Erst „Kiss Kiss“, dann Pfosten- und Elfer-Frust: Die U19 macht viel Spaß, kann Aue aber nicht schlagen – VIELE FOTOS!

Erst „Kiss Kiss“, dann Pfosten- und Elfer-Frust: Die U19 macht viel Spaß, kann Aue aber nicht schlagen – VIELE FOTOS!

SCHWEINFURT / AUE – Als Luke Barget in der 85. Minute beim Stand von 1:1 den Pfosten traf, als ein zweites Mal am Nachmittag das Aluminium für die Gäste rettete, da hatte die U19 des FC Erzgebirge Aue sowas wie den Papst in der Tasche. Was fast passte zum Logistikunternehmen mit beinahe dem selben Namen, nur mit dem fränkischen „b“, auf den Trikots der Hausherren.

Keiner der beiden Vereine wusste so richtig etwas vom anderen zum Start der U19 DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde in der Liga B, Gruppe C. Aue mit seinem Nachwuchs-Leistungszentrum hat im jugendlichen Fußball-Oberhaus seinen Platz ohnehin sicher, spielt nun in dieser Art „Abstiegsrunde“ daher nur um einen der vorderen Plätze, der die Qualifikation zum DFB-Pokal garantiert. Der FC Schweinfurt 05 freilich braucht Platz vier unter den sieben Teams für den Ligaerhalt, um ab dem Sommer nicht wieder in die Bayernliga zu müssen. Ein gewöhnungsbedürftiger Modus, aber das war in der Champions League ja auch der Fall…

Seit Sonntag, 15 Uhr, weiß man: „Die spielen auch nur Fußball. Wir können in dieser Liga mithalten“, sagt FC 05-Trainer Marcel Kühlinger. Und trotzdem mischte sich in die Freude („wir können stolz sein und nehmen den so verdienten Punkt gerne mit“) auch Enttäuschung. „Die ist gerechtfertigt bei zwei Mal Pfosten. Ein Dreier wäre nicht unverdient gewesen.“

Verhindert wurde der durch Altin Ibisis Foul an Quentin Fraulob rund 20 Minuten vor dem Ende. Sicher kein glasklarer Strafstoß war die Folge, Kühlinger beschwerte sich, sah Gelb von Schiedsrichter Maximilian Graf und gab hinterher zu: „Ob´s einer war, sehe ich von hier nicht. Aber der Elfmeter war bitter!“ Und verhinderte eine Sieg zum Start.

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Die Allianz Generalvertretung Claus Rudloff aus Bergrheinfeld drückt den jungen Schnüdeln die Daumen.

Obwohl die Jungschnüdel ihren Respekt vom Anfang irgendwann ablegten, die erhofften Nadelstiche setzen konnten und wenig zuließen gegen die Sachsen. Als Luka Kalandia nach rund einer Stunde zur Führung traf, ausgerechnet vor der Bandenwerbung der nicht unbedingt jugendfreien Erotic Boutique „Kiss Kiss“ das Team zum kollektiven Jubel ansetzte, sah es richtig gut aus. Was danach folgte, das ist bereits beschrieben.

Nach den beiden 6:2-Siege von Nürnberg und Ingolstadt gegen Rot-Weiß Walldorf und Regensburg am ersten Spieltag könnten sich zwei Top-Teams und zwei schwächere dieser kleinen Liga bereits abzeichnen. Der FC 05 muss aber drei Mannschaften hinter sich lassen, neben Aue könnte auch der diesmal noch spielfreie FC Carl-Zeiß Jena ein Kandidat sein.

Der FC Erzgebirge hat nächstes Wochenende spielfrei und am 16. Februar dann erstmals Heimrecht – wieder gegen einen Neuling, den SV Rot-Weiß Walldorf aus dem Frankfurter Umland. Zu dem reisen die Schweinfurter kommenden Sonntag – und müssen eigentlich schon gewinnen, wenn es Platz vier werden soll. „Wir wollen den Schwung mitnehmen“, sagt Marcel Kühlinger in einer ersten Bilanz nach einer von zwölf Partien. „Die Intensität ist in dieser Liga höher. Das haben wir die ersten 15 Minuten gemerkt gegen einen Gegner, der fußballerische Lösungen suchte.“

Heimspiel zwei ist für Sonntag, den 16. Februar, 14 Uhr, angesetzt. Gegen den SSV Jahn Regensburg soll wieder auf dem Hauptplatz des Sachs-Stadions gespielt werden. Dort glang ja mit dem Sieg Ende letzten Jahres gegen Nördlingen auch der Aufstieg. „Die Jungs haben es sich verdient. Wir wollen dort alle Partien austragen, sofern es der Platz zulässt!“ Offiziell waren es gegen Aue am Sonntag 500 Zuschauer. Auf der schattigen Tribüne und auch auf der winterlich sonnenüberfluteten Gegengerade.

Um die Leistungsstärke des Gegner einzuschätzen, gehört Aues Trainer Philip Hauck das Wort. „Die Schweinfurter, die wir nicht richtig einschätzen konnten, von denen wir ein, zwei Videos sehen konnten, haben das richtig ordentlich gemacht. Zur Halbzeit wussten wir, dass wir hier in Rückstand geraten können. Und als es der Fall war, wurde das Hinterherlaufen auf dem immer tiefer werdenden Rasen richtig schwer. Aber wir haben uns reingebissen, auch wenn Schweinfurt mehr Chancen und mehr Abschlüsse hatte. Grundsätzlich hatten wir uns freilich mehr vorgenommen!“

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Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe und Patrick Fuchs drücken den jungen Schnüdeln die Daumen.

Als sich die Sachsen am Sonntag zuhause vor der Abfahrt um halb acht Uhr trafen, um danach staufrei inklusive einer Nudel-Mahlzeit-Pause um 10 Uhr nach Unterfranken zu reisen, da bestätigte sich die Vermutung der sieben erkrankt pausierenden Akteure. Unter anderem fehlten der bereits zu den Profis geholte Keeper Max Uhlig oder Außenbahnspieler Maxim Kindel. Samuli Wernicke von der U16 war als Ersatztorwart dabei, William Sack von der U17 wurde sogar eingewechselt. Derart viele Ausfälle hätte der FC 05 mutmaßlich nicht so gut weggesteckt.

Fußball, U19, DFB-Nachwuchsliga: 1. FC Schweinfurt 05 – FC Erzgebirge Aue: 1:1 (0:0)
Schweinfurt: Emil Zorn – David Ritter, Noah Djalek, Luis Markert, Niklas Schusser, Luka Kalandia, Altin Ibisi, Luke Barget, Noah Reuß, Valentin Schmitt (ab 70. Tim Gensichen), Nuno Mützel (ab 87. Lukas Schneider); Trainer: Marcel Kühlinger.
Aue: Theo Tobias Kretschmer – Fabian Mehlitz, Daniel Pavlov, Neo Contantino Lima Stacziwa (ab 68. William Sack), Franz Fischer (ab 87. Ben Hilpert), Aaron Henkel (ab 46. Luca Bahls), Erik Emmerich, Paul Seidel, Hugo Eddi Kaps (ab 46. Luis Pohlenz), Quentin Fraulob, Lukas Schimkus; Trainer: Philip Hauck.
Tore: 1:0 (61.) Luka Kalandia, 1:1 (74.) Lukas Schimkus (Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Maximilian Graf
Zuschauer: 500

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