WÜRZBURG – „Vielfalt siegt – eine tolle Sache : Wiederholen!“ So lautete eine Rückmeldung zum „Musik-Tag für Alle“ – und treffender ließ sich die Stimmung kaum beschreiben.
Denn am Sonntag, 18. Oktober, wurde das Generationenzentrum Matthias-Ehrenfried in Würzburg zum Treffpunkt für Menschen jeden Alters, mit und ohne Beeinträchtigung. Was sie verband? Die Freude an der Musik!
Schon der Auftakt ging unter die Haut. Die 35 Kinder des preisgekrönten Limonadenchors sangen miteinander; ein Mädchen aus dem Chor gebärdete die Liedtexte mit. Inklusion war hier keine Überschrift, sondern gelebte Selbstverständlichkeit.
Dann füllte Musik das Haus: Beim offenen Singen stimmte das Publikum ein, zu den schwungvollen Klängen der „Fränkischen“ wurde geklatscht und geschunkelt. Beim Sitz- und Line-Dance gerieten Menschen gemeinsam in Bewegung. Und als die Inklusionsband Mosaik aufspielte, wurde aus Zuhören ein ausgelassenes Miteinander. Professionelle Gebärdensprachdolmetscher übersetzten das Programm auf der Bühne.
Das Motto: Zuhören, Ausprobieren, Mitmachen
Die vielleicht schönsten Geschichten spielten sich abseits der Bühne ab. Beim Trommeln, Ausprobieren von Blasinstrumenten und Tischharfen, beim Basteln oder bei der Klangschalen-Meditation kam man schnell ins Gespräch. Wer sich im Workshop begegnet war, traf sich später bei Kaffee und Kuchen wieder. Aus gemeinsamen Tönen wurden neue Kontakte.
Ein weiterer besonderer Moment wartete in der Stift-Haug-Kirche: Organist Christoph Preiß öffnete bei zwei Führungen die Welt der Orgel. Beim kleinen Konzert wurde sogar die Musik selbst vollständig in Gebärdensprache übertragen.
Hinter dem Tag standen der Nordbayerische Musikbund, die Nordbayerische Bläserjugend, das Kulturbüro der Lebenshilfe Wohnstätten Mainfranken und das Generationenzentrum Matthias-Ehrenfried. Sie schufen Raum für etwas, das sich nicht planen lässt: echte Begegnung.
Ein Gast schrieb: „Bin zufällig auf der Durchreise hier in der Stadt gelandet und es hat mich zu Ihnen ‚gezogen‘ – bin absolut überrascht, erfreut und dankbar für diesen Nachmittag.“ Was bleibt, ist mehr als ein Ohrwurm: das Gefühl, dazuzugehören. Oder, wie ein Feedbackzettel es auf den Punkt brachte: „Vielfalt siegt!“


