Baustellen- statt Brunnenschoppen seit dem Spatenstich: Für die nächsten zwei Jahre wird der Marktplatz Gerolzhofen für rund 7 Millionen Euro saniert

Baustellen- statt Brunnenschoppen seit dem Spatenstich: Für die nächsten zwei Jahre wird der Marktplatz Gerolzhofen für rund 7 Millionen Euro saniert

GEROLZHOFEN – Jetzt geht´s los! Am frühen Donnerstagabend traf sich gefühlt halb Gerolzhofen nicht unbedingt alleine wegen des Brunnenschoppens am Marktplatz, sondern weil der offizielle Spatenstich zur Sanierung anstand.

Vorerst heißt es nun: Baustellenschoppen am Marktplatzbrunnen vor dem Alten Rathaus, wo die mächtigen und Schatten spendenden Platanen bei rund 30 Grad Celsius für willkommene Abkühlung sorgten beim Termin in der guten Stube Gerolzhofens, die mit dem Kopfsteinpflaster zwar immer noch ganz nett ausschaut. „Doch es sind viele Bürger die letzten Jahre gestolpert. Der Marktplatz ist in die Jahre gekommen, wir müssen sanieren“, sagt Bürgermeister Torsten Wozniak, der 1982 in die Region zog und der längst berichten kann: „Hier ist meine Heimat. Und ich bin stolz auf die Altstadt und den Marktplatz in Gerolzhofen!“

Der Marktplatz sei „zwischen Steigerwalddom und dem alten Rathaus schon immer das Zentrum der Stadt. Nun gestalten wir Heimat und bekennen uns zum historischen Erbe. Der fertige Platz wird noch mehr Aufenthaltsqualität haben“, weiß der Bürgermeister. Gestaltungswettbewerb und ein Bürgerentscheid zum Erhalt der Platanen, bei dem Ende 2025 das Quorum nicht erreicht wurde, gingen dem Projektstart voraus.

Nachdem der Förderbescheid nun vorliegt und die Regierung von den zu erwartenden Kosten von rund sieben Millionen Euro mindestens zwei davon übernimmt, geht´s nun endlich wirklich nach Jahren der Planung los mit Bauabschnitt eins und der Kanalsanierung durch die Firma Kanal Türpe. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die archäologischen Untersuchungen auf dem Marktplatz. Die Grabungen sind ein wichtiger Bestandteil des Projekts, um mögliche Befunde unter dem historischen Platz frühzeitig zu erkennen und die weiteren Bauabläufe entsprechend planen zu können.

Wasser, Gas, Glasfaser… all´ das beinhaltet die nächsten Bauabschnitte der Tief- und Straßenbauarbeiten, weiß Maria Hoffmann vom Stadtbauamt. Und bis der Markptplatz mal so aussieht, wie er in den Plänen bis 2028 gestaltet sein soll, dauert es freilich noch einige Zeit. Die Landtagsabgeordnete Barbara Becker berichtete an ihrem 57. Geburtstag von ihren Gesprächen mit der Fridays for Future-Bewegung, die sich mehr Bäume dort wünschte, wo die vier alten Platanen ja geopfert werden müssen. Und ja, der Marktplatz wird in wenigen Jahren grüner und barrierefrei werden. Sehr zur Freude auch des stellvertretenden Schweinfurter Landrats Thomas Vizl, der die Bedeutung der Plantanen nochmals betonte und die Notwendigkeit der Sanierung. „Gut, dass es endlich losgeht, nachdem zahlreiche Leute die letzten Jahre gestürzt sind!“

Nun aber bestimmen erst einmal bald die Bagger das Bild und verschwinden einige Parkplätze. „Der Einzelhandel macht sich deshalb Sorgen. Lasst uns also mehr einkaufen“, empfahl Becker und wies darauf hin, dass die Städtebauförderung der Regierung aus Steuergeldern kommt. „Bedankt Euch also bei Euch selbst!“

Übrigens: Das Weinfest in Gerolzhofen, Ende Juli eines jeden Jahres für einige Tage das absolute Highlight im Eventleben der Stadt, kann heuer (und auch 2027, womöglich sogar 2028 nochmals) natürlich nicht auf dem Marktplatz stattfinden. Es wird in südlicher Richtung in die dann für wenige Tage für den Durchgangsverkehr gesperrte Grabenstraße verlegt. „Somit bleibt es in der Altstadt, wird sort sicher bleibende Eindrücke hinterlassen“, denkt Thorsten Wozniak. Spätestens 2029 soll dann wieder auf dem sanierten Marktplatz in Gerolzhofen gefeiert werden.

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