„Hope in Darkness“: Ausstellung im Würzburger Rathaus mit rund 30 Werken junger afghanischer Künstlerinnen eröffnet

„Hope in Darkness“: Ausstellung im Würzburger Rathaus mit rund 30 Werken junger afghanischer Künstlerinnen eröffnet
Foto: Georg Wagenbrenner

WÜRZBURG – Mit der Ausstellung „Hope in Darkness“ ist in den Gängen des Würzburger Rathauses eine eindrucksvolle Sammlung von rund 30 Werken junger afghanischer Künstlerinnen zu sehen.

Die Bilder erzählen von Angst, Unterdrückung und einem Alltag im Schatten der Taliban-Herrschaft – zugleich aber auch von Mut, Selbstbestimmung und der Hoffnung auf ein freies Leben.

Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 werden Frauen und Mädchen in Afghanistan systematisch aus dem öffentlichen Leben gedrängt. Der Zugang zu Bildung und Arbeit ist massiv eingeschränkt, ebenso die Bewegungsfreiheit und die gesellschaftliche Teilhabe. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Ausstellung eine besondere Bedeutung: Die Künstlerinnen schaffen ihre Werke unter großen persönlichen Risiken und weigern sich, zum Schweigen gebracht zu werden.

„Diese Bilder sind mehr als Kunst. Sie sind Ausdruck eines Willens, sichtbar zu bleiben und nicht zum Schweigen gebracht zu werden“, betont Stadträtin und Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Barbara Lehrieder, in ihrem Grußwort. Die Werke erzählen von verlorenen Träumen, Gewalt und Gefangenschaft, aber ebenso von Hoffnungen, Sehnsucht nach Freiheit und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

Dass die Ausstellung ausgerechnet im Rathaus zu sehen ist, unterstreicht ihre Botschaft. Das Rathaus ist ein Ort der Öffentlichkeit, an dem Menschen zusammenkommen, Anliegen vorbringen und politische Entscheidungen getroffen werden. „Dass ‚Hope in Darkness‘ heute hier bei uns im Rathaus zu sehen ist, verstehen wir deshalb auch als Zeichen der Solidarität und Verbundenheit“, so Lehrieder.

Die Entstehungsgeschichte der Werke macht ihre Botschaft besonders eindringlich. Die jungen Frauen malen im Verborgenen und bringen darin ihre Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen zum Ausdruck. Die Bilder gelangten auf geheimen Wegen nach Deutschland. Damit verbinden sie die Lebensrealität der Künstlerinnen in Afghanistan mit der Öffentlichkeit in Deutschland und geben Frauen eine Stimme, die diese in ihrer Heimat vielfach nicht frei erheben können.

Der Titel „Hope in Darkness“ – „Hoffnung in der Dunkelheit“ – steht programmatisch für die Botschaft der Ausstellung. Die Bilder machen sichtbar, was unterdrückt werden soll, und erinnern zugleich daran, wie kostbar Freiheit, Bildung und die Möglichkeit sind, die eigene Stimme öffentlich zu erheben.

Organisiert wird das Projekt von FIDA e. V., einer von afghanischen Frauen im Exil gegründeten Organisation. „Hope in Darkness“ macht die Erfahrungen, Hoffnungen und Forderungen von Frauen und Mädchen in Afghanistan sichtbar und schafft eine Verbindung zur Öffentlichkeit in Deutschland. Unterstützt wird das Projekt von Terre des Hommes, dessen Arbeitsgruppe Würzburg die Wanderausstellung koordiniert.

Günter Kuhnert, Leiter der Würzburger Arbeitsgruppe von Terre des Hommes, gab eine Einführung in das Projekt. Anschließend sprach Shiwa A., Projektleiterin von „Hope in Darkness“ bei FIDA e. V. in Osnabrück, über die Ausstellung und ihre Hintergründe. „Kunst ist eine Sprache, die jeder versteht“; so Shiwa A. Kerstin Celina betonte, dass auf das Unrecht in Afghanistan aufmerksam gemacht werden müsse.

Die Ausstellung lädt noch bis 30. Oktober dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan nicht aus dem Blick zu verlieren.

Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Donnerstag von 8.00 – 18:00 Uhr, Freitag von 8:00 – 13:00 Uhr.

Die Gänge sind – außer dem Treppenhaus – barrierefrei erreichbar. Der Eintritt ist frei.

Auf dem Bild: Stadträtin und Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Barbara Lehrieder (li.), MdL Kerstin Celina (Mitte) und Günter Kuhnert (re.), Terre des Hommes Würzburg, vor einem Bild der Ausstellung „Hope in Darkness“
Foto: Georg Wagenbrenner

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