab 2015, als er in jungen Jahren Schweinfurt verließ, folgten bis 2019 stolze 67 (!) Tore für den TSV Aubstadt, mit dem er in die Regionalliga aufstieg. In der Corona-Saison traf Thomann in 20 Partien sieben Mal, wechselte dann zum FC 05 zurück, scheiterte mit den Grün-Weißen am Aufstieg in die 3. Liga an Havelse (unser Aufmacherbild zeigt ihn im Heimspiel links, unten beim Aufstiegsjubel mit Kevin Fery), ging dann nach Bayreuth, von dort wieder nach Aubstadt mit ordentlichen acht Trefern bei 30 Einsätzen.
Der Rest ist bekannt: Mit unter anderen Mike Dellinger und Leonard Langhans folgte 2024 die erneute Rückkehr nach Schweinfurt. Nach einem sensationellen ersten Jahr ist nun aber der Wurm drin. Oder der Stecker raus. Zumindest aber ohne öffentliche Gerichtsverhandlung, die im Falle einer solchen Suspendierung immer ein schlechtes Licht auf eher den Verein wirft, der das Aussortieren ja hätte begründen müssen. Rein sportliche Gründe reichen dafür nicht aus.
Nun hat sich auch der 1. FC Schweinfurt 05 öffentlich geäußert und schreibt an die Medien:
„Im vergangenen Monat wurde darüber berichtet, dass Martin Thomann aus Gründen in der Leistung und im Verhalten aus dem Trainings- und Spielbetrieb des 1. FC Schweinfurt 05 suspendiert worden sei.
Da es insoweit zu Missverständnissen in der öffentlichen Wahrnehmung gekommen zu sein scheint, möchten wir nochmals klarstellen, dass Thomann nicht gegen vertragliche Pflichten verstoßen hat oder Ähnliches.
Der vorübergehende Ausschluss aus dem Trainings- und Spielbetrieb erfolgte vielmehr – wie wir Martin Thomann selbst auch mitteilten – maßgeblich aus sportlichen Gründen, konkret zur Reduzierung des Kaders und Effektivierung des Trainings- und Spielbetriebes. Martin Thomann hat am 07.10.2025 seine Trainingstätigkeit im Trainingsbetrieb des FC Schweinfurt 05 bereits wieder aufgenommen.“


