Intensiver Austausch beim 5. Forum „Landwirtschaft im Dialog“ in Kolitzheim

Intensiver Austausch beim 5. Forum „Landwirtschaft im Dialog“ in Kolitzheim

KOLITZHEIM IM LANDKREIS SCHWEINFURT – Vertreter aus Politik, Verbänden und Verwaltung tauschten sich am 30. September in Kolitzheim über die Zukunft der heimischen Landwirtschaft aus.

Unter dem Leitthema „Welche Landwirtschaft wollen wir?“ beleuchteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die komplexen Spannungsfelder zwischen Strukturwandel, Naturschutz, Wirtschaftlichkeit und Nahrungsmittelversorgung.

Die Veranstaltung startete auf dem Milchviehbetrieb der Familie Treutlein. Nach der Begrüßung durch Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer und Wolfgang Ehbauer, Bereichsleiter Ernährung und Landwirtschaft an der Regierung von Unterfranken, erhielten die Teilnehmenden bei einem Betriebsrundgang Einblicke in einen modernen Milchviehbetrieb mit Biogasanlage und Fernwärmenetz für Kolitzheim. Ein Höhepunkt des Programms war der „bewegte Austausch“. Auf der 450 Meter langen Strecke vom Betrieb Treutlein zum Feuerwehrhaus Kolitzheim nutzten die Teilnehmenden den gemeinsamen Weg für Gespräche zu den gegenwärtigen Herausforderungen der Branche.

Im Feuerwehrhaus Kolitzheim ging Regierungspräsidentin Dr. Weizendörfer in ihrer Ansprache auf die Diskrepanz zwischen der Realität und idealisierten Vorstellungen von Landwirtschaft ein. Sie betonte, dass eine kontinuierliche und vielseitige Weiterentwicklung auf allen Seiten notwendig sei. Anschließend präsentierten Rebecca Steinmüller (AELF Bad Neustadt) und Joachim Weber (Regierung von Unterfranken) Zahlen und Daten zur unterfränkischen Landwirtschaft. Diese verdeutlichen die Dynamik der Branche: Prognosen zufolge wird bis zum Jahr 2040 etwa die Hälfte der derzeitigen landwirtschaftlichen Betriebe aufgeben. Gleichzeitig soll sich die durchschnittliche Betriebsgröße auf rund 100 Hektar verdoppeln. Als wesentliche Ursachen wurden der Strukturwandel, der Druck zur Kosteneffizienz, die angespannte Finanzlage von rd. 40 Prozent der Betriebe sowie eine zunehmende seelische Überlastung genannt.

In der von Katharina Graf (Regierung von Unterfranken) moderierten Diskussion erörterten die Teilnehmenden dann Strategien zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft. Die verschiedenen Interessengruppen brachten ihre Perspektiven ein. Als zentralen Appell aus der Praxis richtete Herr Treutlein den Wunsch an die Politik, junge Landwirtinnen und Landwirte stärker zu unterstützen und gezielt zu fördern.

Zum Abschluss fasste Wolfgang Ehbauer die Eindrücke des Tages zusammen. Er unterstrich, dass die Landwirtinnen und Landwirte in Unterfranken weiterhin Lebensmittel erzeugen wollen und bereit sind, die damit verbundene große Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn die Vorstellungen über die Art der Bewirtschaftung auseinandergehen, sei der Dialog das wichtigste Instrument, um ein gemeinsames Verständnis und ein starkes gesellschaftliches Miteinander zu fördern.

Das 5. Forum „Landwirtschaft im Dialog“ hat erneut gezeigt: Nur durch den kontinuierlichen Austausch zwischen den verschiedenen Interessengruppen lassen sich tragfähige und zukunftsfähige Lösungen für die Landwirtschaft finden.

Auf den Fotos:

Bild 1: (Foto: Julia Gersitz / Regierung v. Unterfranken) Daniel Schneller (Bürgermeister Kolitzheim), Wolfgang Ehbauer (Bereichsleiter Ernährung und Landwirtschaft Regierung Unterfranken), Klaus Treutlein (Betriebsleiter), Dr. Susanne Weizendörfer (Regierungspräsidentin), Adrian und Stephan Treutlein sowie Maria Hoßmann (BBV Bezirksbäuerin)

Bild 2: (Foto: Julia Gersitz / Regierung v. Unterfranken) Wolfgang Ehbauer (Bereichsleiter Ernährung und Landwirtschaft Regierung Unterfranken), Florian Töpper (Landrat Lkr. Schweinfurt), Klaus Treutlein (Betriebsleiter), Adrian und Stephan Treutlein, Dr. Susanne Weizendörfer (Regierungspräsidentin), Günther Oettinger (stellv. Landrat Miltenberg), Daniel Schneller (Bürgermeister Kolitzheim) sowie Maria Hoßmann (BBV Bezirksbäuerin)

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