SCHWEINFURT – Das Kino Kuk zeigt in Kooperation mit der Initiative gegen das Vergessen den außergewöhnlichen Film „Albrecht Weinberg. Es ist immer in meinem Kopf.“ am Montag, 12. Oktober 2026, 19 Uhr. Eintritt: 7 €
Der Dokumentarfilm (2026) von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel begleitet den Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg in seinen letzten Lebensjahren und erzählt von seinem leidenschaftlichen Einsatz für Erinnerung, Aufklärung und Menschlichkeit.
Nach Auschwitz und dem Mord an einem Großteil seiner Familie wanderte Albrecht Weinberg 1947 aus. Die Freiheitsstatue in New York wurde für ihn zum Versprechen auf ein neues Leben. „You must forget about it“, sagten sie ihm in Amerika. Doch wie soll man das Unvorstellbare vergessen; denn „Es ist immer in meinem Kopf.“
Nach 60 Jahren in New York und Florida kehrte Albrecht Weinberg wieder nach Ostfriesland zurück, in eine Welt, die ihm fremd geworden ist – mit dem Ziel, seine Geschichte zu erzählen. Unermüdlich bis zu seinem Lebensende im Mai 2026 teilte er seine Erinnerungen mit: an Ausgrenzung und Entrechtung, an die schleichende Radikalisierung und an den industriell organisierten Massenmord der Nationalsozialisten. Er musste auch häufig an seine Erfahrungen als Überlebender der Shoa denken. Besonders die Gespräche mit Schülerinnen und Schülern lagen ihm am Herzen. Immer an seiner Seite war Gerda Dänekas, seine Pflegerin und Freundin.
Zusammen kämpften sie gegen das Vergessen und das Schweigen.
Albrecht Weinberg starb am 12. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren. Sein Leben ist Zeugnis und Mahnung zugleich.

