ESSFELD BEI GIEBELSTADT IM LANDKREIS WÜRZBURG – Eßfeld ist das Gewinnerdorf des Projekts „Summende Dörfer“ der Universität Würzburg und des Biodiversitätszentrums Rhön (BioZ). Mit großem Engagement für den Wildbienenschutz überzeugte der Gemeindeteil des Marktes Giebelstadt (Landkreis Würzburg) im Wettbewerb mit insgesamt 20 teilnehmenden Dörfern.
Ziel des Projekts ist es, Kommunen dabei zu unterstützen, auf kommunaler, privater und Vereinsebene das Bewusstsein für Wildbienen zu stärken und vor allem aktiv neue Lebensräume für die wichtigen Bestäuber zu schaffen.
Ausschlaggebend für den Erfolg Eßfelds war insbesondere das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Bürgerschaft sowie die Vielfalt an Aktionen über das Siedlungsgebiet verteilt. Eßfeld verzeichnete die höchste Beteiligung von Privatgärten, in denen Flächen gezielt wildbienenfreundlich umgestaltet wurden. Getragen wurde das Engagement von einem selbstorganisierten Bürgerverein, der zahlreiche Maßnahmen koordinierte und die Dorfgemeinschaft erfolgreich zum Mitmachen motivierte. So entstanden vielfältige Lebensräume wie Nisthügel, Staudenbeete, Wildblumenflächen und sogar eine Abrisskante als wertvoller Nistplatz für boden-bewohnende Wildbienen. Die Aktionen wurden über die gesamte Dorffläche verteilt und umspannen ein sehr weites Spektrum an Maßnahmen für den Wildbienenschutz.
Die Universität Würzburg und das Biodiversitätszentrum Rhön gratulieren Eßfeld zu diesem Erfolg und bedanken sich bei allen 20 teilnehmenden Dörfern für ihren wertvollen Einsatz für den Schutz der Wildbienen und die Förderung der biologischen Vielfalt. Adrian Schmierer, Erster Bürgermeister des Marktes Giebelstadt, unterstreicht: „Ein riesiger Dank gilt den Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Projekt mit so viel Herzblut und Eigeninitiative getragen haben. Dass der Wildbienenschutz hier Hand in Hand umgesetzt wurde, hat Vorbildcharakter für unsere gesamte Region.“ Matthias Raps und Daniel Hammer, die federführend an den Aktionen beteiligt waren, freuen sich stellvertretend für die Dorfgemeinschaft: „Diese Auszeichnung macht uns außerordentlich stolz und zeigt, was wir durch echten Zusammenhalt erreichen können. Die Vielfalt der geschaffenen Lebensräume beweist, dass jede und jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten kann.“
Aktionstag zum „Tag der Wildbiene“ am 30. Mai 2027
Der Gewinn für Eßfeld ist die Ausrichtung eines Aktionstages zum „Tag der Wildbiene“. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft wird am Sonntag, 30. Mai 2027 ein Fest rund um die Wildbienen veranstaltet. Mit Informationen und Mitmachangeboten sollen die Erfolge des Projekts anerkannt, das Engagement der vielen Ehrenamtlichen gewürdigt und die Bedeutung des Insektenschutzes einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht werden. Organisiert wird der Aktionstag vom Biodiversitätszentrum Rhön, das als Institution der Regierung von Unterfranken den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis sichert. Eingeladen sind insbesondere auch alle weiteren teilnehmenden Dörfer, um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und den Gedanken der „Summenden Dörfer“ weiterzutragen sowie als motivierendes Vorbild für Gemeinden in ganz Bayern zu dienen.
Hintergrund: Forschungsprojekt „Summende Dörfer“
Das Forschungsprojekt „Summende Dörfer“ wird im Auftrag des Biodiversitätszentrums Rhön vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie an der Universität Würzburg durchgeführt. Es widmet sich der Förderung von Wildbienen in Dörfern. Weitere Informationen zum Projekt und wildbienenfördernden Maßnahmen unter https://www.dorfbienen.biozentrum.uni-wuerzburg.de/SecondPhase.aspx.
Das Biodiversitätszentrum Rhön gehört seit dem 01. Juni 2025 zur Regierung von Unterfranken und wurde dort organisatorisch als eigener Arbeitsbereich in das Sachgebiet Naturschutz eingegliedert. Weiterführende Informationen finden Sie hier: https://www.regierung.unterfranken.bayern.de/presse/pressemitteilungen/archiv/2025/059/index.html.
Auf den Fotos:
Eßfeld, Gemeindeteil des Marktes Giebelstadt (Landkreis Würzburg), ist das Gewinnerdorf des Projekts „Summende Dörfer“ der Universität Würzburg und des Biodiversitätszentrums Rhön (BioZ). (Foto: Benjamin Schilling)
Mit einem Punkt versehene Dörfer nehmen am Forschungsprojekt „Summende Dörfer” teil. (Quelle: Biodiversitätszentrum Rhön)
Das Biodiversitätszentrum Rhön mit Sitz in Bischofsheim in der Rhön beschäftigt sich mit der Förderung der biologischen Vielfalt in den bayerischen Mittelgebirgen. Als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis entwickelt das Zentrum modellhafte Projekte zur Steigerung der Biodiversität. Gemeinsam mit den Bewirtschaftern erprobt es praxistaugliche und übertragbare Handlungskonzepte und bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die Fachwelt und Öffentlichkeit auf. Damit leistet das Biodiversitätszentrum einen Beitrag zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und trägt zum Aufbau und Schutz des europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“ mit seinen Arten und
Lebensräumen bei.


