BAD KÖNIGSHOFEN – Mit den Tischtennisfreunden Liebherr Ochsenhausen tritt diesen Sonntag um 14 Uhr in der Shakehands-Arena ein Gegner des TSV Bad Königshofen an, den man nach seinen bisherigen Vorstellungen auf der Liste für die Play-Offs der Tischtennis-Bundesliga haben muss.
Die Oberschwaben waren in den letzten Jahrzehnten immer im Dunstkreis des Dauer-Topfavoriten Borussia Düsseldorf. In 34 Jahren 1. Bundesliga wurde man fünf Mal Deutscher Meister, fünf Mal Pokalsieger. Der Verein ist durch die prägende Partnerschaft mit der Firmengruppe Liebherr (seit 1996) mindestens genauso professionell aufgestellt wie Düsseldorf, Borussia Dortmund oder der 1. FC Saarbrücken TT.
Ihm steht eine eigene Tischtennis-spezifische Halle zur Verfügung. Ebenso profitiert man seit 2012 vom Sparkassen-Tischtennis-Leistungszentrum mit Internat. Gemeinsam mit dem Liebherr Masters College entstand eines der bedeutendsten Nachwuchsprojekte im internationalen Tischtennis. Hier werden von hauptamtlichen Trainern Tischtennisspieler aus aller Welt weiterentwickelt, wovon letztlich nicht nur der eigene Verein, sondern Clubs in ganz Europa profitieren.
Die Saisons 2018/19 und 2024/25 zählen zu den erfolgreichsten der Vereinsgeschichte mit dem Gewinn des Doubles, Meisterschaft und Pokal. Vor der letzten Saison verließen die zwei Protagonisten Hugo Calderano und Simon Gauzy den Verein, wodurch das Scheitern an der Play-off-Teilnahme und Platz sechs keine große Überraschung waren.
Dennoch ist die Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende geschrieben. Im 70. Jahr des Bestehens der TTF hat man vergangenen Samstag im Pokal-Achtelfinale für ein Flashlight gesorgt. Da schubste man den maximal besetzten Topfavoriten Borussia Düsseldorf aus dem Pokalwettbewerb. Es war ein deutliches Ausrufezeichen, dass man wieder ganz oben dabei sein will.
Wer bis dahin dem TSV Bad Königshofen größere Chancen eingeräumt hatte in seinem zweiten Heimspiel gegen die TTF Ochsenhausen, musste sich etwas korrigieren. Man of the Match des Teams von Trainer Bogdan Pugna war dabei der Japaner Shunsuke Togami, der im ersten Einzel den Schweden Anton Källberg mit 3:0 von der Platte schickte und im zweiten gar den Olympiasieger und Weltmeister Fan-Zhendong mit 3:2 in die Knie zwang.
Selbst Ersatzmann Darius Movileanu konnte Fan einen Satz abringen. Als auch der andere Rumäne Iulian Chirita den Europameister Dang Qiu nieder gerungen hatte, war der Weg frei für Togami, sein Team mit dem Sieg gegen Fan ins Viertelfinale zu bringen. Dass die „Ochsen“ aber auch nur mit Wasser kochen, zeigte sich dort am Sonntag, als sie an Fulda-Maberzell mit 2:3 auf dem Weg ins Final Four scheiterten und somit gleich weit kamen wie der TSV Bad Königshofen.
Gespannt sein darf man vor diesem vierten Spieltag darauf, mit welchem Personal und in welcher Positionierung TSV-Trainer Timo Neumann sein Team ins Rennen schicken wird. Am Freitag traf das Quintett aus drei Richtungen in der Badestadt zusammen. Von Zagreb aus kommend nahm Filip Zeljko in Wien Daniel Habesohn mit. Aus Düsseldorf konnten Bastian Steger und Andre Bertelsmeier zusammen fahren. Nur Liao Cheng-Ting hätte theoretisch mit dem Sonntagsgegner anreisen können. Er trainiert nämlich schwerpunktmäßig in jenem Leistungszentrum in Ochsenhausen.
Wen Timo Werner nun für die Einzel und auf welcher Position nominiert, wird teamintern entschieden und – aus taktischen Gründen völlig berechtigt – bis eine Stunde vor Spielbeginn geheimgehalten. Bisher wurden in drei TTBL- und zwei Pokalspielen alle Varianten ausprobiert. Die wenigsten Einsätze bekam Liao Cheng-Ting – der in Ochsenhausen trainiert!
Der TSV Bad Königshofen wiederholt sein Angebot zum freien Eintritt für daheim gebliebene Ferienkinder.
Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

