„Soziale Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden“: Die Diakonie Schweinfurt schließt sich der Stellungnahme der Diakonie Bayern an

„Soziale Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden“: Die Diakonie Schweinfurt schließt sich der Stellungnahme der Diakonie Bayern an
Foto: Svenja Hartmann

SCHWEINFURT – Die Diakonie Schweinfurt schließt sich der Stellungnahme der Diakonie Bayern sowie dem Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden an, das mit einem bayernweiten Aktionstag auf die Folgen geplanter Sparmaßnahmen des Bundes und Konsolidierungsvorhaben des Freistaats für die soziale und gesundheitliche Infrastruktur aufmerksam macht.

Soziale Angebote gehören zur Daseinsvorsorge und bilden das Fundament eines funktionierenden Gemeinwesens. Wer hier spart, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und trifft insbesondere die Menschen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind.

Die Diakonie Schweinfurt unterstützt die gemeinsamen Anliegen von Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas in Bayern, Bayerischem Roten Kreuz (BRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB), ver.di Bayern, Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sowie der Psychotherapeutenkammer Bayern. Mit dem dezentralen Aktionstag in ganz Bayern setzen die Bündnispartner ein gemeinsames Zeichen für den Erhalt leistungsfähiger sozialer Strukturen: eine Forderung, die auch vor Ort in Schweinfurt dringlicher denn je ist.

„Die Herausforderungen sind längst in unseren Einrichtungen angekommen“, so Präsidentin der Diakonie Bayern, Dr. Sabine Weingärtner. „Steigende Kosten, der Fachkräftemangel und gleichzeitig wachsende Bedarfe setzen Beratungsstellen, Pflegeeinrichtungen, Dienste der Jugend- und Familienhilfe, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie die Migrations- und Wohnungslosenhilfe erheblich unter Druck. Wenn gleichzeitig notwendige Finanzierungsgrundlagen geschwächt werden, geraten bewährte Hilfestrukturen in Gefahr.“

Die Präsidentin der Diakonie Bayern betont, dass Reformen in vielen Bereichen zwar notwendig seien. Sie müssten jedoch das Ziel verfolgen, Versorgung zu sichern und Leistungen zu verbessern. „Reformen dürfen kein Synonym für Sozialabbau sein. Wer notwendige Veränderungen allein über Einsparungen finanziert, riskiert den Verlust von Angeboten, die für viele Menschen unverzichtbar sind.“

Wie auch die Diakonie Bayern bewerten wir besonders kritisch Vorhaben, die Tarifsteigerungen nicht vollständig refinanzieren oder Leistungen pauschal begrenzen. „Gerade soziale Arbeit lebt von qualifizierten Mitarbeitenden. Gute Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Finanzierung gehören zusammen. Wer bei der Refinanzierung spart, verschärft den Fachkräftemangel und gefährdet langfristig die Versorgung.“

„Ob Pflege, Beratung, Integration, Jugendhilfe, Behindertenhilfe oder Unterstützung für Menschen in Armut und Wohnungslosigkeit: Diese Angebote verhindern Notlagen, stärken Teilhabe und entlasten Kommunen ebenso wie Familien. Ihr Wert lässt sich nicht allein in Haushaltszahlen messen“, sagt Weingärtner. „Ein starker Sozialstaat zeigt sich gerade in schwierigen Zeiten. Deshalb brauchen soziale Einrichtungen und Dienste Planungssicherheit, eine verlässliche Finanzierung und politische Entscheidungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“

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