Stadtwerke Bad Kissingen realisieren moderne Energiezentrale für die KissSalis Therme

Stadtwerke Bad Kissingen realisieren moderne Energiezentrale für die KissSalis Therme
Foto: Mario Selzer

BAD KISSINGEN – Die Stadtwerke Bad Kissingen GmbH hat die Modernisierung der Heizzentrale der KissSalis Therme abgeschlossen. Nach rund 20 Jahren Betriebszeit wurde das bisherige Blockheizkraftwerk ersetzt und die Heizzentrale um ein System auf Basis der innovativen Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) erweitert.

Mit der neuen Anlage wird die Energieversorgung der Therme effizienter und klimaschonender gestaltet.

Bei der Inbetriebnahme betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH, Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, angesichts der anspruchsvollen Modernisierung bei laufendem Thermenbetrieb die Bedeutung dieses Projekts: „Gratulation an das Team der Stadtwerke. Sie haben an einem komplexen Objekt bewiesen, dass sie Energiewende können.“

„Mit der neuen iKWK-Anlage gehen wir den nächsten Schritt hin zu einer klimaschonenderen Energieversorgung für die KissSalis Therme“, sagt Dr. Ralf Merkl, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH. Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts unterstreiche zugleich die Kompetenz der Stadtwerke bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb moderner Energieanlagen.

Die bisherige Wärmeversorgung für die Beheizung der Becken, die Lüftungsanlage und die Warmwasserbereitung erfolgte über eine Kombination aus Blockheizkraftwerk und Erdgasspitzenkessel. Diese wurde durch ein System ergänzt, das zusätzlich Wärmepumpen und einen Elektrokessel umfasst. Künftig sollen rund 40 Prozent der benötigten Wärme mithilfe von Wärmepumpen aus der Umgebungswärme bereitgestellt werden.

Mit dem Projekt modernisierten die Stadtwerke eine zentrale Energieinfrastruktur der KissSalis Therme und kombinieren verschiedene Wärmeerzeugungstechnologien zu einem gemeinsamen Versorgungssystem.

Neben der eigentlichen Anlagentechnik wurden auch die hydraulischen, elektrischen und steuerungstechnischen Systeme der Heizzentrale überarbeitet. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Umweltverträglichkeit der eingesetzten Technik. Statt synthetischer Kältemittel kommt das natürliche Kältemittel R290 (Propan) zum Einsatz.

Eine besondere Relevanz kommt der Steuerung der unterschiedlichen Wärmeerzeuger zu. Die wärmegeführte Betriebsweise der Anlage wird um eine kostenoptimierte Einsatzplanung ergänzt. Basierend auf Wärmebedarfs-, Temperatur und Energiepreisprognosen für den Folgetag unter Einsatz von Technologien des maschinellen Lernens (künstliche neuronale Netze, gradientenverstärkte Entscheidungsbäume) wird bei Berücksichtigung von Einsatzgrenzen der Wärmeerzeuger eine Anlageneinsatzplanung in 15-Minuten Zeitschritten erstellt. Im laufenden Betrieb erfolgt eine fortlaufende Optimierung z. B. durch Einführung zusätzlicher Messwerte in die Prognosemodelle.

Die Modernisierung der Heizzentrale begann im Oktober 2025 und wurde im Juli 2026 abgeschlossen. Während der gesamten Bauphase blieb die Wärmeversorgung der KissSalis Therme sichergestellt. Der Thermenbetrieb konnte ohne Einschränkungen fortgeführt werden.

Für die Gäste verlief die Umstellung nahezu unbemerkt. „Die neue Heizzentrale arbeitet zuverlässig im Hintergrund. Unsere Gäste können ihren Aufenthalt mit dem gewohnten Komfort genießen. Genau so soll es sein“, sagt Richard Pucher, Geschäftsführer der KissSalis Therme.

„Mit der Kombination aus Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen und Power-to-Heat schaffen wir ein flexibles Energiesystem, das Effizienz, Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander verbindet“, sagt Anja Binder, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH.

Bereits bei der Planung der KissSalis Therme spielte Energieeffizienz eine wichtige Rolle. Zu den in den vergangenen Jahren umgesetzten Maßnahmen zählen die Umstellung auf energieeffiziente LED-Technik sowie der Bezug von nahezu CO₂-freiem Wasserkraftstrom. Mit der neuen iKWK-Anlage wird dieser Weg konsequent fortgesetzt.

Hintergrund: Innovative Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK)

Im Zentrum der neuen Heizzentrale steht das Prinzip der innovativen Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei werden mehrere Technologien miteinander kombiniert:

  • Blockheizkraftwerke (BHKW) zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme
  • Power-to-Heat mittels Elektrokessel zur Nutzung elektrischer Energie
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Nutzung von Umgebungswärme

Technische Daten der neuen Heizzentrale

  • 3 × Viessmann-BHKW-Module
    o elektrische Leistung: 789 kW
    o thermische Leistung: 1.248 kW
    o Gesamtwirkungsgrad: über 90 %
  • 4 × Luft-Wasser-Wärmepumpen
    o Gesamtleistung: 560 kW
    o Kältemittel: R290 (Propan)
  • 1 × Elektrokessel (Power-to-Heat)
    o Leistung: ca. 400 kW
  • 1 × Gas-Öl-Kessel (Bestandsanlage)
    o Leistung: 1.850 kW
  • Pufferspeicher:
    o 140 m³ Wärmespeicher (Bestandsanlage)
    o zusätzlicher Vorratsbehälter mit 10 m³

Auf dem Bild von links: Die vier neuen Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizen bereits die Becken der KissSalis Therme. Bei der Inbetriebnahme der neuen Heizzentrale: Geschäftsführung der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH Dr. Ralf Merkl und Anja Binder, Aufsichtsratsvorsitzender, Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel, Projektleiter der Stadtwerke Bad Kissingen Martin Hopf, vom Team Fernwärme der Stadtwerke Bad Kissingen Matthias Kleinhenz und Thomas Müller, Betriebsleiter der KissSalis Therme Richard Pucher und Maximilian Kannewischer, Mitglied der Geschäftsleitung der Kannewischer Holding AG.
Foto: Mario Selzer

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