Eishockey: Der TEV Miesbach boykottiert Gegner mit zu vielen Ausländern im Kader

Eishockey: Der TEV Miesbach boykottiert Gegner mit zu vielen Ausländern im Kader

SCHWEINFURT / MIESBACH – Wenn am 8. November die Mighty Dogs in Miesbach gastieren, dann wird Trainer Sergej Waßmiller dort wohl nicht an der anschließenden Pressekonferenz teilnehmen. Das gaben die Oberbayern mehr oder weniger deutlich bekannt.

Mit einem Statement in den sozialen Medien (siehe den gesamten Wortlaut unten) brachten die Miesbacher ihr Unverständnis über die Entwicklung in der Eishockey-Bayernliga zum Ausdruck. Und meinen damit – ohne Namen zu nennen – sicherlich den ERV Schweinfurt, der fünf Ausländer im Kader hat: Dzerods Alksnis, Kristers Donins, Ricards Bernhards, Tomas Cermak und Josef Dana.

Burgau hat sogar neun (!) Kontingentspieler im Kader, Dorfen deren sechs. Zumindest diese drei Vereine dürften also vom Boykott Miesbachs betroffen sein. Genauso die mit sechs Ausländern besetzten Haßfurt Hawks, die freilich in der Landesliga spielen.

Hier das Miesbacher Statement:

Klare Haltung zur Entwicklung der Bayernliga

Die Entwicklung des Bayernliga-Spielbetriebs und insbesondere die zunehmende Veränderung der Kaderstrukturen ist aus unserer Sicht mit dem Anspruch einer regionalen Liga und der nachhaltigen Entwicklung des bayerischen Eishockeys nicht vereinbar.

Wir sind der Überzeugung, dass die Bayernliga ihrer besonderen Verantwortung für die Ausbildung und Entwicklung bayerischer Spieler gerecht werden muss. Nachwuchsarbeit, die Ausbildung eigener Talente und die Perspektive für Spieler aus der Region dürfen aus unserer Sicht nicht gegenüber kurzfristigen sportlichen Interessen in den Hintergrund treten.

Aus diesem Grund haben wir für unsere Pressearbeit eine gemeinsame Linie beschlossen:

Bei Spielen gegen Mannschaften, deren Kaderstruktur aus unserer Sicht nicht mehr dem von uns gewünschten regionalen und nachhaltigen Ansatz entspricht, werden wir künftig auf eine gemeinsame Pressearbeit mit jenenMannschaften verzichten.

Das bedeutet konkret:

  • Unsere Pressekonferenzen finden weiterhin statt.
  • Auf die Einladung des Gästetrainers zu unseren Pressekonferenzen werden wir bei den betreffenden Spielen verzichten.
  • Spieler der betreffenden Gastmannschaften werden wir bei diesen Spielen nicht zu unseren Drittelpausen-Interviews einladen.
  • Bei Auswärtsspielen bei den betreffenden Mannschaften werden unsere Vertreter nicht an deren Pressekonferenzen teilnehmen.
  • Unsere Spieler werden dort nicht an Drittelpausen-Interviews teilnehmen.

Diese Entscheidung richtet sich nicht gegen einzelne Spieler und ausdrücklich nicht gegen deren Herkunft oder Nationalität. Jeder Spieler, der auf dem Eis steht, verdient unseren sportlichen Respekt.

Unsere Kritik richtet sich ausschließlich gegen die Entwicklung der Kaderstrukturen und gegen Rahmenbedingungen, die aus unserer Sicht dazu führen, dass die Möglichkeiten für die Ausbildung und den Einsatz regionaler Spieler zunehmend eingeschränkt werden.

Wir wollen damit eine sportpolitische Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Bayernliga anstoßen.

Denn für uns ist klar:
Bayernliga muss mehr sein als ein Spielbetrieb. Sie muss eine Perspektive für das bayerische Eishockey sein.

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