2:1-Heimsieg vor 10.717 Fans: Die Würzburger Kickers steigen in die 3. Liga auf, Lok Leipzig scheitert erneut

2:1-Heimsieg vor 10.717 Fans: Die Würzburger Kickers steigen in die 3. Liga auf, Lok Leipzig scheitert erneut

WÜRZBURG – Nach vier Jahren Abstinenz kehrt der FC Würzburger Kickers in die 3. Liga zurück. Damit nehmen die Unterfranken den Platz des Lokalrivalen 1. FC Schweinfurt 05 ein, der sich nach einer desaströsen Saison gleich wieder verabschiedete.

Die Mannschaft von Trainer Michael Schiele gewann nach dem 1:0-Auswärtserfolg im Hinspiel auch das Playoff-Rückspiel um den Aufstieg gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig 2:1 (1:0) und geht damit in der kommenden Saison wieder in der dritthöchsten deutschen Spielklasse an den Start.

Vor rund 10.717 Zuschauerinnen und Zuschauern in der ausverkauften Akon Arena am Dallenberg sorgte Jermain Nischalke (30.) für die Führung der Unterfranken. In der zweiten Halbzeit glich Kapitän Djamal Ziane (71.) für Lok Leipzig aus, doch nahezu postwendend machte der unmittelbar zuvor ins Spiel gekommene Cherif Cisse (72.) alles klar.

Die Würzburger, die am Ende der Spielzeit 2023/2024 noch gegen Hannover 96 II (1:0 und 4:5 im Elfmeterschießen) die Rückkehr in die 3. Liga verpasst hatten, krönten mit dem Aufstieg ihre herausragende Saison. Zuvor hatten sich die Kickers schon die Bayerische Amateurmeisterschaft in der Regionalliga Bayern und den Gewinn des Toto-Pokals gesichert. Nordost-Meister Lok Leipzig scheiterte nach 2019/2020 (2:2 und 1:1 gegen den SC Verl) und 2024/2025 (1:1 und 0:3 nach Verlängerung gegen den TSV Havelse) bereits zum dritten Mal in Folge in den Aufstiegsspielen.

BFV-Präsident Christoph Kern sagt: „Der Aufstieg der Würzburger Kickers ist der verdiente Lohn einer überragenden Saison. Die Mannschaft hat sich mit großem Einsatz, Konstanz und Leidenschaft die Rückkehr in die 3. Liga absolut verdient und diese starke Spielzeit zusätzlich mit dem Gewinn des Toto-Pokals gekrönt. Dass sich die Würzburger Kickers als Zweiter der Regionalliga Bayern in den Aufstiegsspielen durchgesetzt haben, unterstreicht zugleich eindrucksvoll die hohe Qualität und Wettbewerbsstärke unserer Liga. Zu diesem großartigen Erfolg gratuliere ich der gesamten Mannschaft, allen Mitarbeitenden sowie dem Trainerteam um Michael Schiele ganz herzlich.“

FC Würzburger Kickers – 1. FC Lokomotive Leipzig 2:1 (1:0)

Mit dem 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen den 1. FC Lok Leipzig machte der FC Würzburger Kickers den Aufstieg in die 3. Liga perfekt. Im Vergleich zum 1:0-Hinspielsieg in Leipzig gab es bei den Kickers eine Umstellung in der Anfangsformation. Für den angeschlagenen Martin Thomann, der deshalb zunächst nur auf der Bank Platz nahm, startete Dominik Meisel. Bei der „Loksche“ vertraute Trainer Jochen Seitz auf dieselbe Startelf wie beim ersten Aufeinandertreffen.

Den ersten gefährlichen Abschluss verzeichneten die Gastgeber. Nach einem Ballgewinn von Tim Kraus im Mittelfeld zog Angreifer Tarsis Bonga von der Strafraumgrenze ab und verfehlte das Leipziger Tor nur knapp. Auf der Gegenseite hatten dann die Fans des 1. FC Lok zweimal den Torschrei schon auf den Lippen. Zuerst blockte Daniel Hägele einen Schuss von Eren Öztürk per Kopfball zur Ecke. Anschließend schlug erneut der 37 Jahre alte Würzburger Abwehr-Routinier einen Abschluss von Lukas Wilton von der Torlinie.

