Ungewöhnlicher Antrag zweier rivalisierender OB-Kandidaten: Aber Oliver Schulte und Ralf Hofmann wollen beide das Projekt „StudyFab“ erhalten

Ungewöhnlicher Antrag zweier rivalisierender OB-Kandidaten: Aber Oliver Schulte und Ralf Hofmann wollen beide das Projekt „StudyFab“ erhalten
Autorin Paula Steiner in den HGB Ateliers in der Trufanowstraße in Leipzig, 19.05.2024 (c) Michèle Yves Pauty

SCHWEINFURT – Es ist sicher etwas ungewöhnlich, dass zwei Konkurrenten um die Postion des Oberbürgermeisters in Wahlkampfzeiten einen gemeinsamen Antrag formulieren.

Aber es gibt Projekte, die für eine Stadt übergeordnet wichtig sind und für die Vertreter demokratischer Parteien immer zusammenfinden. Ein solches Projekt ist die StudyFab, deren Zukunft aktuell in Frage steht.

Daher bitten in einem Antrag Stadträte Oliver Schulte (CSU) und Ralf Hofmann (SPD) um Unterstützung des Projekts „StudyFab“ in der Schweinfurter Innenstadt. Und der lautet so.

„Die Stadt Schweinfurt unterstützt ausdrücklich das Projekt StudyFab in der Schweinfurter Innenstadt und befürwortet die von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (THWS) geplante Antragstellung beim Verband der bayerischen Wirtschaft (vbw) zur weiteren finanziellen Förderung des Projekts.

Die Stadtverwaltung wird gebeten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Antragstellung zu unterstützen und aktiv zu begleiten. Zudem möge die Stadtverwaltung prüfen, inwiefern auch eigene Unterstützungsleistungen – ideeller oder praktischer Art – zur Sicherung des Fortbestands der StudyFab beigetragen werden können.

Begründung:

Mit der StudyFab wurde in der Schweinfurter Innenstadt ein innovativer, niedrigschwelliger Begegnungs- und Veranstaltungsort für Studierende geschaffen. Die Einrichtung ist Austauschplattform, Kreativraum, Projektwerkstatt und Veranstaltungsort zugleich – und das in zentraler Lage direkt am Marktplatz.

Durch die Nutzung eines vormals leerstehenden Ladenlokals wurde ein wertvoller Impuls gegen den Leerstand gesetzt und ein Ort mit Erlebnisqualität für junge Menschen und die Stadtgesellschaft geschaffen. Die ökologische Wirkung des Projekts zeigt sich in der nachhaltigen Nutzung von Bestandsimmobilien und der Förderung von Stadtentwicklung im Sinne der Revitalisierung. Kooperationen mit lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen – etwa der Lokalen Agenda 2030 – unterstreichen das Engagement der StudyFab für ökologische Verantwortung.

Auch sozial entfaltet das Projekt hohe Relevanz: Die StudyFab schafft Raum für Austausch, Begegnung, Gemeinschaft und Vielfalt. Offene Formate und kostenfreie Mitmachangebote ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe, fördern Integration, stärken soziale Bindungen und eröffnen insbesondere jungen Menschen Erfahrungsräume zur Entwicklung von Selbstwirksamkeit.

Der innovative Charakter der StudyFab ergibt sich aus dem Ansatz, neue Lern- und Arbeitsformen praktisch zu erproben. In enger Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen, Vereinen, dem Gründerzentrum sowie externen Partnern werden Formate wie Workshops, Kreativprojekte und Communityevents entwickelt und durchgeführt. Die vielfältige Zielgruppenmischung, die regionale Vernetzung sowie die Lage direkt am Marktplatz schaffen Sichtbarkeit, fördern spontane Begegnungen und begünstigen nachhaltige Kooperationen.

Die Zahlen belegen den Erfolg: Bis einschließlich Dezember 2024 verzeichnete die StudyFab an 231 Öffnungstagen mit 119 Veranstaltungen rund 15.000 Besucherinnen und Besucher.

Das Projekt stellt eine deutliche Bereicherung für die Schweinfurter Innenstadt dar, fördert die Aufenthaltsqualität, stärkt die Sichtbarkeit des Hochschulstandorts Schweinfurt und trägt dazu bei, junge Menschen für die Region zu begeistern.

Aktuell droht der StudyFab mangels Anschlussfinanzierung jedoch das Aus. Um dies zu verhindern, plant die THWS, beim vbw eine Förderung von bis zu 250.000 Euro zu beantragen.

Ziel ist es, den Betrieb der StudyFab für mindestens ein weiteres Jahr zu sichern und gleichzeitig die Weichen für eine dauerhafte Finanzierung zu stellen.

Langfristig ist ein tragfähiges Finanzierungsmodell mit drei Säulen vorgesehen:

 1.  eine institutionelle Grundförderung,

 2.  Einnahmen durch Nutzungsentgelte,

 3.  die Gründung eines Trägervereins – analog zur erfolgreichen Struktur der „Wissenswerkstatt“.

Mit diesem Antrag soll ein klares politisches Signal des Schweinfurter Stadtrats gesendet werden: Wir stehen hinter dem Projekt StudyFab und begrüßen ausdrücklich das Engagement der Hochschule zur Fortführung dieser erfolgreichen Initiative.“

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Schulte (CSU)
Ralf Hofmann (SPD)

Mehr: https://schweinfurt-fabulous.de/

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