EBERN / MÜNCHEN. „Für den Erhalt der historischen Stadtmauer in Ebern im Landkreis Haßberge stellen wir insgesamt 535.000 Euro aus dem Entschädigungsfonds bereit“. Das gab Kunstminister Markus Blume bei der Übergabe der Förderzusage in München bekannt.
„Was für ein herausragender fränkischer Kulturschatz: Die Eberner Stadtmauer zählt mit ihrem nahezu vollständig erhaltenen Mauerring und ihren markanten Türmen zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Stadtbefestigungen Bayerns. Ich freue mich sehr, dass wir ihre denkmalgerechte Sanierung mit Mitteln aus dem Entschädigungsfonds unterstützen können. Damit sichern wir eines der bedeutendsten Zeugnisse mittelalterlicher Wehrarchitektur in Unterfranken und bewahren dieses einzigartige Ensemble für kommende Generationen“, so Blume.
Die mittelalterliche Stadtbefestigung von Ebern zählt zu den besterhaltenen ihrer Art in Bayern. Der rund 1,4 Kilometer lange Mauerring ist – mit Ausnahme des im 19. Jahrhundert abgebrochenen nördlichen Spitaltors – vollständig erhalten und prägt das historische Stadtbild bis heute. Zur Befestigungsanlage gehören vier Ecktürme – Gänseturm, Diebsturm, Pfarrgarten- und Storchenturm – sowie der imposante Grauturm, der mit über 41 Metern Höhe zu den höchsten Tortürmen Bayerns zählt und das Wahrzeichen der Stadt ist. Ursprünglich umfasste die Stadtbefestigung acht Türme; gemeinsam mit dem Kirchturm entstand das sogenannte „Eberner Kegelspiel“.
Die frei zugänglichen Mauerabschnitte an der Ost- und Südseite sowie die Türme wurden bereits denkmalgerecht instandgesetzt. Die nun anstehende Sanierung der teilweise überbauten West- und Nordseite dient dazu, die historische Bausubstanz langfristig zu sichern und zu erhalten.
Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen die Entfernung von Bewuchs und losen Bauteilen, die Erneuerung des Fugennetzes sowie die Instandsetzung der Mauerkronen. Darüber hinaus werden Risse durch Vernadelung statisch gesichert und das Füllmauerwerk wieder dauerhaft mit dem aufgehenden Mauerwerk verbunden. So wird die Standsicherheit der historischen Stadtmauer nachhaltig verbessert.
Eigentümer des Baudenkmals ist die Stadt Ebern. Der Entschädigungsfonds wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verwaltet und gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen. Den Bewilligungsbescheid erlässt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, mit dem die Maßnahme abgestimmt ist. Die Maßnahme wird durch das Landesamt für Denkmalpflege auch fachlich begleitet.
Auf dem Bild: Markus Blume (2.v.l.) mit (v.l.n.r.) Geschäftsstellenleiter Christoph Hetzel, Bürgermeisterin Isabell Zimmer sowie MdL Steffen Vogel bei der Übergabe der Förderzusage in München. © Axel König/StMWK

