ver.di Fachbereich Handel ruft erstmals zum Streik bei Kaufland in Würzburg/Lengfeld in der Industriestraße auf

ver.di Fachbereich Handel ruft erstmals zum Streik bei Kaufland in Würzburg/Lengfeld in der Industriestraße auf
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

WÜRZBURG – Die immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten der Beschäftigten bayerischen Einzelhandel sind mittlerweile existenzbedrohend. Der tägliche Einkauf von Lebensmitteln, die immer weiter steigenden Kosten für Wohnen oder der tägliche Weg zu Arbeit bringen die Beschäftigten in große finanzielle Not.

Die Auswirkungen sind dramatisch. So können viele Beschäftigte sich am Ende des Monates den Weg zur Arbeit nicht mehr leisten, Sparguthaben sind nahezu vollständig aufgebraucht und um für die Rente privat vorzusorgen, damit sie nicht in der Altersarmut landen, so der für den Handel zuständige ver.di Sekretär Peter König aus Würzburg.

„Es ist echt eine Schande, dass die Arbeitgeber mit leeren Händen am 8. Mai an den Verhandlungstisch gekommen sind. Die Beschäftigten im Einzelhandel stehen seit Jahren unter erheblichem Druck. Die Lebenshaltungskosten steigen kontinuierlich, doch die Löhne in der Branche halten nicht Schritt. Da ist Armut im Alter vorprogrammiert, so König weiter. König ergänzt: „Wir müssen in den Betrieben jetzt für Bewegung sorgen, sonst ändert sich nichts am Verhandlungstisch am 16. Juni in München.“

Die Gewinne bei Kaufland sind top, die Bezahlung jedoch ein Flop! Streik für Bewegung in den Tarifverhandlungen: Tariferhöhungen fallen nicht vom Laster. Sie werden erkämpft. Basta!

Echt den Kolleginnen nicht vermittelbar, dass Kaufland seinen Hausleiterinnen im März 2026 eine Einmalzahlung von 3.500 Euro Brutto angekündigt hat. In dem Schreiben von Kaufland dazu heißt es: „unser Fokus liegt auf dem, was wirklich zählt: jeder Einzelne.“ Damit meint Kaufland offenbar: jede einzelne Führungskraft – nicht die Beschäftigten, die jeden Tag den Laden durch ihre anstrengende Arbeit am laufen halten.

ver.di fordert für die tarifgebundenen Beschäftigten im bayerischen Einzel- und Versandhandel:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 222 €
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150€ pro Monat
  • Erhöhung der Löhne und Gehälter der unteren Beschäftigtengruppen auf ein rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 € in der Stunde.
  • Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Untermauert werden die Forderungen durch eine breite Beschäftigtenbefragung zur Forderungsfindung. Dort geben 73% der Befragten an, Probleme zu haben, mit ihrem derzeitigen Gehalt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Nur 15% der Befragten gaben an, dass sie am gesellschaftlichen Leben (Kino- oder Theaterbesuch, Essen mit Freunden etc.) teilnehmen zu können. 88% schätzen ein, dass ihre Rente aus dem derzeitigen Gehalt nicht vor Altersarmut schützt.

Trotz dieser dramatischen Ausgangslage der Beschäftigten lehnten die Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlung am 8. Mai 2026 die Forderung der ver.di Tarifkommission ab und weigerten sich ein eigenes verhandlungsfähiges Angebot zu machen. Nächster Verhandlung Termin ist am 16. Juni 2026.

Geplanter Ablauf: Streikbeginn ab ca. 5:30 vor der Kaufland Filiale in Würzburg/Lengfeld.

Ab ca. 08:30 Streikkundgebung auf dem Parkplatz vor der Filiale im Eingangsbereich.

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