GOCHSHEIM – Rikschas wurden vor etwa 150 Jahren von einem Europäer in Japan erfunden, waren in ganz Asien als Transportfahrzeug oder zur Personenbeförderung genutzt und sind inzwischen in den meisten asiatischen Städten als Verkehrsmittel verboten.
Anders in Europa, wo Rikschas von Fremdführern, Lieferdiensten und Handwerkern genutzt werden, besonders E-Rikschas.
Animiert durch einen Projektaufruf des Landratsamt Schweinfurts als Lokale Aktionsgruppe (LAG) des von der EU und dem Freistaat Bayern geförderten LEADER-Projekts „Unterstützung Bürgerengagement III“, kamen auch drei Gochsheimer Organisationen (AWO, Nachbarschaftshilfe und Freie Wähler) zu dem Beschluss, eine E-Rikscha anschaffen zu wollen.
Die Idee hierzu hatte Dr. Veit Denzer, der E-Rikschas bereits aus München, Mainz und Frankfurt kennt. Ziel ist, damit Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderungen, in Ausnahmen auch jüngere Personen aus Gochsheim und Weyer zu transportieren, zu bestimmten Einrichtungen, Veranstaltungen oder einfach, damit sie mal von zuhause rauskommen.
Nach entsprechenden Vorgesprächen mit der LAG und dem förmlichen Antrag erhielt die AWO als Eigentümerin und Antragstellerin eine Förderzusage von 3.000 Euro. Die E-Rikscha der AWO Gochsheim ist ein TÜV-geprüftes Modell des Müncher Herstellers Coolly, welches Dr. Veit Denzer über Kleinanzeigen gebraucht für 5.200 Euro in Landau gefunden und schließlich abgeholt hat.
Bernd Friedel, AWO-Vorstand, schloss die notwendigen Versicherungen ab. Die Nachbarschaftshilfe Gochsheim stellt ihre Kommunikationsplattform zur Verfügung, wodurch Fahrten nun telefonisch (01520 – 563 1465, 01523 – 399 7787) oder über das Internet vereinbart werden können. Die Freien Wähler sponsorten das Vorhaben mit 500 Euro.
Auf Anregung des LAG Schweinfurts schlossen sich die Initiatioren mit der Nachbarschaftshilfe Gerolzhofen kurz, die bereits seit Frühjahr 2024 eine E-Rikscha betreibt, um von ihren Erfahrungen zu profitieren und sich praktisch ausbilden zu lassen. Derzeit besteht der Fahrerpool in Gochsheim aus elf Fahrern.
Im Rahmen des Jahnstraßenfestes nahm die Gerolzhöfer Initiative die 20 Kilometer-Strecke auf sich und unterstützte die Gochsheimer, indem sie informierten, Fahrinteressierte transportierten und über die in den zwei Jahren gemachten Erfahrungen berichteten. Die Gochsheimer dankten dem Gerolzhöfer Orga-Team Udo Cox, Ralf Bender und Edith Kimmel, aber auch dem LAG-Management Kreisentwicklung am Landratsamt Schweinfurt.
Wenn in Zukunft die E-Rikscha genauso fleißig genutzt wird wie beim Straßenfest, dann sind bald weitere ehrenamtliche Fahrer von Vorteil. Flyer mit Infos liegen auf
Und das Straßenfest der Nachbarschaftshilfe Gochsheim? Ein buntes Treiben für alle Altersgruppen, Zauberer Wolfi, Schminken, Hüpfburg und Spielstraße für die Jüngsten, das Bläserensemble Gädheim, die neuen Gochsheimer Planpaare, eine reichhaltige Kaffee- und Kuchenbar, Pizza, Sprizzbar, eine Tombola mit schönen Preisen und Just Brill bis zum Festende für alle. Prima, dass so viele mitgewirkt haben und super, dass so viele beim Straßenfest dabei waren.
Auf den Bildern:
Die Rikscha-Teams Klaus Seubert, Bernd Friedel, Dr. Veit Denzer (Gochsheim) sowie Ralf Bender und Udo Cox (Gerolzhofen) mit bestens gelaunten jungen Mitfahrerinnen und Inge und Rudi Zorn, die ihren 40.Hochzeitstag mit dem Rikscha-Ausflug bereicherten.
Das Straßenfest der Nachbarschaftshilfe Gochsheim bot für jeden Geschmack und für jedes Alter etwas Ansprechendes, so den Zauberer Wolfi mit Assistentin und die Gädheimer Frankenland-Kapelle.
Text/Fotos: Peter Volz




