Gekippte Fenster können für junge Fledermäuse vor allem im August und September zur Todesfalle werden

Gekippte Fenster können für junge Fledermäuse vor allem im August und September zur Todesfalle werden
Foto: Andreas Zahn, Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern

WÜRZBURG – Was für Menschen in Sommernächten für Abkühlung sorgt, kann für junge Fledermäuse lebensgefährlich werden: Vor allem in den Monaten August und September fliegen die unerfahrenen Tiere immer wieder durch gekippte Fenster in Wohn- und Büroräume ein.

Dort finden sie häufig keinen Ausweg mehr und können innerhalb weniger Tage verdursten. Die Umweltstation der Stadt Würzburg bittet deshalb alle Bürgerinnen und Bürger, bei längerer Abwesenheit – etwa während des Urlaubs oder über das Wochenende – Fenster vollständig zu schließen. Ist das nicht möglich, sollten Fenster nur bei teilweise geschlossenen Rollläden gekippt werden. Besonders Büroräume stehen oft mehrere Tage leer, sodass eingeflogene Fledermäuse unbemerkt bleiben.

Warum insbesondere junge Fledermäuse im Spätsommer Gebäude aufsuchen, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich sind die acht bis zehn Wochen alten Tiere auf der Suche nach geeigneten Quartieren für Herbst und Winter. Ihre natürliche Neugier führt dabei immer wieder dazu, dass sie versehentlich in Häuser oder Büros geraten. Meist handelt es sich um einzelne Tiere oder kleine Gruppen, in seltenen Fällen können jedoch auch größere Schwärme mit über 100 Fledermäusen einfliegen.

Wer eine Fledermaus in der Wohnung oder im Büro entdeckt, sollte zunächst Ruhe bewahren. Am besten wird das Fenster vollständig geöffnet, das Licht ausgeschaltet und der Raum verlassen. In den meisten Fällen finden die Tiere selbstständig wieder ins Freie. Macht eine Fledermaus unterwegs eine Pause und hängt an einer Wand oder einem Vorhang, sollte sie nicht gestört werden. Sie setzt ihren Flug in der Regel nach einiger Zeit eigenständig fort.

Bleiben die Tiere dennoch im Gebäude, sollten insbesondere tagsüber keine eigenen Befreiungsversuche unternommen werden. Stattdessen empfiehlt es sich, fachkundige Ansprechpartner zu verständigen, die die Fledermäuse schonend einfangen und wieder in die Freiheit entlassen. Ist ein Anfassen unvermeidbar, sollten die Tiere ausschließlich mit Handschuhen oder einem Tuch vorsichtig aufgenommen werden.

Kontakt: Umweltstation der Stadt Würzburg, Nigglweg 5, 97982 Würzburg, umweltstation@stadt.wuerzburg.de, Telefon: 0931-374400, Weitere Informationen über Fledermäuse: www.wuerzburg.de/17575

Auf dem Bild sieht man eine Zwergfledermaus. Foto: Andreas Zahn, Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern

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