Fehlstart mit Saison-Niederlage zwei: Die Mighty Dogs scheitern an effizientem EHC Klostersee

Fehlstart mit Saison-Niederlage zwei: Die Mighty Dogs scheitern an effizientem EHC Klostersee

GRAFING / SCHWEINFURT – Die Zielsetzung war klar und auch der Start ins Spiel stimmte – dennoch mussten sich die Mighty Dogs auswärts einem defensivstarken EHC Klostersee mit 2:5 geschlagen geben. Es war die zweite Saison-Niederlage im dritten Bayernliga-Spiel.

Am Kader hatte sich im Vergleich zum Heimspiel am Freitag nur wenig geändert. Mit Michael Adam fehlte allerdings einer der drei Förderlizenzspieler des EHC 80 Nürnberg. Lucas Kleider und Pavel Bares standen wie bereits am Freitag ebenfalls nicht zur Verfügung. Auch die Gastgeber mussten einige Ausfälle verkraften, darunter Jan Tlacil und Liam Hätinen.

Die Mannschaft von Trainer Sergej Waßmiller fand trotz der langen Busreise gut in die Partie und setzte sich früh offensiv in Szene. Bereits in der ersten Minute tauchte Tomas Cermak nach einem cleveren Pass allein vor Torhüter Lukas Steinhauer auf. Dieser zeigte jedoch direkt, dass es an diesem Abend alles andere als einfach werden würde, einen Weg an ihm vorbei zu finden, und parierte den Abschluss souverän.

Auch in der Folge fanden weitere Scheiben zügig den Weg zum Tor. Die Mighty Dogs suchten häufig den Abschluss, doch die kompakte Defensive und der stark aufgelegte Schlussmann der Grafinger hielten ihren Kasten sauber. Einen ersten Vorgeschmack auf das, was folgen sollte, lieferten Braccini und Gagnon, die sich mit viel Tempo durch die Schweinfurter Abwehr kombinierten und Benny Roßberg erstmals ernsthaft prüften. Auch einen gefährlichen Abschluss von Hummer konnte Roßberg noch entschärfen.

In der neunten Minute nahm das Unheil dann jedoch seinen Lauf: Tyler Braccini überwand den Schweinfurter Schlussmann per Bauerntrick und brachte Klostersee mit 1:0 in Führung. Nur eine Minute später stand bereits das zweite Gegentor zu Buche. Weitere 20 Sekunden danach erhöhte Mühlfenzl auf 3:0. Der ERV befand sich nach den drei schnellen Gegentreffern und der anfänglichen Überlegenheit sichtlich in einer Schockstarre. Sergej Waßmiller reagierte folgerichtig mit einer Auszeit und einem Wechsel auf der Torhüterposition.

Die Situation erinnerte an das Spiel in Landsberg, als mehrere schnelle Gegentreffer den Schweinfurtern früh eine spürbare Hypothek aufbürdeten, der sie anschließend hinterherlaufen mussten. Leon Pöhlmann fand sich trotz des Kaltstarts schnell zurecht, und auch die Schweinfurter Feldspieler wirkten nach der Auszeit wieder konzentrierter. So kehrte allmählich Stabilität ins Spiel zurück. Trotz mehrerer guter Chancen wollte der Puck jedoch einfach nicht über die Linie, sodass es mit einem 3:0-Rückstand in die erste Drittelpause ging.

Auch im zweiten Drittel kamen die Mighty Dogs gut aus der Kabine. Tomas Cermak konnte vor dem Tor nur noch durch ein Foul gestoppt werden, doch das anschließende Powerplay blieb insgesamt zu harmlos und brachte keinen Torerfolg. Steinhauer schien sein Tor förmlich zugemauert zu haben. Auf der anderen Seite bewies aber auch Pöhlmann seine Klasse, als er bei einem Zwei-auf-null-Konter gleich zweimal bravourös parierte. Die Gastgeber zeigten sich dagegen deutlich effizienter und nutzten ihr erstes Powerplay der Partie konsequent aus. Marvin Drothen erhöhte auf 4:0. Fünf Minuten später staubte Hummer zum 5:0 ab. Spätestens jetzt war es ein gebrauchter Abend für den ERV. Die Mighty Dogs gaben sich dennoch nicht auf und konnten kurz vor der zweiten Pause durch Ricards Bernhards immerhin auf 5:1 verkürzen.

Im Schlussdrittel starteten die Schweinfurter erneut gut, doch der Abend schien wie verhext: Wieder wollte keine Scheibe den Weg ins Tor finden. Nach einer Strafzeit gegen Lukas Krumpe zeigte sich das Schweinfurter Unterzahlspiel diesmal von seiner besten Seite. Die Grafinger fanden kaum in ihre Formation und leisteten sich stattdessen selbst ein Foulspiel, sodass es anschließend bei vier gegen vier mit mehr Platz auf dem Eis weiterging. Doch auch in dieser Phase fehlte der Schweinfurter Offensive die letzte Durchschlagskraft. Erst in der 55. Minute belohnte sich Bernhards mit einem starken Alleingang und schob zum 5:2 ein. In der Schlussphase wurde es noch einmal etwas ruppiger, wodurch beide Mannschaften weitere Strafminuten sammelten. Am Ergebnis änderte sich allerdings nichts mehr, sodass die Mighty Dogs die Heimreise mit einer 5:2-Niederlage im Gepäck antreten mussten.

Auch in dieser Partie bestätigte sich einmal mehr die alte Weisheit: Wer vorne seine Chancen nicht nutzt, wird hinten dafür bestraft. Der effiziente EHC Klostersee setzte sich am Ende verdient durch, während es den Mighty Dogs nicht gelang, ihre druckvollen Offensivphasen in zählbare Erfolge umzumünzen. Vor allem die kurze Schwächephase im ersten Drittel machte die Aufgabe früh zu einer großen Herausforderung. Die drei schnellen Treffer der Gastgeber nahmen dem ERV den Wind aus den Segeln, nachdem die Schweinfurter zuvor durchaus überlegen aufgetreten waren.

Für die kommenden Aufgaben wird es entscheidend sein, solche Phasen möglichst zu vermeiden und die Chancenverwertung zu verbessern. Gelingt das, sind auch bei den schweren Gegnern des nächsten Wochenendes Punkte möglich. Am Freitag gastiert der ERV beim EHC Waldkraiburg, wo um 19 Uhr der erste Bully stattfindet. Am Sonntag steht dann das nächste Heimspiel auf dem Programm: Um 18 Uhr empfangen die Mighty Dogs die Peißenberg Miners im Icedome.

STATISTIK:

Tore:
Stand Zeit Team Torschütze 1. Assist 2. Assist
1:0 08:49 EHCKL Braccini T. Sauter V. Gagnon A.
2:0 09:45 EHCKL Dengl J. Gleixner V. Hummer C.
3:0 10:04 EHCKL Mühlfenzl L. Oswald J. Hilger T.
4:0 32:00 EHCKL Drothen M. (5-4) Gagnon A. Oswald J.
5:0 36:02 EHCKL Hummer C.
5:1 36:55 ERVS Bernhards R. Donins K. Cermak T.
5:2 54:49 ERVS Bernhards R. Nedved O. Alksnis D.

Strafen: Klostersee 10 + 10 Min (Braccini) // Schweinfurt 6 Min

Highlights und Pressekonferenz: https://sprade.tv/de/teams/2/schweinfurt-mighty-dogs

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