SCHWEINFURT – Das Sommerfest der Schweinfurter Kindertafel Anfang August des letzten Jahres 2025 auf dem Wichtermann-Platz war ein Mega-Event mit zahlreichen Highlights und vielen Besuchern. Trotzdem wird es 2026 keines geben. Und weitere Veränderungen stehen an.
Zunächst zum Sommerfest: Ende Mai bekam der Kindertafel-Vorsitzende Stefan Labus seitens der Stadt zwar die Genehmigung für eine Ausrichtung, angedacht war der 1. August. Doch aus organisatorischen Gründen entschieden sich die Verantwortlichen dennoch dafür, heuer auf das zudem kostenintensive Fest zu verzichten.
„Das vom letzten Jahr mit unter anderem Michl Müller auf der Bühne können wir auch nicht toppen. Und wenn´s am besten ist, soll man ja aufhören“, sagt Labus, der aber auf das Schweinfurter Stadtfest Ende August verweist. Dort wird sich die Kindertafel neben anderen ehrenamtlichen Einrichtungen mit einem Infostand präsentieren. „Und da werden wir klotzen, damit die Leute sicher stehen bleiben!“
Ebenso neu schon seit einiger Zeit: Die zur Kindertafel gehörende Suppenküche teilt in der Friedrichstraße nun nur noch Freitagmittag ein kostenloses, warmes Mittagessen für Hungrige aus. Früher gab´s täglich eine Speise, zuletzt noch Montag, Mittwoch und Freitag.
Die Reduzierung hat mehrere Gründe. Einerseits fehlt der Kindertafel auch hier das Personal für die mit viel Aufwand verbundenen Aufgaben. Zweitens kostet das eingekaufte Essen, das ja gratis ausgegeben wird, der Kindertafel pro Portion 3,50 Euro. Und dann hat sich die Zahl der Hungrigen auf teilweise 140 Personen erhöht. Bei rund 500 Euro an Ausgaben an nur einem Tag musste Stefan Labus zudem feststellen, dass inzwischen optisch gut gekleidete Menschen mit dem Auto und beispielsweise Bad Kissinger Kennzeichen vorfahren, um sich Essen zu holen.
„Generell möchte ich ein Signal senden an die Stadt Schweinfurt, dass sich die Rathausspitze der Verantwortung stellt und bei der Versorgung unterstützt. Dort glaubt man anscheinend, ´der Labus macht´s schon…´“, denkt der Vorsitzende der Kindertafel, der daran erinnert, dass bis 2025 in der Theresienstraße eine Wärmestube mit Essensausgabe existierte und dass inzwischen auch Klientel der Bahnhofsmission zur Suppenküche kommt.
Die Politik müsse sich dem Thema annehmen, fordert Stefan Labus, der zudem die „Sternstunden“ angeschrieben hat, um sich mit einem „Wir sind noch da“ in Erinnerung zu rufen. Zum Start der Kindertafel bekamen die Schweinfurter von München aus eine Anschubfinanzierung.
„Der Spendenmarkt ist härter geworden“, weiß er um sammelnde „Konkurrenz“, die ebenfalls Kinder unterstützt. Gleichzeitig meldeten die Körnerschule und die neue Paul Maar-Schule im Stadtteil Bellevue Bedarf an, so dass die Kindertafel inzwischen 14 Schulen und zwei Kindertagesstätten mit bis zu 440 Frühstückspkaten beliefert. Zu Schulzeiten täglich.
Gleichwohl laufen bald weitere Vorbereitungen an: Ab Herbst plant die Kindertafel ihren Stand auf dem Schweinfurter Weihnachtsmarkt, auf dem einen Monat lang täglich überwiegend Strickwaren gegen eine Spende ausgegeben werden. Und nach Weihnachten startet die Organisiation des Faschingswagens, der wieder – diesmal am 9. Februar 2027 – beim Gaudiwurm durch die Stadt für gute Stimmung sorgen soll.