Wie schon beim entscheidenden Treffer im Hinspiel glänzte Tarsis Bonga auch beim Würzburger Führungstor im Rückspiel als Vorbereiter. Seine Hereingabe von der rechten Seite beförderte sein Sturmpartner Jermain Nischalke zum 1:0 (30.) ins Netz. Beinahe hätten die Kickers nach vor der Pause nachgelegt. Hinspieltorschütze Liam Omore scheiterte erneut nach Vorarbeit von Tarsis Bonga aus spitzem Winkel an Lok-Torhüter Andreas Naumann. Nur wenig später konnten auch Dion Berisha und erneut Jermain Nischalke den Leipziger Schlussmann nach einem Querpass von Dominik Meisel nicht überwinden.

Kurz vor der Pause versuchte es Leipzigs Mittelfeldspieler Dorian Cevis noch einmal mit einem Distanzschuss aus knapp 25 Metern. Kickers-Torwart Johann Hipper parierte jedoch per Faustabwehr.

„Joker“ Cherif Cisse sticht auf Anhieb

Zur Pause reagierte Lok-Trainer Jochen Seitz, wechselte den zuletzt verletzungsbedingt ausgefallenen Malik McLemore für Dorian Cevis ein. Nur wenig später kam auch Christoph Maier für den bereits verwarnten Alexander Siebeck. Zwar traf Würzburgs Torschütze Jermain Nischalke das Außennetz, insgesamt erarbeiteten sich jedoch die Gäste nach und nach ein Übergewicht und hatten deutlich mehr Ballbesitz.

Nachdem ein Versuch von Ayodele Adetula das Kickers-Tor noch deutlich verfehlt hatte, belohnten sich die Leipziger für ihre Offensivbemühungen mit dem Ausgleich. Christoph Maier legte von der linken Seite für Kapitän Djamal Ziane auf, der die Kugel aus kurzer Entfernung zum 1:1 (71.) über die Linie drückte.

Die Aufstiegshoffnungen der rund 2.000 mitgereisten Lok-Fans währten aber nur 65 Sekunden. Praktisch im direkten Gegenzug stand der erst kurz zuvor eingewechselte Cherif Cisse goldrichtig, nachdem ein Drehschuss von Jermain Nischalke abgeblockt worden war. Cisse traf überlegt zum 2:1 (72.) ins lange Eck.

In der Schlussphase versuchten die Gäste aus Sachsen noch einmal alles. Es blieb jedoch beim knappen Erfolg der Hausherren. Nach dem Abpfiff kannte der Aufstiegsjubel am Dallenberg keine Grenzen.

Bei Leipzig spielte der Ex-Schweinfurter David Grözinger von Beginn an und wurde der einstige Schnüdel Malik Mc Lemore zur Pause eingewechselt. Bei den Kickers stand Martin Thomann, der in Leipzig noch begonnen hatte, beim Rükspiel nicht im Kader. Für den FC 05 fällt nun ein großes Derby kommende Saison weg, auch gegen Aschaffenburg geht es nach dem Abstig der Viktoria nicht mehr.

Stimmen zum Spiel:

Michael Schiele (Trainer FC Würzburger Kickers): „Es ist ein überragendes Gefühl. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben uns – über beide Spiele gesehen – gegen einen starken Gegner absolut verdient durchgesetzt. Ich bin gekommen, um den Aufstieg zu schaffen. Das ist uns gelungen, ohne eine Niederlage zu kassieren.“

Jochen Seitz (Trainer 1. FC Lokomotive Leipzig): „Ein Riesenkompliment geht an unsere Fans, die uns herausragend unterstützt haben, und an die Mannschaft, die alles auf dem Platz gelassen hat. Es tut mir sehr leid für den gesamten Verein, dass wir zum zweiten Mal nacheinander als Meister nicht aufsteigen. Das ist sehr bitter.“

Text: BFV

Sport König aus Werneck unterstützt den regionalen und lokalen Fußball, präsentiert die Relegationsspiele dieser Saison und gratuliert den Würzburger Kickers zum Aufstieg..

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