SAND AM MAIN IM LANDKREIS HASSBERGE – Natürlich pilgerten am Montagabend zum Abschluss des Weinfestes in Sand am Main in den Haßbergen wieder tausende zum Finale, das mit einem traditionellen Feuerwerk neben Wein, Weib und Gesang einen zusätzlichen Anlass für einen Besuch bot.
Danach aber startete die Diskussion, angeheizt im Internet in der öffentlichen Gruppe „Haßfurter fragen Haßfurter“. Ausgangspunkt war die Frage eines Users: „Welcher Voll… genehmigt bei dieser Dürre mitten in der Brutzeit ein Feuerwerk?“. Hintergrund ist der: Das Weinfest findet nahe eines Sees und eines Naturgebietes statt, es ist seit Wochen schon recht heiß und hat nicht mehr geregnet…
Für denjenigen, der seine Empörung noch am Montagabend kund tun musste, ist klar: „Die Dummheit der Menschen kennt wahrlich keine Grenzen mehr.
Unglaublich. Die Natur leidet unter der Hitze und Dürre extrem. Tausende Tiere verdursten gerade jämmerlich. Die Vögel wissen nicht mehr, wo sie noch Nahrung für ihre Jungen finden sollen und dann kommen solche Volldeppen ums Eck und versetzen die geschwächten Tiere vorsätzlich in Panik, damit die letzten Reserven verbraucht werden. Unglaublich, dass sowas genehmigt wird. Aber klar, scheiß auf die wehrlosen Mitgeschöpfe, Hauptsache die Egomanen haben ihren Spaß!“
Und da sind wir wieder bei Engelchen und Teufelchen, bei Schwarz und Weiß, bei Vernunftmenschen und Partymanen. Die Antworten auf den Post könnten gemischter kaum ausfallen. Die einen verteidigen die Pyroshow in der trockenen Natur, die anderen gehen mit bei der Kritik. Auszüge:
„Welche Dürre? Das nennt sich einfach nur Sommer. Und die Tiere haben Wasser und Essen in Überfluss.
Vielleicht etwas weniger sich aufhetzen lassen, man muß nicht aus allem ein Drama machen“, schreibt einer. Ein bisschen vom Thema weicht ein anderer ab mit Blick auf den Ausgangspost: „Nur weil die Hassfurter neidisch sind und bei Festen nichts auf die Reihe bekommen! Die Hassfurter könnten sich so ein mega Feuerwerk gar nicht leisten!!!“
Zurück zu dem, um was es geht: Eine Frau schreibt: „Seit Jahren gibt es beim Zeiler Weinfest kein Feuerwerk mehr, und jeder kommt damit klar. Wahrscheinlich stehen nur diejenigen hinter den Feuerwerken, die sich danach nicht um verletzte Wildtiere kümmern würden und sich nichts darum scheren, wenn Haustiere panisch davon laufen.“ Ihr pflichtet eine andere bei: „Vielen Dank für Ihren Beitrag-Sie sprechen mir aus der Seele.
Ich finde schon das Feuerwerk an Silvester eine Zumutung für die Tiere und wundere mich immer, dass die Menschen noch so viel Geld dafür ausgeben (wo doch „jetzt eh alles so teuer ist“).“
Und dann kommen natürlich wieder da aus der Truhe heraus, denen es rein um den Spaß geht. „Oh man. früher war es auch warm, da hat es auch Feuerwerk am Weinfest gegeben. Früher hat auch keiner rum gejammert. Die Feuerwehr ist vor Ort und der, wo das Feuerwerk zündet, macht das beruflich, der wird wissen was er macht. Das heutzutage jeder überall nur noch dagegen schießen muss“, schreibt natürlich ein Mann.
Und erntet die Antwort einer Frau: „War letztes Jahr glaub ich in Reckertshause,n auch da hatte einer Geburtstag und da wurde auch ein Feuerwerk abgehalten und das war kein kleines, meine Hunde sind fast abgedreht!“ Anonym postet darauf jemand: „Nur weil du keine Freunde hast, mit denen du es anschauen kannst. Hinterfrag dich du Opfer!“
Und so weiter, und so fort. Man sieht also mal wieder: Den einen geht es rein darum, es möglichst krachen zu lassen, ohne irgendwelche Rücksicht. Die anderen sorgen sich um die Natur und um die leidenden Tiere. Beide Seiten werden sich wohl nie vereinigen lassen. Und solange bei sommerlichen Temperaturen und in der Trockenzeit Feuerwerke und Pyrotechnik erlaubt bleiben, dürfte die Diskussion auch nicht enden.
Foto: Symbolbild Benedict Rottmann

